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LinkedIn Freelancer

Bild: Rawpixel.com / Shutterstock.com

Jedes zweite von IT-Freelancern an Land gezogene Projekt wird von Neukunden ausgeschrieben, wie das „Corona“ Freelancer-Barometer zeigt.

Besonders in den aktuellen Zeiten ist es durchaus sinnvoll, sich nicht ausschließlich auf altbewährte Kanäle und Netzwerke zu verlassen, sondern alle zur Verfügung stehenden Akquisemöglichkeiten zu nutzen. Wie Freelancer den neuen Kanal LinkedIn für sich nutzen können, weiß Thomas Maas, CEO von freelancermap.

Säule 1: Das Profil als digitale Visitenkarte

Über das eigene Profil können Selbstständige potenziellen Auftraggebern nicht nur ihre Verfügbarkeit signalisieren, sondern auch ihre Kompetenzen, Erfahrungen und Qualifikationen für sich sprechen lassen. Ein freundliches, aber professionelles Profilbild ist dabei der erste Schritt. Um Recruiter auf sich aufmerksam zu machen, können freie ITler die Funktion „open to work“ für sich nutzen. Nachdem sie in einer entsprechenden Maske angegeben haben, für welche Jobs sie sich interessieren, können sie ihre Präferenzen entweder nur Headhuntern oder der ganzen LinkedIn-Welt anzeigen lassen. Ein kurzer, einprägsamer Profilslogan beantwortet in einem Satz, welche IT-Dienstleistung für wen und mit welchem Output angeboten wird.

Mehr ins Detail gehen sollten Selbstständige im Infobereich, in diesem Abschnitt sollten alle W-Fragen beantwortet werden. Sei es ein sicheres Cloud-System oder eine für das Home-Office optimierte Infrastruktur: Recruiter müssen auf den ersten Blick sehen können, welche Ziele sie durch die Zusammenarbeit mit dem Freelancer erreichen können. Um die Infobox nicht nur sprachlich ansprechend, sondern vor allem eingängig zu gestalten, können freie IT-Spezialisten sich Unterstützung durch Text-Experten holen. Aufgelistete vergangene Kunden und die damals erzielten Erfolge runden den Infobereich ab. Den Abschnitt zu ihrer Berufserfahrung sollten sie ebenfalls ausführlich befüllen: Vergangene Digital-Projekte, z.B. erstellte Landingpages oder Websites, über das Textfeld zu beschreiben und als Medienupload zu verlinken, ist hier ein gutes Vorgehen.

Säule 2: Strategisch netzwerken

Die Zahl der User auf LinkedIn klettert seit einem Jahr deutlich bergauf. Die Spreu von passenden Kontakten trennen Freelancer am besten über die Suchfunktion. Nach potenziellen Geschäftspartnern können sie entweder nach Schlagworten oder über branchenspezifische Hashtags wie z.B. #sap suchen. Einfach kommentarlos eine Anfrage zu senden, mag zwar zum Erfolg im Sinne einer Vernetzung führen, aber Freelancer lassen damit die Chance verstreichen, aus der Masse herauszustechen. Sie sollten stattdessen stets eine kurze, aber freundliche Nachricht senden, in der sie den Mehrwert der Vernetzung für beide Seiten betonen. Wenn sie mit der Arbeit des potenziellen neuen Kontaktes vertraut sind, können sie zudem betonen, welche derer Projekte sie besonders begeistert hat.

In themenspezifischen Gruppen, z.B. zu JavaScript, KI oder IT-Sicherheit, können sich Selbstständige aktiv am Diskurs beteiligen und ihr Fachwissen so Kollegen und potenziellen Geschäftspartnern demonstrieren. Auch direkt zur Projektakquise gibt es häufig Gruppen, in denen neue Unternehmen ihre Aufträge ausschreiben und Freelancer direkt mit ihnen in Kontakt treten können.

Der Profilabschnitt “Empfehlungen” ist eine weitere Möglichkeit, um das Vertrauen von Recruitern zu gewinnen. Indem Selbstständige ehemalige Geschäftspartner um eine Referenz bitten, lassen sie deren lobende Worte für sich selbst sprechen.

Säule 3: Expertise und Vertrauen aufbauen

Die wohl am häufigsten genutzte Beitragsform auf LinkedIn ist der Post. Ob ein kurzes How-To zu Scrum oder ein Erfahrungsbericht zu einem neuen Tool – in bis zu 1.300 Zeichen können Freelancer zu aktuellen Themen Stellung beziehen oder Tipps und Tricks teilen. Freie ITler sollten dabei unbedingt passende Hashtags nutzen, um dadurch auch in den Feeds der Zielgruppe sichtbar zu sein. Ob branchenspezifisch mit #itsecurity und #python oder allgemein durch #freelancer – der gewählte Hashtag muss stets zum Inhalt des Posts passen. Die Business-Plattform belohnt kontinuierliche Aktivität außerdem mit Sichtbarkeit. Um also möglichst viele Recruiter zu erreichen, sollten Selbstständige in regelmäßigen Abständen Beiträge rund um ihre Branche verfassen.

Besonders detailliert lässt sich die eigene Expertise in Form von Artikeln darlegen. Sie lassen mehr Raum, um in die Tiefe zu gehen und sind eine gute Möglichkeit erfolgreich abgeschlossene Cases vorzustellen. Ein besonders großer Vorteil von Artikeln ist ihre kontinuierliche Wiederverwendbarkeit. In kurzen Posts können Freelancer immer wieder auf das Dokument verweisen oder es in Kommentarspalten von Beiträgen Dritter per Link teilen. Einmal verfasst, kann ein Artikel langfristig immer wieder neu ausgespielt werden.

Fazit: Persönliche Beziehung statt Kaltakquise

Mit einem gut gepflegten Profil, aktivem Netzwerken und regelmäßigen Beiträgen schlagen Freelancer den Weg zur LinkedIn-Akquise ein. Ein zusätzlicher digitaler Kanal, um neue Geschäftspartner für sich zu gewinnen und vorhandene Business-Beziehungen zu pflegen, kann nicht nur in der gegenwärtigen Situation, sondern auch in der Zukunft zu einer wertvollen Säule werden – der anfängliche Mehraufwand wird sich mit Sicherheit auszahlen.

https://www.freelancermap.de/


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