79 Prozent der Unternehmen haben in den letzten zwei Jahren einen identitätsbezogenen Sicherheitsverstoß erlitten, und 99 Prozent glauben, dass diese Sicherheitsverstöße vermeidbar gewesen wären, so das Ergebnis von Untersuchungen der Identity Defined Security Alliance (IDSA).
Zudem nutzen laut des aktuellen Verizon Data Breach Investigations Reports 81 Prozent der Hackerangriffe schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Passwörter.
Vor dem Hintergrund dieser steigenden Bedrohungen findet am 13. April 2021 der erste Identity Management Day statt, um über die Bedeutung des Identitätsmanagements und die wichtigsten Komponenten wie Governance, identitätszentrierte Sicherheits-Best-Practices, Prozesse und Technologien aufzuklären, mit besonderem Augenmerk auf die Gefahren, die entstehen, wenn Identitäten und Zugangsberechtigungen nicht richtig gesichert werden.
Experten-Kommentare von Centrify, Digital Guardian, Bitglass, Bitdefender und Exabeam zum Identity Management Day:
Angreifer hacken sich nicht mehr in Systeme, sie loggen sich einfach ein
Özkan Topal, Sales Director, Centrify
„90 Prozent der Cyberangriffe auf Cloud-Umgebungen nutzten im letzten Jahr kompromittierte privilegierte Anmeldedaten. Dieses alarmierende Ergebnis verdeutlicht, wie Cyberkriminelle durch unsachgemäß verwaltete Anmeldeinformationen leicht auf kritische Systeme und sensible Daten zugreifen können – und dabei den durch die digitale Transformation zunehmenden Wildwuchs von Identitäten (Identity Sprawl) ausnutzen. Hierbei wird die Identität eines Benutzers von mehreren Silosystemen/-verzeichnissen verwaltet, die nicht miteinander synchronisiert sind, was zu mehreren Identitäten für jeden Benutzer führt – und damit zu möglichen ungesicherten Angriffsflächen.
Realität ist: Heutzutage hacken sich Angreifer nicht mehr in Systeme; sie loggen sich einfach ein, indem sie gestohlene Identitäten und schwache oder voreingestellte Anmeldedaten ausnutzen. Der Identity Management Day unterstreicht daher nicht nur die Notwendigkeit einer guten Cyber-Hygiene, sondern auch den Einsatz von Technologien für Passwort-Vault-Schutz, Authentifizierung, Verwaltung und Sicherung privilegierter Identitäten und Zugriffsrechte.
Moderne Privileged-Access-Management-
www.centrify.com
Leichtes Spiel für Cyberkriminelle durch Masse geleakter personenbezogener Daten
Tim Bandos, Chief Information Security Officer bei Digital Guardian
„In den letzten Jahren wurde eine solche Masse personenbezogener Daten durch Sicherheitsverletzungen offengelegt, dass Cyberkriminelle leichtes Spiel beim Missbrauch digitaler Identitäten haben. Insbesondere die Menge kompromittierter Passwörter und die Zunahme Cloud-basierter Anwendungen machen Unternehmen heute angreifbarer denn je. Gelangen Cyberkriminelle an Zugangsdaten eines Mitarbeiters, können sie sich unbemerkt in dessen E-Mail einloggen oder auf weitere Unternehmensdienste und -anwendungen zugreifen. Daher sollten IAM-Lösungen in der Sicherheitsstrategie an vorderster Stelle stehen, damit ausschließlich autorisierte Mitarbeiter Zugriff auf entsprechende Ressourcen mit einem angemessenen Maß an Berechtigungen erhalten.
Um Identitätsmanagement und Datensicherheit in Einklang zu bringen, ist es zudem wichtig, eine Arbeitsbeziehung zwischen Data Security- und IAM-Teams zu entwickeln. Auch minimiert der Einsatz datenbewusster Cybersecurity-Lösungen die Sicherheitsrisiken deutlich. Denn selbst wenn ein Angreifer durch gestohlene Anmeldedaten Zugriff auf sensible Daten erhält, wird er daran gehindert, diese zu kopieren, zu verschieben oder zu löschen. Darüber hinaus ist die Einführung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen die wachsende Flut an kompromittierten Zugangsdaten.“
www.digitalguardian.com
Verbraucher und Unternehmen müssen zusammenarbeiten
Anurag Kahol, CTO und Mitgründer, Bitglass
„Der Identity Management Day unterstreicht die Bedeutung des Schutzes unserer digitalen Identitäten in der immer schneller voranschreitenden digitalen Transformation. Da viele Internetnutzer über Dutzende von Online-Konten bei verschiedenen Diensten verfügen, ist es für sie ziemlich schwierig geworden, sich viele verschiedene, komplexe Passwörter zu merken. So ist die Wiederverwendung von Passwörtern leider zu einem häufigen Fehlverhalten geworden, welches die Wahrscheinlichkeit eines Account-Hijackings erhöht, sofern Anmeldedaten von einem Account des Benutzers geknackt wurden. Die Mehrheit der Datenverluste in Verbindung mit Hackerangriffen ist auf verlorene oder gestohlene Zugangsdaten zurückzuführen, und es ist mittlerweile offensichtlich, dass Passwörter allein nicht ausreichen, um Benutzer zu authentifizieren.
Für die Weiterentwicklung der Sicherheit müssen Verbraucher und Unternehmen zusammenarbeiten, um den Schutz von persönlichen sowie Unternehmensdaten zu gewährleisten. Um die Identitäten ihrer Mitarbeiter und Kunden ordnungsgemäß zu verifizieren, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsprotokolle verbessern, indem sie eine kontinuierliche, kontextbasierte Sicherheit während des gesamten Anmeldevorgangs einrichten. Lösungen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Single Sign-On (SSO) ersparen es den Anwendern, sich unzählige Passwörter merken zu müssen, und mindern gleichzeitig das Kompromittierungsrisiko ihrer Konten. Verbraucher wiederum können ihre digitale Identität schützen, indem sie sich über die Risiken der Wiederverwendung von Passwörtern informieren, bewährte Verfahren der Cybersicherheit befolgen und sich über aktuelle Bedrohungen informieren. Da sich unser tägliches Leben um das Internet und unsere verschiedenen Konten darin dreht, war das Bewusstsein für Identitätsmanagement noch nie so wichtig wie heute.“
www.bitglass.com
Identitätsdiebstahl verschafft Hackern höchste Privilegien
Bogdan Botezatu, Director Threat Research and Reporting bei Bitdefender
„Die zunehmende Anzahl von Verstößen gegen den Datenschutz in den letzten Jahren hat es Cyber-Kriminellen ermöglicht, in den Besitz großer Mengen an personenbezogenen Informationen zu erlangen. Diese offengelegten Daten werden aggregiert und können zu digitalen Identitäten wieder neu zusammengesetzt werden. Anschließen werden sie auf dem digitalen Schwarzmarkt verkauft. Auch durch gezieltes Phishing ist es für Cyber-Kriminelle einfacher geworden, an Domain-Zugangsdaten zu gelangen, um sich remote in die Infrastruktur von Unternehmen einzuloggen, Ransomware einzuschleusen oder geistiges Eigentum und Kundendaten zu stehlen. Keine Organisation ist vor dieser Art von Angriffen sicher, unabhängig von Größe und Branche.
Genauso gefährdet sind aber auch Endanwender, die in den Zeiten von Corona im Home Office arbeiten. Ihre Zugangsdaten für IoT-Geräte werden zur Hintertür ins eigene oder ins Unternehmensnetz. Zudem legen viele Hersteller in der Entwicklung undokumentierte Standardbenutzernamen an, die zum böswilligen Ausprobieren durch die Angreifer einladen.
Es gibt also viele Lücken zu schließen. Hersteller, Anwender und die IT-Sicherheit sind dafür gleichermaßen verantwortlich. Passworte ändern bleibt für alle eine nötige Pflichtübung. Unternehmen benötigen neben einer Netzwerkabwehr auch hochwirksame Werkzeuge, um den Identitätsdiebstahl zu verhindern und um zu erfahren, ob Angreifer kompromittierte Zugangsdaten verwenden. Letzen Endes führt auch an Threat-Hunting und der Analyse anormalen Verhaltens im System kein Weg vorbei: Ein als Schein-Admin getarnter Angreifer ist nur für die geschulten Augen des MDR-Experten durch sein auffälliges Verhalten zu erkennen.“
www.bitdefender.de
Cyber-Hygiene und Maschinelles Lernen zur Verhaltensanalyse
Egon Kando, Area Vice President of Sales, Exabeam
„Benutzernamen und Passwörter sind nach wie vor Teil unseres täglichen Lebens. Für Cyberkriminelle haben diese Daten erheblichen Wert, denn es ist schwierig, sie zu enttarnen, wenn sie mit legitimen Anmeldeinformationen in einer Zielumgebung unterwegs sind. Exabeam unterstützt Initiativen wie den Identity Management Day, der dabei hilft, das Bewusstsein zu schärfen, Identitäten und Anmeldedaten so gut es geht zu schützen.
Doch neben den Best Practices, die Cyber-Hygiene zu verbessern, können Organisationen auch Technologie nutzen, um bösartige Angriffe zu erkennen – inklusive derer mit gültigem Anmeldeinformationen, wie sie bei Insider-Threats vorkommen. Dabei kommt Maschinelles Lernen für die Verhaltensanalyse zum Einsatz, um bösartige Aktivitäten zu erkennen. Diese Analysewerkzeuge können sofort erkennen, wenn ein legitimes Benutzerkonto ein anomales Verhalten zeigt, und liefern SOC-Analysten mehr Erkenntnisse über kompromittierte oder bösartige Benutzer, was zu einer schnelleren Reaktionszeit führt.“
www.exabeam.com







