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Storage 2023: Trends & Technologien

Sicherheit für IT und Storage wird auch 2023 ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Zu groß sind die Cyberbedrohungen für Unternehmen. Unter den Trends & Technologien werden IT-Abteilungen künftig auch mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen. Dies reicht vom Energiesparen bis zur Weiternutzung der entstehenden Abwärme. 👉 Neues Update!

Storage 2023: Trends & Technologien

Bei den Storage-Trends für 2023 finden sich vor allem altbekannte Themen: Wohin mit den vielen Daten und wie sich erfolgreich gegen das Datenwachstum stemmen. Damit einher gehen eine möglichst ständige Datenverfügbarkeit sowie Datensicherheit. Das heißt, vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen und im Bedarfsfall die Daten schnell wiederherstellen zu können. Auch im kommenden Jahr muss sich jeder Trend bzw. Technologie nach diesen Grundanforderungen richten.

Ganz oben auf den To-do-Listen der IT-Abteilungen steht die IT-Sicherheit: Bedrohungen wie Ransomware-Attacken auf Unternehmen bleiben auch im kommenden Jahr bestehen und werden verstärkt zunehmen. »Für Unternehmen stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie Opfer eines Hackerangriffs werden, sondern wann und wie oft – ein Punkt, bei dem sich zu viele Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, noch schwertun«, meint Peter Wüst, VP & Geschäftsführer bei NetApp Deutschland. »Entsprechend dreht sich eine zeitgemäße Cybersecurity-Strategie im Jahr 2023 vorrangig um das Verhalten während und nach einem Angriff sowie die Minimierung der Auswirkungen.«

Andreas Litric, Exclusive Networks
Andreas Litric, Exclusive Networks

»Daher ist es wichtig, dass die Daten entsprechend resistent gegen diese Angriffe gesichert werden«, mahnt Andreas Litric, Director Vendor Management Deutschland bei Exclusive Networks. »Gleichermaßen stehen Datensicherung für Cloud-Workloads und Cloud-Applikationen und die Sicherheit der Daten im Jahr 2023 bei Backup- & Storage-Konzepten bei unseren Geschäftspartnern im Fokus.« Litric empfiehlt hier ganzeinheitliche Lösungen, die gegen mehrschichtige Ransomware-Angriffe helfen sollen, um Unterbrechungen zu minimieren und die Geschäftskontinuität zu wahren. Gleichzeitig sei ein Datenmanagement für Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen gefordert, um Daten sowohl lokal im Rechenzentrum oder in der Cloud zu verwalten und zu schützen.

Michael Pietsch, Rubrik
Michael Pietsch, Rubrik

Das ist umso wichtiger, da sich Ransomware quasi zum Liebling unter den Schad-Programmen entwickelt hat. Cyberkriminelle sind nicht nur bestens ausgestattet, sondern haben sich mit Ransomware-as-a-Service auch eine eigene Industrie geschaffen. »Die Angriffe laufen teilweise völlig automatisiert ab, erfordern kein Fachwissen und sind ziemlich lukrativ«, erklärt Michael Pietsch, GM and Country Manager Germany bei Rubrik. »Trotz jahrzehntelanger Investitionen in die Cybersicherheit kriegen es Unternehmen dennoch nicht hin, sich vor solchen Angriffen zu schützen. Sie zahlen das Lösegeld aus der Hoffnung heraus, wieder Zugriff auf ihre Daten zu erlangen. Das kann funktionieren, es gibt allerdings keine Garantie.«

Cybersicherheit: Unternehmen benötigen einen Mentalitätswechsel

Laut Rubrik Zero Labs Report mussten sich im vergangenen Jahr 52 Prozent der in Deutschland befragten Führungskräfte aus IT und Cybersecurity mit Ransomware auseinandersetzen. »Investitionen in Lösungen, die zum Beispiel kontinuierlich das Netzwerk überwachen, bei Unregelmäßigkeiten Alarm schlagen und im besten Fall auch unveränderbare Sicherheitskopien von Daten anbieten, heben das Sicherheitsniveau deutlich an«, meint Pietsch. »Es ist absolut notwendig, in Sachen IT-Sicherheit langfristig zu denken, weil sich Cyberangriffe zu einer regelrechten Pandemie entwickeln und bisher kein Ende in Sicht ist.«

Für eine starke Cyberabwehr muss man sich im Unternehmen allerdings einig sein. Oft genug stehen sich CISO und CTO im Weg, weil sie konkurrierende Prioritäten haben und verschiedene Ziele befolgen. Umso verwunderlicher ist es, dass laut Rubrik-Report fast ein Drittel der Vorstandsmitglieder kaum bis gar nicht darauf vertrauen, dass ihr Unternehmen Daten und Anwendungen nach einem Cyberangriff wiederherstellen kann. Man erkennt zwar, dass es ein Problem gibt, ist anscheinend aber unfähig sich geschlossen dagegen zu stellen.

Laut John Burke, CTO und Principal Research Analyst bei Nemertes Research, ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, dass der CISO an eine Führungskraft aus dem Geschäftsbereich wie dem CEO und nicht aus dem Technologiebereich wie dem CTO berichtet, um das jeweilige Unternehmen richtig zu schützen. Im Idealfall berichtet der CISO direkt dem CEO. So sieht es auch Rubrik-Chef Pietsch: »Cybersicherheit spielt eine übergeordnete Rolle. Sie schützt immer die gesamte Organisation, nicht nur die Infrastruktur. Unternehmen müssen imstande sein, Verantwortlichkeiten klar festzulegen und genau das gelingt nur mit einem Mentalitätswechsel.«

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Nachhaltigkeit wird zu einem Kriterium

Einen Wandel erfordert auch das Thema Energiekosten. Bisher war Nachhaltigkeit eher etwas, was nicht wirklich konsequent beäugt wurde. Natürlich sind alle für Umweltschutz und wollen auch etwas dazu beitragen, aber aktiv werden die meisten erst, nachdem die Energiepreise ins unermessliche gestiegen sind.

Derzeit werden allerdings auch schon Debatten geführt, welche Unternehmen wegen der steigenden Energiekosten abwandern. »Dabei muss genau das Gegenteil erfolgen: Die Produktion muss wieder näher an die Einsatzorte rücken«, fordert Bernhard Seibold, Vice President Product Management bei Thomas-Krenn. »Kürzere Transportwege sind eigentlich immer ökologischer. Deshalb ist es von gesellschaftlicher Bedeutung, dass die Unternehmen regional produzieren, der Umwelt und der Arbeitsplätze wegen. Das ist nicht nur eine politische Verantwortung, hier sind auch die Unternehmen selbst gefragt. Möglichkeiten gibt es noch reichlich.«

Nachhaltigkeit beginnt bei der Beschaffung und reicht bis zur energetischen Nachnutzung. Ein möglichst niedriger Energieverbrauch dürfte sich daher zu einem Verkaufsargument entwickeln. Ob es Stromsparen aber tatsächlich zu einem Kaufkriterium schafft, hängt vermutlich von den Gegebenheiten ab.

Interessant ist die Nutzung der Abwärme, die in größeren Rechenzentren durch die Systeme und die dafür nötige Kühlung entsteht: Seibold erwartet, dass vor allem die Heißwasser-Kühlung 2023 weiter an Fahrt gewinnen werde, auch wenn Wasser im Rechenzentrum für Administratoren noch eine Ur-Angst darstellt: »Wasser ist ideal zur Abführung von Wärme geeignet, und die so transportierbar gemachte Wärmeenergie kann befördert und einer Zweitnutzung zugeführt werden – ob im eigenen Gebäude oder sogar per Vermarktung etwa an lokale Nahwärme-Anbieter.«

Für eine optimierte Energie-Infrastruktur benötigen Unternehmen Daten. Bereits die einfache Erfassung und die optimierte Regelung des eigenen Heizsystems können laut Seibold monatlich mehrere tausend Euro sparen: »Entsprechende Soft- und Hardware wird 2023 deutlich mehr Nachfrage erfahren, etwa im Bereich LoRaWAN-Übertragung samt zugehöriger Sensorik. Die zunehmende Verbreitung von Smart Metern wird diesen Trend unterstützen. Dabei wird die Härtung gegen Cyberattacken eine zentrale Rolle spielen.« Womit wir wieder beim Eingangsthema sind.

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Weitere Informationen:

Barracuda: Wiperware zunehmend länderübergreifend

Fleming Shi, Barracuda
Fleming Shi, Barracuda

»Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass der moderne, digitale Krieg quasi auch vor der eigenen Haustür stattfindet«, sagt Fleming Shi, CTO bei Barracuda Networks. »Dabei fiel insbesondere der verstärkte Einsatz von sogenannter Wiperware auf. Ein Wiper ist eine destruktive Schad-Software, die auf Dateien, Backups oder die Bootsektoren des Betriebssystems abzielt. Wir sahen Angriffe gegen ukrainische Organisationen und kritische Infrastrukturen. Die Häufigkeit hat drastisch zugenommen, wie etwa WhisperGate, Caddy Wiper oder HermeticWiper zeigen, die seit Ausbruch des Krieges Schlagzeilen machten. Im Gegensatz zu den monetären Motiven und dem Entschlüsselungspotenzial von Ransomware wird Wiperware in der Regel von nationalstaatlichen Angreifern mit dem Ziel eingesetzt, die Systeme eines Gegners so zu beschädigen und zu zerstören, dass eine Wiederherstellung unmöglich ist. Zudem wird die von Russland ausgehende Wiperware, künftig wahrscheinlich auf andere Länder übergreifen, da die geopolitischen Spannungen keineswegs abnehmen, ebenso Hacktivismus nichtstaatlicher Angreifer, die nach weiteren Maßnahmen zur Ausbeutung ihrer Opfer suchen. Um die Geschäftskontinuität trotz eines Angriffs zu gewährleisten, müssen sich Unternehmen auf die Wiederherstellung des gesamten Systems konzentrieren, damit nicht nur die Daten, sondern die gesamte IT-Infrastruktur wieder funktionsfähig ist. Eine schnelle Wiederherstellung der virtuellen Version eines angegriffenen physischen Systems kann beispielsweise die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens gegen Wiperware oder andere destruktive Malware-Angriffe erheblich verbessern.

2022 standen die großen Ransomware-Banden – LockBit, Conti und Lapus$ – hinter Aufmerksamkeit heischenden Angriffen, die sie regelmäßig in die Schlagzeilen brachten. 2023 mit dem boomenden Geschäftsmodell Ransomware-as-a-Service und dem jüngsten Build-Leak von Lockbit 3.0 wird eine neue Generation kleinerer und intelligenterer Banden ihnen die Schau stehlen. Und Unternehmen werden sich öfter Ransomware-Angriffen mit neuen Taktiken gegenübersehen. Wer darauf nicht vorbereitet ist, wird sich in den Schlagzeilen wiederfinden und riskieren, Geschäft und Ruf zu beschädigen.«

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Bitdefender: Hybride Mensch-Maschine-Angriffe zielen auf Firmen aller Größen

Jörg von der Heydt, Bitdefender
Jörg von der Heydt, Bitdefender

Der Wettlauf zwischen Hackern und IT-Sicherheitsteams geht laut Jörg von der Heydt, Regional Director DACH bei Bitdefender, unvermittelt weiter:

»Neue Tools und schnellere Hardware bei wachsendem oft staatlich unterstütztem Budget bringen die Angreifer in eine immer stärkere Position. Eine kontinuierlich steigende Anzahl von Schwachstellen und die fehlenden Ressourcen oder unzureichende Tools, diese zeitnah zu patchen, unterstützen diese Tendenz.

Eine besondere Gefahr ist die zeitnahe Verfügbarkeit von Quanten-Computing, welches Verschlüsselung und Passwort-Sicherheit disruptiv verändern wird. Bereits jetzt ist ein Umdenken nötig.

Ebenso wichtig sind hybride Mensch-Maschine Angriffe: Automatisierte Tools identifizieren Schwachstellen in der anzugreifenden Infrastruktur – Experten werten diese dann hinsichtlich des Angriffspotenzials aus. Eigentlich sollte auch die Cyberabwehr so vorgehen. Ihr fehlen jedoch häufig Budget, Zeit, Skills und das kompetente Personal.

Wollen Unternehmen – gleich welcher Größe und Branche – nicht Opfer eines solchen intelligenten Angriffs werden, müssen sie ebenfalls auf hybride Abwehr setzen. `Fight Fire with Fire´ gilt also auch hier: Firmen müssen entweder selbst Teams (aus-)bilden – oder sie durch externe Managed Detection and Response (MDR) ergänzen. Wichtig ist dabei, die möglichen Schäden zu verstehen. Viele Gespräche der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass dieses Bewusstsein häufig fehlt und IT-Sicherheit zu oft noch lediglich als Kostenfaktor mit unsichtbarem Nutzen betrachtet wird.«

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Extra Computer: Weniger Energieverbrauch, Arbeiten im Büro, Dynamik im Thin-Client-Markt

»Auf Unternehmen kommen im Jahr 2023 einige Hausaufgaben zu – beginnend bei einer Senkung des Strom- bzw. Energieverbrauchs über den Umgang mit Remote Working und ganz banalen Lieferanten-Themen rund um Thin Clients«, erklärt Christoph Maier, Geschäftsführer der Extra Computer. »Der anstehende Jahreswechsel bietet nicht nur Zeit, Bilanz zu ziehen – es gilt auch das kommende Jahr anzugehen. Während die eigentliche Geschäftsplanung auf Ebene der Unternehmensleitung zum größten Teil abgeschlossen ist, bleibt bei der operativen Umsetzung noch viel zu tun. Folgende Punkte sollten Unternehmen dabei besonders berücksichtigen:

Trend 1 – Strom- und Energieverbrauch bei Digital-Signage: Wo Ersatzinvestitionen anstehen, sollten Unternehmen 2023 mehr denn je auf den Energiehunger der Systeme achten. Hier besteht – vor dem Kontext hoher Kosten besonders wichtig – ein signifikantes Potenzial. So wurde jüngst das Thema Digital-Signage kritisch beleuchtet. Während das Abschalten etwa von Werbetafeln allein wegen vertraglicher Verpflichtungen nicht einfach ist, lässt sich durch neue Hardware der ökologische Fußabdruck insgesamt deutlich verringern; so können moderne Industrie-PCs so sparsam sein, dass selbst die Netzteile alter Systeme schon einen höheren Verbrauch haben.

Trends 2 – Stationär & flexibel ergänzt Remote-Working: Seitens der Arbeitnehmer besteht überwiegend der Wunsch, teilweise weiter remote zu arbeiten. Vielfach respektieren Unternehmen dieses Ansinnen ihrer Belegschaften und rufen sie nur tageweise zurück in die Büros. Dabei ist die Teamstärke oft gewachsen, nicht jedoch Büro- und Schreibtischflächen. Der Trend wird daher 2023 zu flexiblerer Hardware und kleineren Formfaktoren gehen, die leichter in den Büros zu transportieren sind und weniger Raum beanspruchen.

Trend 3 – Thin-Clients: Mit dem Rückzug eines der Top-5-Hersteller aus dem Hardware-Vertrieb in Deutschland wird eine gewisse Dynamik am Markt entstehen. Hier wird sich für Systemhäuser und Hersteller eine Chance öffnen, strategisch auf IT-Projekte einzuwirken. Auch hierbei werden energieoptimierte Landschaften eine große Rolle spielen. Gerade bei diesen Projekten werden zwei weiterer Trend des Jahres 2023 zum Tragen kommen: Personalisierung und Made in Germany.

Trend 4 – Personalisierung: Konfiguratoren und Online-Shops sind im Lauf der Jahre immer mächtiger geworden; hinzu kamen immer mehr Bots, um die potenzielle Käuferschaft zu unterstützen. Gerade vor dem Kontext einer energieoptimierten Beschaffung und eines zyklusbasierten Hubs bei den IT-Investitionen im Industrieumfeld wird jedoch eine bewährte Komponente wieder stärker an Bedeutung gewinnen: der Faktor Mensch. Unternehmen werden verstärkt auf individuelle Beratung setzen, um ihre IT- und damit in Verbindung stehenden Geschäftsziele zu erreichen.

Trend 5 – Made in Germany: Was lange Zeit nur noch als Label für eine lokale Montage fernöstlicher Komponenten wahrgenommen wurde, wird 2023 wieder mehr Gewicht bekommen – nämlich ein tiefergehendes Made in Germany. Die Gründe dafür sind vielfältig: Resilienz in der Lieferkette, Ökologie, Kosten, Qualität, Transportwege, ESG-Kriterien etc. Unternehmen werden 2023 die Chance erhalten, wieder stärker von diesen Faktoren zu profitieren.

Die geopolitischen Verwerfungen haben das Fass ein wenig zum Überlaufen gebracht. Waren die Lieferketten bereits durch die Chip-Krise belastet, so haben die Entwicklungen des Jahres 2022 diese Situation gemeinsam mit den gestiegenen Energiekosten verschärft. Darum glauben wir, dass 2023 mehr Wertschöpfung vor Ort stattfinden wird, und zwar sowohl bei der Produktion als auch bei den Services.«

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Mphasis: IT-Prognosen 2023: KI, Quantentechnologie und Metaverse

Srikumar Ramanthan, Mphasis
Srikumar Ramanthan, Mphasis

2023 wird das Jahr, in dem innovative Technologien wie KI und Quantencomputing nach einer langen Eingewöhnungsphase so richtig durchstarten. Vor allem der Fachkräftemangel und der Lebensstil der jüngeren Genrationen beschleunigt laut Srikumar Ramanthan, Senior Vice President bei Mphasis die digitale Transformation in den Unternehmen:

»Von KI über Quantencomputing bis hin zum Metaverse – hochentwickelte Technologie wird immer mehr zur alltäglichen Geschäftsrealität. In Zeiten des Fachkräftemangels bringt das enorme Chancen für Unternehmen und Konsumenten, gleichzeitig setzt der rapide Wandel die IT-Verantwortlichen in Organisationen unter Druck.

Künstliche Intelligenz im Alltag angekommen

Generative Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet mittlerweile viele Möglichkeiten zur Verbesserung der Produktivität bei der Erstellung neuer Inhalte. Bereits jetzt wird KI überall im Internet genutzt, um Texte, Bilder oder sogar Videos dynamisch mit wenigen Eingaben generieren zu lassen – egal ob es sich dabei um einen Avatar für soziales Netzwerk oder um Bilder für die Präsentation in einem Unternehmen handelt. Fortschritte im Bereich synthetischer Daten werden 2023 KI-Modelle noch effizienter im Umgang mit komplexen Aufgaben machen, für die keine ausreichenden Datengrundlagen vorhanden sind. Davon profitieren insbesondere die Pharma-Industrie, Automobil- und Finanzsektor.

Trotz der vielen Anwendungsmöglichkeiten herrscht jedoch noch Skepsis gegenüber dem Einsatz von KI. Besonders wenn es um Themen wie Compliance oder um Diskriminierung geht. Um Transparenz, Vertrauen und Nachhaltigkeit von KI zu garantieren, werden Unternehmen ethische Richtlinien bei der Erstellung von KI-Modellen berücksichtigen müssen. Lösungen dafür gibt es bereits jetzt. Um für eine bessere Compliance zu sorgen, bietet Mphasis beispielsweise Frameworks für ML-Algorithmen-Audits sowie für verantwortliche und transparente KIs an. Wenn KI schließlich zum Gelingen von gesamtgesellschaftlichen Aufgaben wie die Energiewende eingesetzt wird, erhöht sich die Akzeptanz weiterhin.

Quantentechnologie mit Potenzial

Auch die Quantentechnologie wird 2023 weitere Durchbrüche in den Bereichen Hardware, Systemsoftware und branchenspezifische Anwendungen erzielen. Zumal sich für das nächste Jahr bedeutende Investitionen des privaten Sektors durch Risikokapital und andere Kanäle vorhersagen lassen – etwa 300 bis 600 Mio. Dollar sind alleine in Quantencomputing-Startups im Jahr 2022 geflossen. Dieser Investment-Drang wird so schnell nicht aufhören und dazu führen, dass sich die zugrundeliegende Hardwaretechnologie und Systemsoftware noch schneller entwickelt. Vor allem wird das Anwendungssoftware-Ökosystem in den Branchen Chemie, Pharma, Finanzen und Automobil am schnellsten wachsen. Die Akzeptanz in der Industrie befindet sich noch im Anfangsstadium, nimmt aber in Bereichen wie Quantum Banking (JPMC, HSBC, Citi, Mastercard), Medikamentenentwicklung und chemische Forschung (Pfizer, Biogen) rasch zu.

In den Startlöchern: das Metaverse

Das Metaverse wird es Unternehmen erlauben, ein intensiveres und kollaboratives Erlebnis zu bieten. Metaverse befindet sich zwar noch in der Anfangsphase, die Einführung wird jedoch schrittweise erfolgen. Unternehmen beginnen bereits jetzt mit Anwendungsfällen für Mitarbeiter, Kunden und Partner zu experimentieren.

Wachsende Relevanz von IT-Abteilungen

CIOs und ihre Teams stehen an zwei Fronten mehr denn je unter Druck. Zum einen sehen sie sich der Herausforderung gegenüber, die Umsetzung von Ideen in die tatsächliche Produktion zu beschleunigen, zum anderen müssen sie noch schneller auf Störungen im Betrieb agieren, damit ihre Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Um diese Fähigkeiten auszubilden, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und gestiegene Kosten nicht ausufern zu lassen, werden Unternehmen sehr viel mehr in ihre IT-Abteilungen investieren müssen.

Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sind kritisch, um loyale Kunden zu gewinnen. Kunden nennen immer wieder die Reaktionszeit als eines der vier wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für die Kundentreue. Dies gilt besonders für die jüngeren Generationen. Erfolgreiche Unternehmen müssen sich so organisieren, dass sie kürzere Latenzzeiten bei der Entscheidungsfindung erreichen. Einige der Initiativen zur Erreichung dieses Ziels umfassen die Einführung von SRE (Site Reliability Egineering) und die Organisation von Software-Engineering-Teams und Plattform-Teams, um Kompatibilität und Agilität zu ermöglichen.

Unternehmen wagen Sprung in neue Technik-Ära

2023 wird das Jahr, in dem Technologien, die sich für lange Zeit im Status des belächelten Einsteigermodells befanden, endlich ihren Durchbruch in der Geschäftspraxis finden werden. Unternehmen und Nutzer erkennen zunehmend den Wert innovativer Technologien und wagen den Sprung in eine neue Ära. Ausschlaggebend für diese Entwicklungen sind die veränderten Anforderungen der jüngeren Generationen, der Fachkräftemangel in nahezu jeder Branche, starke Veränderungen in den Märkten in den letzten Jahren sowie der immerwährende Druck Kosten zu senken.«

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Veeam: Die Top 10 IT-Prioritäten für 2023

Für Joe Baguley, CTO VMware EMEA, geht das Jahr 2022 als eines der bewegendsten der letzten Zeit in die Geschichte eingehen. Es habe zahlreiche Fragen aufgeworfen, die das Verhältnis der Gesellschaft zu Wirtschaft und Politik umgewälzt haben. Die Technologie bildet bei dieser Umwälzung keine Ausnahme und steht selbst vor großen Herausforderungen – von Sicherheitsproblemen über Rechenschaftspflichten bis hin zu wachsenden Nachhaltigkeits- und Regulierungsanforderungen.

Baguley hat für 2023 die wichtigsten Trends zusammengestellt:

»1. Selbst durch Zufall werden die Menschen nachhaltiger: Der Druck, die ökologische Nachhaltigkeit einer Organisation zu verbessern, nimmt weiter zu. Angesichts des akuten Anstiegs der Energiekosten sind alle – Verbraucher und Unternehmen – bestrebt, die Kosten zu senken. Was bei manchem Verbraucher die Wärmflasche ist, sind bei Unternehmen Fragen wie der Betrieb von Rechenzentren mit erneuerbaren Energien. Mit der bevorstehenden EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) fangen Entscheidungsträger an, der Senkung des Gesamtenergieverbrauchs Priorität einzuräumen und Instrumente zu nutzen, die Genauigkeit und Verantwortlichkeit bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen gewährleisten.

2. Unternehmen werden durch die Art und Weise, wie sie arbeiten, definiert: Der Kampf zwischen den Befürwortern der Büropräsenz und denen des flexiblen Arbeitens geht weiter. Unabhängig von unserer persönlichen Präferenz wird der Versuch, die Mitarbeiter, in die eine oder andere Richtung dirigieren zu wollen, die IT-Strategie eines Unternehmens und damit seine Zukunft bestimmen. Unternehmensverantwortliche müssen sich über die nächsten Schritte einig sein, denn der Ruf des Unternehmens hängt davon ab.

3. Cloud-first war gestern, Cloud-smart ist das Los der Stunde. Laut dem VMware Multi-Cloud Maturity Index ist die Cloud für viele chaotisch und komplex geworden, was deren Entwicklung ausbremst. Die erfolgreichsten Unternehmen werden ihre Strategie nicht auf der Cloud aufbauen, sondern auf der Entwicklung leistungsstarker verteilter Anwendungen (auch für den Edge-Bereich), da diese die Differenzierung auf dem Markt vorantreiben werden. Es liegt dann an ihren IT-Infrastruktur- und Architekturteams, festzulegen, welcher Multi-Cloud-Ansatz ihnen die Fähigkeiten bietet, die sie für die Entwicklung und Aufrechterhaltung dieser Anwendungen sowie für die Kunden- und Mitarbeitererfahrung benötigen.

4. Auf der Suche nach der ultimativen Metaverse-App: Das Metaverse oder eine Version davon steht seit zehn Jahren auf jedermanns Trendliste, da große Marken versprechen, ein weltveränderndes Virtual-Reality-Erlebnis zu bieten. Leider ist es immer noch nicht zustande gekommen und die Menschen verlieren das Vertrauen. Das Potenzial zur Revolution wäre vorhanden, aber wir müssen noch den entscheidenden Anwendungsfall finden, der die Menschen wirklich fesselt und verändert.

5. Das Ende des Super-App-Traums: Statt der Entwicklung hin zu einer Super-App findet eine stärkere Fragmentierung des Marktes statt. Ähnlich wie der Aufstieg und Fall so mancher sozialer Netzwerke, warteten viele User auf den Aufstieg der Super-App. Aber Europa ist nicht China, und daher ist es unwahrscheinlich, dass sich eine europäische Version von WeChat durchsetzen wird. Super-Apps werden sich hierzulande nicht durchsetzen; die Menschen wollen Apps, die bestimmte Aufgaben erfüllen und diese gut erledigen. Wenn überhaupt, werden wir 2023 wahrscheinlich eine noch größere Fragmentierung erleben.

6. Verwendung von Standard-Hardware zur Überwindung von Lieferkettenproblemen: In einer Welt, in der sich die Dinge von Stunde zu Stunde ändern, ist es keine Option, mehr als sechs Monate auf Spezialgeräte zu warten. Einige Unternehmen haben bereits damit begonnen, dieses Problem zu umgehen, indem sie Standard-Hardware kaufen, die leichter verfügbar ist, und dann in Spezialsoftware investieren, um die benötigten Funktionen schnell und effizient bereitzustellen. Dieser Fokus auf Software-defined und Enabled wird sich fortsetzen.

7. Unschärfere Grenzen zwischen Telekommunikations- und Cloud-Anbietern: Telekommunikationsunternehmen bauen bereits seit Jahren Clouds auf, aber mit dem zunehmenden Trend zu verteilten Anwendungen, Wahlmöglichkeiten und einer hochflexiblen Umgebung werden immer mehr Cloud-Unternehmen in die Bereiche Netzwerke, Infrastruktur und Kunden-Site-Management einsteigen. Die ohnehin schon unscharfen Grenzen zwischen den beiden Bereichen werden sich noch weiter verwischen.  

8. KI wird für eine bessere Entscheidungsfindung genutzt werden: Der Einsatz von KI zur Unterstützung einer fundierteren Entscheidungsfindung wird zweifelsohne weiter zunehmen. Doch mit zunehmender Regulierung und Governance und einem besseren Verständnis der KI-Voreingenommenheit wird ihr Einsatz mit Vorsicht zu genießen sein, wenn es darum geht, wann und für welche Entscheidungen sie eingesetzt wird und – auf welchen Datensätzen diese Entscheidungen beruhen. Mit der Veröffentlichung von spannenden Tools wie ChatGPT gelangt KI auch immer mehr in die Hände von Menschen, die keine Techniker sind.

9. Ausbau der Interaktion zwischen Mensch und Maschine: Roboter verlassen die Fabriken, um mit Menschen zu interagieren – mit gemischten Ergebnissen und viel Kritik. Im Jahr 2023 wird Bilanz gezogen aus den riesigen Datenmengen, die aus den Interaktionen zwischen Mensch und Maschine gesammelt wurden. Von einer vollständigen Integration von Robotern und Menschen sind wir noch weit entfernt, aber der Fortschritt geht voran.

10. Konzentration auf übertragbare technische Fähigkeiten: Anstatt sich auf plattform- oder technologiespezifische Fertigkeiten und Fähigkeiten zu konzentrieren, muss der Schwerpunkt stärker auf Fähigkeiten gelegt werden, die grundsätzlich zwischen bestehenden und neuen Technologien übertragbar sind und auf den jahrelangen Erfahrungen aufbauen, die wir bereits gesammelt haben.«

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Western Digital: Die 5 Technologietrends 2023

Für Manfred Berger, Senior Manager, Business Development bei Western Digital stellen im Zettabyte-Zeitalter die Verarbeitung und Speicherung der Datenflut sowie der steigende Energiebedarf Unternehmen vor große Herausforderungen: »Und dies sowohl in technologischer als auch in ökologischer Hinsicht:

Trend 1: Nachhaltigkeit als Innovationsmotor

Die Datenmenge und der Einsatz moderner Technologien wie KI (künstliche Intelligenz) nehmen kontinuierlich zu. Damit steigt auch der Stromverbrauch in Rechenzentren. Der deutsche Branchenverband Bitkom rechnet in einer aktuellen Studie mit einem jährlichen Energiebedarfszuwachs von etwa 3,5 bis 5 Prozent bis 2030. Für die Western Digital Corporation sind Nachhaltigkeit und Technologie untrennbar miteinander verbunden und werden zu entscheidenden Innovationsfaktoren. Speicherlösungen sind ein wesentlicher Energieaspekt im Rechenzentrum. Gefragt sind daher moderne Technologien, die kosten- und energieeffizient zugleich sind. Helium-Festplatten sind ein Beispiel dafür.

Das Edelgas Helium ist anstelle von Luft im Festplattengehäuse hermetisch eingeschlossen und hat nur ein Siebtel der Dichte von Luft. Dadurch werden Strömungseffekte, die beim Drehen der Scheiben in der Festplatte auftreten, sowie der Energiebedarf reduziert. Im Gehäuse können dünnere und damit mehr Platten untergebracht werden, so dass bei gleichem Formfaktor der HDD höhere Kapazitäten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind Helium-HDDs im Vergleich zu luftgefüllten HDDs kühler im Betrieb und benötigen dementsprechend weniger Kühlung im Rechenzentrum. Dies reduziert die Energiekosten für Kühlung sowie Betrieb und wirkt sich positiv auf die Zuverlässigkeit der Laufwerke aus.

Trend 2: Das Metaverse und der digitale Zwilling

Das Metaversum (Metaverse) wird es ermöglichen, die Kluft zwischen der realen und der virtuellen Welt zu überbrücken. Damit trifft das Metaversum im kommenden Jahr auf eine andere Schlüsseltechnologie: den digitalen Zwilling. Damit lassen sich umfassende digitale Modelle von allem erstellen, was physisch oder logisch ist – angefangen bei einfachen Ressourcen und Produkten bis hin zu komplexen Umgebungen, wie Stromnetze, Lager oder Fabriken.

Dank der Daten aus IoT-Sensoren wird es möglich sein, immer realistischere digitale Zwillinge – beispielsweise von einer Fabrik – zu erstellen. Unternehmen können dann mithilfe von Metaverse-Technologien wie Virtual-Reality-Headsets (VR) in diese Umgebung eintauchen. Dies führt zu einem besseren Verständnis und einer tieferen Kenntnis der tatsächlichen Fertigungsprozesse, ohne dass man direkt auf diese zugreifen muss. Auf diese Weise kann beispielsweise die Produktentwicklung oder das Design verbessert werden.

Trend 3: Langzeitarchivierung von Daten

Mit dem stetigen Datenwachstum gewinnt Cold-Storage an Bedeutung. Dabei handelt es sich um die langfristige Archivierung von Daten, die nicht sofort aktiv genutzt und nur bei Bedarf abgerufen werden. Dazu zählen zum Beispiel unstrukturierte Informationen wie Aufnahmen von Videoüberwachung, Sensordaten oder Bilder, die ein großes Potenzial für zukünftige KI- oder Analyse-Anwendungen bieten. Cold-Storage ist ein kostengünstige und gleichzeitig zunehmend verbreitete Methode zur Datenspeicherung. Bis 2025 könnten rund 80 Prozent aller digitalen Daten in Archiven lagern.

Trend 4: DANN-Storage

Für die Archivierung über einen langen Zeitraum von 100 Jahren oder mehr sind neue Lösungen und Innovationen gefragt. Als besonders vielversprechend erweist sich dabei DANN-Storage, die Speicherung digitaler Daten auf Basis der Molekülstruktur von DNA. Was nach Science-Fiction klingt, ist bereits heute umsetzbar und könnte die Zukunft der Datenspeicherung maßgeblich beeinflussen. DNA-Moleküle als Träger von Speicherdaten bringen einige Vorteile mit sich, unter anderem eine sehr hohe Speicherdichte und geringe Wartungskosten. Derzeit steckt die Technologie noch in der Entwicklungsphase. Doch große Fortschritte der vergangenen Jahre in der Gentechnik und der Sequenzierung sowie sinkende Kosten für die DNA-Synthese könnten DNA Storage schon bald den Weg in den Markt ebnen.

Trend 5: Intelligente Speicherstrategie

Hinzu kommt, dass sich Technologien wie IoT, 5G und KI am Markt etablieren und Daten nicht nur im Rechenzentrum, sondern auch am Netzwerkrand oder auf den Endgeräten selbst erzeugen. Zum Beispiel für die Videoüberwachung in Smart-Cities, im Einzelhandel oder zur Verbrechensbekämpfung. Durch die unterschiedlichen Anwendungsbereiche sind auch die Anforderungen an die Speicherlösungen sehr unterschiedlich. Auch die Formfaktoren unterscheiden sich erheblich, je nachdem, ob es sich z.B. um eine Überwachungskamera, eine Drohne oder einen Fabrikroboter handelt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen wird es daher sein, intelligentere Speicherstrategien zu entwickeln und damit ihre Datenspeicherarchitektur auf die zukünftigen Bedürfnisse auszurichten.

Dateninfrastruktur die Basis für das datengesteuerte Unternehmen

Unabhängig davon, wie schnell diese Trends im nächsten Jahr voranschreiten, ist die zukunftssichere Dateninfrastruktur der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem datengesteuerten Unternehmen, das das volle Potenzial von Daten ausschöpft. Mit Blick auf das Jahr 2023 müssen Unternehmen Daten in den Mittelpunkt ihrer strategischen Vision und ihrer Geschäftsaktivitäten stellen, unabhängig davon, wo sie sich befinden.«

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Arcserve: 5 Entwicklungen in der Datensicherheit 2023

Florian Malecki, Arcserve
Florian Malecki, Arcserve

Auch Arcserve sieht Daten als das neue Öl, der neue Sauerstoff oder das Lebenselixier eines Unternehmens. »Welche Metapher auch immer am besten zutrifft, ohne Zugriff auf wichtige Daten und Systeme ist ein Unternehmen gelähmt, während die Konkurrenten vorbeiziehen«, erklärt Florian Malecki, Executive Vice President of Marketing bei Arcserve. »Daher sollten sie über die neuesten Bedrohungen für ihre Daten sowie über die Tools, die sie zu deren Schutz einsetzen, stets auf dem Laufenden bleiben.

Im Folgenden beschreiben wir  fünf Entwicklungen, die Auswirkungen darauf haben, wie Unternehmen ihre Daten im Jahr 2023 und danach sichern und verwalten:

1. Die Hypothese eines massiven SaaS-Ausfalls als Weckruf

Im Moment noch hypothetisch, aber bereits 2023 könnte es zu einem ersten großen Ausfall von Software-as-a-Service kommen. In diesem Fall wird sich sehr schnell zeigen, dass Datensicherung und -wiederherstellung oberste Priorität haben. Unternehmen auf der ganzen Welt nutzen in zunehmendem Maße Software als Dienstleistung, anstatt ihre eigene lokal installierte IT-Infrastruktur zu betreiben. Hierzu ein fiktives Beispiel: Hätte ein Dienst, beispielsweise Microsoft 365, einen größeren Ausfall, was dann? Nun, viele große SaaS-Anbieter garantieren zwar für die Zuverlässigkeit ihrer Dienstleistung, aber nicht für die Sicherheit der Daten. Dafür sind die Unternehmen, sprich die Nutzer, zuständig. Und darum benötigen sie Software von Drittanbietern, um einen Ausfall zu überstehen und um die Daten langfristig zu schützen.

Außerdem sollten Unternehmen auf die 3-2-1-1-Strategie zur Sicherung ihrer Daten setzen. Diese Strategie sieht vor, dass drei Sicherungskopien der Daten auf zwei verschiedenen Medientypen (z.B. Festplatte oder Tape) erstellt werden, wobei eine dieser Kopien für die Wiederherstellung im Katastrophenfall an einem anderen Ort aufbewahrt wird. Und der letzte Aspekt ist Immutable-Object-Storage. Dabei handelt es sich um ein Datensicherheitstool der nächsten Generation, das die Daten kontinuierlich schützt, indem es alle 90 Sekunden einen unveränderlichen Snapshot erstellt. Damit ist garantiert, dass Unternehmen ihre Daten auch bei einem größeren SaaS-Ausfall schnell wiederherstellen können.

2. Kosteneinsparungen werden mehr schaden als nützen

Angesichts steigender Energiepreise und einer extremen Inflation werden die Unternehmen 2023 Kostenoptimierungen vornehmen. Eines sollte dabei auf keinen Fall passieren: Abstriche beim Datenschutz. Auch wenn Unternehmen ihre Betriebsausgaben überprüfen, um einen Teil der Inflation auszugleichen, müssen sie weiterhin in den Schutz, die Speicherung und die Sicherung ihrer Daten investieren.

Der Datenschutz mag als Bereich erscheinen, bei dem man leicht etwas Geld einsparen kann. Aber jede Beschneidung der Datensicherheit wird höhere Kosten nach sich ziehen. Dem jüngsten IBM Cost of a Data Breach 2022 Report zufolge liegen weltweit die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung bei 4,35 Millionen US-Dollar. 2023 wird es noch mehr darauf ankommen, die Bedeutung der Daten zu erkennen und dafür zu sorgen, dass etwaige Budgetkürzungen möglichst geringe Auswirkungen auf die Geschäftsabläufe und die Sicherstellung des Betriebs haben.

3. Die Unternehmen werden ihre Sicherheits-Budgets klug einsetzen müssen

Es ist anzunehmen, dass dennoch viele Unternehmen auch bei den Sicherheitsvorkehrungen Einsparungen vornehmen. Diejenigen, die dies tun, sollten sich darüber im Klaren sein, dass Cyberkriminelle genau dann zuschlagen. Cyberdiebe sind immer auf der Suche nach Schwachstellen, die sie ausnutzen können. Daher sollten Unternehmen bei Sparmaßnahmen mit Bedacht vorgehen und prüfen, wie sie ihr Budget für die Datensicherheit einsetzen.

Die meisten Unternehmen investieren heute in grundlegende Sicherheitstechnologien wie Firewalls, Virenschutz und Lösungen zur Erkennung von Eindringlingen. Aber Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass Cyberkriminelle unweigerlich mindestens einmal diese Sicherheitsvorkehrungen überwinden werden. Sie sollten einen Plan für diese Möglichkeit haben und Ihr Sicherheitsbudget entsprechend einsetzen. Für jeden Euro, den Sie für Firewalls oder Virenschutzlösungen ausgeben, sollten sie einen weiteren Euro für Lösungen investieren, mit denen Sie ihre Daten sichern und nach einem Cyberangriff wiederherstellen können.

4. Unternehmen benötigen Lösungen für den Schutz von Daten, die durch Remote-Arbeit gefährdet sind

Während der Pandemie haben die meisten Unternehmen Modelle für Remote-Arbeit und hybrides Arbeiten eingeführt. Viele werden diese Modelle auch 2023 fortführen, weil sie wissen, dass sie dadurch finanzielle Vorteile haben und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Mitarbeiter zufriedener, engagierter und produktiver sind. Viele Menschen arbeiten aus unterschiedlichsten Gründen lieber von zu Hause aus, anstatt ins Büro zu pendeln. In Folge können Unternehmen beispielsweise ihre Energiekosten senken, wenn weniger Mitarbeitende im Büro sind oder sie können sogar ihre Büroflächen reduzieren.

Doch sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihre Daten mit zunehmender Remote-Arbeit noch stärker fragmentiert beziehungsweise verteilt sind und damit Ihre Schwachstellen zunehmen. Da sich hybride Arbeitsformen durchgesetzt haben, müssen Unternehmen 2023 einfache, kostengünstige Lösungen finden, mit denen sie ihre Daten auch in Homeoffice-Umgebungen effektiv sichern und schützen können, ohne zusätzliche Ressourcen oder Kapital einzusetzen.

5. Unternehmen, die Cloud-Dienste zur Datensicherung und -wiederherstellung nutzen, werden sich nach Hosting-Partnern umsehen, die präzise über Scope-3-Emissionen berichten

In vielen Ländern wird von großen Unternehmen verlangt, ihre CO2-Emissionen offenzulegen und ihren Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels zu leisten. Das Problem ist, dass es keine globalen Normen für diese Offenlegung gibt. Die Unternehmen messen ihre Emissionen auf unterschiedliche Weise, weshalb es schwierig ist, die Leistungen in diesem Bereich zu vergleichen. Außerdem berichten die meisten Unternehmen nur über die Emissionen, die sie selbst verursachen, wie die Emissionen, die beim Heizen von Büros entstehen. Diese werden als Scope-1- und Scope-2-Emissionen bezeichnet und machen nur einen Bruchteil der Gesamtemissionen aus.

Die meisten Emissionen sind Scope 3 zuzurechnen. Das heißt, sie entstehen – heute und in Zukunft – durch die Aktivitäten aller Akteure in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Scope-3-Emissionen haben einen enormen Umfang und werden größtenteils nicht erfasst. Dank dieses `blinden Flecks´ können die Unternehmen leicht behaupten, dass sie bis 2050 ein Netto-Null-Unternehmen sein werden, weil sie nicht sämtliche CO2-Emissionen der gesamten Wertschöpfungskette angeben müssen.

2023 werden beispielsweise Cloud-Unternehmen ihre Scope-3-Emissionen genau erfassen müssen, oder sie setzen sich dem Verdacht des Greenwashing aus. Und Unternehmen, die Cloud-Dienste zur Datensicherung und -wiederherstellung in Anspruch nehmen, werden sich nach Partnern umsehen, die ihre Scope-3-Emissionen genau angeben, um als verantwortungsvolle Unternehmen zu handeln.

Datenschutz benötigt innovativen Tools und Strategien

In der heutigen, zunehmend schnelleren und unberechenbaren Welt sind geschäftliche Herausforderungen aller Art immer schwieriger zu erkennen und zu lösen. Der Datenschutz ist eine davon. Unternehmen, die sich diesen Herausforderungen in 2023 stellen und diese lösen, werden innovativen Tools und Strategien einsetzen, um ihre Daten und damit ihr Business zu sichern.«

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SEP: Backup-Trends 2023

Georg Moosreiner, SEP
Georg Moosreiner, SEP

Wie schon im Vorjahr war auch 2022, laut Georg Moosreiner, Vorstand und Mitgründer von SEP, geprägt von Ransomware-Attacken auf Unternehmen und Organisationen: »Diese Bedrohung bleibt bestehen und wird im kommenden Jahr  zunehmen. Daher ist es wichtig, dass die gesicherten Daten unveränderlich abgelegt werden. Immutable Storage wird daher immer relevanter, sowohl Hardware-basiert als WORM-Speicher, als auch als Software-basierte Lösung. Darüber hinaus werden künftig zusätzliche Maßnahmen zur Überprüfung auf Schadsoftware direkt in der Backup-Lösung ihren Einzug halten, um potenzielle Angriffe noch zuverlässiger zu erkennen und zu vermeiden.

Die Cloud als Ziel für verteilte Datenablagen nimmt im kommenden Jahr ebenfalls zu. Insbesondere Object-Storages sind hierbei als klarer Trend zu sehen, da diese skalierbar und für große Datensicherungen ideal geeignet sind. Darüber hinaus nehmen die Daten, die in Cloud-Applikationen wie Microsoft 365 oder Google Workspace generiert werden, immer mehr zu. Diese aus den Applikationen zuverlässig in eine selbst kontrollierte Backup-Lösung zu sichern, wird ebenfalls immer wichtiger.

Weiterhin stark wachsende Datenmengen erfordern intelligente Lösungen. Dazu zählt das Deduplizieren von Daten und die Performance, mit der das möglich ist. Einsparungen von bis zu 90 Prozent reduzieren den Speicherplatz und die Bandbreitennutzung. Dies spart Datenspeicher, Energie und Geld – zusätzlich zahlt es aber auch in die Nachhaltigkeit der IT-Strategie von Unternehmen ein. Der weitere Trend ist Backup-as-a-Service (BaaS) und die stark zunehmenden Managed Service Provider (MSP), die diese Dienste anbieten. Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit einen großen Teil der Verwaltung und der Infrastruktur individuell zu mieten und spezifisch an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Die Daten unserer Kunden dürfen nicht verloren gehen. Das war und ist unser Anspruch, seitdem wir 1992 unsere Datenschutzlösungen `Made in Germany´ anbieten. Gerade die Daten sind es, die Unternehmen und Organisationen für den erfolgreichen Geschäftsbetrieb sicher zugreifbar haben müssen.«

Die Backup-Trends 2023 laut SEP:

  1. Sicherheit der Backup-Daten weiterhin an erster Stelle
  2. Cloud als Backup-Ziel für Block-, Datei- und S3-kompatible Objektspeicherung immer wichtiger
  3. Sicherung von Daten aus Cloud-Applikationen nimmt an Relevanz zu
  4. Performance von Datensicherungen bei stetig steigenden Datenmengen muss stimmen
  5. Backup-as-a-Service (BaaS) gewinnt immer mehr an Bedeutung

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DXC: 5-Top-Trends für Cyber-Security 2023

Mark Hughes, President of Security bei DXC Technology, über fünf Trends, die in den kommenden fünf Jahren die digitale Sicherheitslandschaft und damit das tägliche Leben und die Geschäftswelt verändern werden:

»1. Das Cyber-Security-Wettrüsten wird Fahrt aufnehmen

Sowohl Cyber-Kriminelle als auch Cyber-Security-Experten werden künstliche Intelligenz (KI) in einem immer komplexeren Wettstreit einsetzen. Im Rahmen der Cyber-Abwehr wurde KI bisher vor allem zur Erkennung verdächtiger Verhaltensmuster eingesetzt. Aufgrund des Umfangs verdächtiger Hinweise und der Anzahl von Fehlalarmen sind die Cyber-Security-Spezialisten jedoch häufig überlastet. Die gute Nachricht: Künftig werden KI-basierte Sicherheitskontrollen und Reaktionsmechanismen automatisiert arbeiten und damit schneller und präziser auf Cyber-Angriffe reagieren. Das reduziert Ausfallzeiten und hilft dabei, persönliche und geschäftskritische Daten zu schützen.

Künstliche Intelligenz kann zwar Bedrohungen automatisiert erkennen und beseitigen, die zugrunde liegenden Prozesse basieren jedoch auf Erfahrungen mit vergangenen Aktivitäten. Diese Erfahrungen regen Cyber-Kriminelle dazu an, sich neue Angriffsarten auszudenken. Es wird eine Herausforderung sein, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Das gilt vor allem, wenn Quanten-Computer ins Spiel kommen, mit denen die heutigen Abwehrmechanismen in Sekundenschnelle durchbrochen werden können.

2. Wir müssen umsichtig sein, mit wem wir Gauben, im Metaversum zu sprechen (und gleichzeitig unsere digitale Brieftasche fest im Griff behalten)

2023 wird ein wichtiges Jahr für das Metaversum werden. Meta, Microsoft, und Virbela setzen beispielsweise darauf, dass virtuelle Welten sich etablieren. Aktivitäten im Metaverse können jedoch Fragen zur Legitimität aufwerfen: Woher weiß man, dass die Person, mit der man zu sprechen glaubt, auch die ist, die sie vorgibt zu sein? Digitale Zertifikate, vielleicht auf Basis von Blockchain, könnten hier Abhilfe schaffen. Diese Zertifikate könnten auch verwendet werden, um virtuelle Transaktionen im Metaversum zu sichern. Sicher ist, dass mit der Ausdehnung des Metaversums auch die Risiken zunehmen werden.

3. Geopolitische Angriffe auf die Cyber-Sicherheit werden zunehmen, aber auch zu Innovationen in der Verteidigung führen

Der russische Angriff auf die Ukraine hat uns in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, dass die Kriegsführung heute hybrid ist und die Risiken geopolitisch motivierter Cyberangriffe real sind. Infolgedessen werden jetzt viele Cyber-Versicherungspolicen so aufgesetzt, dass sie Cyber-Kriegshandlungen ausschließen. Das stellt eine Herausforderung für die Minimierung von Cyber-Risiken dar.

Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen wird diese Bedrohung auch 2023 anhalten. Da im Jahr 2023 in mehr als 70 Ländern Parlamentswahlen anstehen – also Ereignisse, die häufig von staatlich gesponserten Akteuren angegriffen werden – wird dies ein schwieriges Jahr für die Cyber-Abwehr werden. Wir können jedoch von Fallbeispielen wie der erfolgreichen Verteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe lernen.

4. Cyber-Security-Angriffe werden sich gegen kritische nationale Infrastrukturen richten, die unser Zuhause versorgen

Wenn das Licht ausgeht oder das Gas abgestellt wird, denken die meisten Menschen wohl kaum, dass dies auf eine Verletzung der industriellen Cyber-Sicherheit zurückzuführen ist. Doch die sogenannte Operational Technology (OT) ist ein zunehmend größeres Schlachtfeld für Cyber-Angriffe auf Systeme, die Fabriken oder zivile Infrastrukturen wie Kraftwerke und Staudämme steuern.

Angesichts der geopolitischen Spannungen wird die Cyber-Bedrohungslage in Bezug auf OT im Jahr 2023 zunehmen. Dies setzt die Industrie unter Druck: Es gilt sicherzustellen, immer einen Schritt voraus zu sein, indem die Cyber-Security-Schutzmaßnahmen in die gesamten betrieblichen Abläufe integriert werden.

5. Die Karriere-Chancen im Bereich Cyber-Security werden zunehmen

Weltweit fehlen schätzungsweise 3,4 Millionen Fachkräfte im Cyber-Security-Bereich. Angesichts der wachsenden Bedrohungen durch fortschrittliche Technologien wird diese Zahl wahrscheinlich noch steigen.

Die Lücke bei den Cyber-Kompetenzen eröffnet Karrieremöglichkeiten für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Allein in Großbritannien gibt es derzeit mehr als 1.100 Cyber-Security-Stellen für Hochschulabsolventen, die auf dem GradCracker-Karriereportal aufgelistet sind. Aber nicht nur Hochschulabsolventen können davon profitieren. Viele Unternehmen bieten die Möglichkeit einer Umschulung im Bereich Cyber-Sicherheit.

Die Inklusion des Cyber-Security-Bereichs erstreckt sich auch auf die Neurodiversität. Das DXC-Dandelion-Programm hilft beispielsweise Menschen mit Autismus, ADHS, Legasthenie und anderen neurologischen Befunden, eine Karriere in der IT, einschließlich Cyber-Security, zu machen. Das Wachstum der Cyber-Bedrohung schafft Karrieremöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund.

Cyber-Bedrohungen werden im Jahr 2023 und darüber hinaus weiter an Tempo und Komplexität zunehmen – Gleichzeitig aber auch die Fähigkeiten stärken, die neuesten Technologien, Ansätze und Talente einzusetzen, um sie zu bekämpfen. Der Begriff des `Wettrüstens´ im Bereich der Cyber-Sicherheit ist eine passende Analogie – die richtige Seite muss gewinnen.

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Fico: Vier Trends, die 2023 die KI-Welt prägen werden

Scott Zoldi, KI-Experte und Chief Analytics Officer für den Analytics-Software-Anbieter FICO wagt einen Ausblick auf die Trends der KI-Welt 2023. Er beleuchtet in seinem Kommentar, mit welchen Themen sollten sich Entscheider und Anwender in den Bereichen »Funktionalität von KI«, »KI-Governance« und »KI-Software« auseinandersetzen sollten:

»Generative KI – also Künstliche Intelligenz, die aus vorhanden Inhalten neuen Content generiert – macht aktuell immer öfter Schlagzeilen. Dabei ist generative KI nichts Neues – bei FICO wird sie beispielsweise schon lange genutzt, um synthetische Daten zu erstellen, die dann für verschiedene Testszenarien genutzt werden. Und genau diese Fokussierung auf Praxisnähe wird dieses Jahr ein wichtiges Thema sein. Ein Beispiel dafür ist Open Banking (die Möglichkeit für Drittanbieter, Bankkunden über offene APIs Anwendungen und Dienste direkt anzubieten und zur Verfügung zu stellen), dass die Bonitätsprüfung revolutioniert. Allerdings fehlt es in der Anfangsphase dieses neuen Konzepts den Unternehmen an Kundendaten, die auf dieses Konzept abgestimmt sind. Generative KI kann hier ganz praktisch eingesetzt werden, um realistische Transaktionsdaten zur Modellentwicklung zu erzeugen, bis man genug echte Daten gesammelt hat. Das hilft auch Kreditanbietern bei der Implementierung der Buy Now Pay Later (BNPL) Methode, die immer beliebter wird. Denn unzureichende Analysen münden in hohe Ausfallquoten, die das Potenzial von Open Banking und die Reputation der Anbieter gefährden. Weitere Details zum Thema Kundenanalyse bzw. Practical KI finden Sie hier.

KI-Governance

Im Bereich der KI-Governance werden 2023 KI-Plattformen und Tools standardmäßig die Entwicklung und Anwendung verantwortungsvoller KI erleichtern. Diese Entwicklung wird auch den Kaggle-Ansatz – mit dem es gilt, um jeden Preis die höchste Vorhersagekraft aus einem Modell herauszuholen – verdrängen. Dafür rücken die Praktikabilität sowie eine höhere Sensibilität für praktische KI und den geschäftlichen Fokus in den Vordergrund. Modelle mit 95 % Vorhersagekraft sind in den meisten Fällen ausreichend – vor allem, wenn die Modellleistung in einen größeren Zusammenhang mit beispielsweise ethischen Gesichtspunkten gestellt wird.

Mehr Planung für bessere Modellanwendung

Noch bevor neue Modelle entwickelt werden, sollte festgelegt werden, was in einem Modell auf welche Art und Weise überwacht werden soll. Somit lassen sich Grenzen und Ziele eines Modells besser nachvollziehen. Dies verbessert den operativen Nutzen und ist deshalb ein wichtiges Thema für 2023. Aus der Annahme, dass ein Modell erst dann angemessen erstellt werden kann, wenn das gesamte Monitoring spezifiziert ist, ergeben sich viele zusätzliche Vorteile. So lassen sich in Echtzeit Verzerrungen erkennen, Ergebnisse interpretieren oder Modellprobleme melden. Zusätzlich werden die Modelle auch transparenter und besser erklärbar. Weitere Trends aus diesem Bereich finden Sie hier.

KI-Cloud-Services auf höchstem Niveau

Schon jetzt sind die Probleme bei der Einführung von KI-Software oder KI-Tools für manche Unternehmen zu komplex oder zu kostspielig. So ist nur ungefähr ein Viertel der Unternehmen mit KI-Systemen breit aufgestellt. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass 2023 einige wenige Anbieter von KI-Cloud-Services entstehen werden, die diese auch für große Unternehmen als Paket anbieten werden – ähnlich zu den `Big Three´ der Cloud-Computing-Services. Diese professionellen KI-Softwareangebote, die per API-leicht zugänglich sind, werden eine flächendeckende KI-Anwendung erleichtern, während gleichzeitig eine angemessene KI-Governance sichergestellt ist.«

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Toshiba: Die wichtigsten Trends im HDD-Markt für 2023

Rainer Kaese, Toshiba Electronics Europe
Rainer Kaese, Toshiba Electronics Europe

Für Rainer W. Kaese, Senior Manager, HDD Business Development bei Toshiba Electronics Europe, wird die Festplatte in absehbarer Zeit nicht vom Markt verschwinden, auch wenn dies einige Analysten vorausorakeln: »Ihre hohen Kapazitäten und niedrigen Kosten pro Kapazitätseinheit machen sie angesichts exponentiell wachsender Datenmengen zu einer attraktiven Lösung in vielen Einsatzbereichen. Dabei sorgt die stete technologische Weiterentwicklung dafür, dass HDDs wettbewerbsfähig bleiben. Beispielhaft sei hier die Füllung der Laufwerke mit Helium statt Luft genannt, die dünnere Magnetscheiben und damit mehr Disks im Gehäuse erlaubt, oder die Aufzeichnungstechnologie MAMR, die ein dichteres Schreiben von Daten ermöglicht. Darüber hinaus wird der Festplattenmarkt aber noch von anderen Entwicklungen beeinflusst. Die wichtigsten sind nach Einschätzung von Toshiba:

• Hoher Speicherbedarf im PC-Bereich

In den meisten Client-Systemen haben SSDs die Festplatte verdrängt, etwa als Boot-Laufwerk in Computern. Auch in portablen Rechnern und Smartphones sind Flash-Speicher im M.2-Formfaktor mit NVMe-Schnittstelle bestens etabliert. Allerdings sind SSDs für dieses Segment pro Kapazitätseinheit nach wie vor etwa viermal so teuer wie Festplatten – eine SSD mit 500 GByte kostet ungefähr so viel wie eine Festplatte mit 2 TByte. Aus diesem Grund werden preisgünstige PC-Systeme, die viel Speicherplatz bieten sollen, weiterhin mit Festplatten ausgestattet, und auch in PCs mit SSD steckt als zusätzlicher Speicher häufig noch eine HDD.

• Speichersysteme mit mehr und mehr HDDs

Die Bedeutung großer Online-Storages wächst seit Jahren, weil die moderne Gesellschaft auf eine immer größere Zahl von cloudbasierten Plattformen zugreift. Sei es für das Streaming von Filmen und Musik, Online-Shopping und Online-Gaming oder die Nutzung sozialer Netzwerke – oder im Rahmen von Remote Work, das mittlerweile in vielen Unternehmen möglich ist. All die Daten, die für diese Anwendungen benötigt werden, befinden sich in großen Rechenzentren, die hauptsächlich Festplatten als Speichermedien nutzen. Große Bedeutung kommt dabei Performance-Optimierungen zu, denn obwohl einzelne HDDs im Vergleich zu SSDs eher langsam sind, erreicht eine große Anzahl von Festplatten im Verbund relativ hohe Geschwindigkeiten. Während frühere Storage-Umgebungen meist aus Arrays bestanden, die bis zu 24 HDDs in einem Gehäuse unterbrachten, sind heute Konfigurationen mit 60 oder mehr Festplatten in einem Gerät nicht unüblich. Dadurch lassen sich viel größere Datenmengen verwalten. Die Herausforderung besteht in der Skalierung der Verarbeitungsgeschwindigkeit: Mit 24 HDDs, die Daten mit jeweils etwa 280 MByte/s liefern, kommen theoretisch 6,72 GByte/s zusammen. Für deren Übertragung zu Host-Systemen und ins Netzwerk reichen PCIe-3.0-Adapterkarten mit acht Lanes (x8) aus. Bei 60 HDDs können Daten mit 16,8 GByte/s bereitgestellt werden – vorausgesetzt, die Adapterkarte wird nicht zum Flaschenhals. Mit der Einführung von PCIe Gen4 lassen sich bereits knapp 16 GByte/s über die acht Lanes übertragen, für weitere Steigerungen sorgen die jetzt verfügbaren PCIe-4.0-Karten mit 16 Lanes (x16). Diese unterstützen rund 31 GByte/s, was mehr als genug ist – selbst für Konfigurationen mit 100 HDDs in einem Speichersystem.

• Ambitionierte Anforderungen an die Energieeffizienz

Aufgrund des hohen Stromverbrauchs von Rechenzentren wächst die Besorgnis über die Auswirkungen der Anlagen auf die Umwelt. Festplatten spielen eine wichtige Rolle dabei, den Betrieb von Rechenzentren nachhaltiger (und auch zuverlässiger) zu gestalten. Das Belegen umfangreiche Tests mit hochdichten JBOD-Systemen (Just a Bunch Of Disks) von OEM-Partnern, die Toshiba mit 18-TByte-Enterprise-HDDs durchgeführt hat. Der Festplatten-Einsatz lohnt sich zweifach für Rechenzentrumsbetreiber: Einerseits kann der Wunsch nach mehr Storage-Ressourcen erfüllt und zugleich können die Energieeffizienz-Level erreicht werden, die die ambitionierte Branche in ihren Roadmaps anpeilt. Ein weiteres Plus: Moderne Festplatten bieten Mechanismen für die Temperaturüberwachung. Damit lassen sich die Einsatzbedingungen besser kontrollieren, was zu einer längeren Lebensdauer der Laufwerke führt.

• Boomende Videoüberwachung

Im Bereich der Videoüberwachung kommen heute immer mehr Kameras mit immer höherer Auflösung zum Einsatz. Um die vielen hochauflösenden Videostreams aufzufangen, werden HDD-Lösungen der nächsten Generation benötigt. Für einen zuverlässigen Betrieb müssen sie robust sein, da die Systeme in der Regel rund um die Uhr laufen und teilweise in Bereichen mit rauen Umgebungsbedingungen stehen. Allerdings suchen Kunden nicht nur nach zuverlässigen Lösungen mit optimierter Performance, sondern auch nach niedrigen Gesamtbetriebskosten. Spezielle Surveillance-Festplatten, die mit Temperaturen zwischen 0 und 70 Grad Celsius zurechtkommen und bis zu 64 gleichzeitige HD-Streams aufnehmen, eignen sich hier am besten. Sie arbeiten mit 5.400 bis 5.700 Umdrehungen pro Minute, haben also nur einen reduzierten Energieverbrauch. Sind die Performance-Anforderungen höher, weil Videodaten beispielsweise mit KI ausgewertet werden sollen, erlauben Enterprise-Festplatten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute dank Helium-Füllung einen energieeffizienten Betrieb.

Die Menge der weltweit generierten Daten wächst seit Jahren exponentiell und übersteigt alles, was man sich in der Vergangenheit vorstellen konnte. Sich bei der Speicherung allein auf SSDs zu verlassen, ist gar nicht möglich. Erstens, weil nicht so viele SSDs produziert werden können, und zweitens, weil SSDs in vielen Anwendungsfällen, die große Storage-Kapazitäten erfordern, nicht wirtschaftlich genug sind. Daher führt auch in den nächsten Jahren kein Weg an der Festplatte vorbei. Toshiba wird weiter in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten investieren und zur Entwicklung innovativer Speicherlösungen eng mit Rechenzentrumsbetreibern, Systemintegratoren und OEMs zusammenarbeiten.«

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