Backup & Recovery für Mittelstand und Enterprise

Marktüberblick Backup-Software

Marktüberblick Backup-Software
Collage: speicherguide.de und die jeweiligen Hersteller

Rubrik Andes

Neben Cohesity ist Rubrik ein neuer »Stern« am Data-Protection-Himmel. Dynamisch wie die Datenwelt präsentiert sich das Unternehmen mit seinem übergreifenden Cloud-Data-Management-Angebot. On-Premises-, Edge- und Multi-Cloud-Workloads können mit Rubrik Andes gesichert werden, in der Cloud. Der Service beinhaltet Data-Protection, Ransomware-Recovery, Compliance nach individuellen Vorgaben und generell Datenmobilität durch die Sicherung in der Wolke mit einem gewissen Grad an Automation und API-Offenheit. Datenklassifizierung, Archivierung, Disaster-Recovery und Migration will der Dienst bieten. Dies soll Endgeräte ebenso beinhalten wie VMs und Datenbanken. Mit Polaris Sonar bzw. Polaris GPS bietet der Hersteller zudem eine Online-Plattform zur Datenklassifizierung.

Eigenen Angaben zufolge ermöglicht Rubrik Unternehmen ein leistungsstarkes, eng verzahntes Cloud-Data-Management, beispielsweise für Cloud als Archiv, DR in der Cloud, Test/Dev, Office 365. Die Lösung versteht sich als »Umbrella«-Management zwischen On-Premises- und Cloud-Workloads.

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Banal ist der Service nicht: Integriert ist eine selbstheilende Masterless-Architektur, eine nativ integrierte und Vmware-zertifizierte CDP-Funktion (Continuous-Data-Protection) als Option in SLA-Domains, mit der Firmen ihre Datenschutzrichtlinien definieren können. Smart-Data-Tiering-to-Azure, SaaS-basiertes Polaris GPS, verteilte Metadaten und Namespaces, richtliniengesteuerte Datenverwaltung, rollenbasierte Zugriffskontrolle, Nutzungs- und Compliance-Reports sowie die Integration mit Automatisierungs-Frameworks sollen zum Datensicherungsnutzen beitragen.

SEP Sesam Jaglion v5.0

Mit Jaglion hat SEP Sesam V2 im März ein neues Major-Release erhalten und ist mittlerweile in der Version 5 erhältlich. Der erweiterte Umfang betrifft die Unterstützung von Nutanix AHV, des 10. unterstützten Hypervisors, eine vergrößerte Supportmatrix der unterstützten Lösungen, sowie die Optimierung der Benutzerumgebung. Mit Jaglion hält auch ein neues Authentifizierungskonzept Einzug: Jetzt kann nur noch ein Benutzer mit Superuser-Rechten die Authentifizierung konfigurieren und Berechtigungen (ACLs) an angelegte Benutzer vergeben.

Mit SEP Sesam Jaglion V2 hat der Holzkirchen ansässige Hersteller SEP bereits ein Update nachgeschoben. Neben der Unterstützung für Objektspeicher lassen sich Daten unveränderlich abspeichern und vor Ransomware schützen. Die neue Si3-NG-Deduplizierung verkleinert und verschlüsselt die gespeicherten Daten.

SEP sesam Jaglion ist in verschiedene Lizenzmodellen verfügbar. Diese reichen von der einfachen Lizenzierung nach TByte-Datenvolumen, bis hin zur speziellen Lösung und Lizenzierung für MSPs. SEP sesam VM Essential beginnt beispielsweise bei 750 Euro netto (2 Sockel).

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SolarWinds Backup

Nach dem Motto Cloud First wurde SolarWinds Backup eigens für die Datensicherung in der Cloud entwickelt. Sie basiert im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen auf SaaS-Services, die keine lokale Speicherressourcen zur Datensicherung benötigen.

Statt auf Image-basierte Sicherung verarbeitet die Software Datenänderungen im lokalen Server und erzielt durch True-Delta-Deduplizierung, Datenkomprimierung und WAN-Optimierung nach eigenen Angaben etwa 50-Fach niedrigere Änderungsraten, die dadurch ohne lokale Speicher schneller in die Cloud verschoben werden. Dort können eigene Kapazitäten oder jene von Solarwinds genutzt werden.

Über ein zentrales Web-Dashboard werden virtuelle und physische Server, Workstations, Microsoft 365-Daten. Geschäftsdokumente gesichert. Die Wiederherstellung erfolgt auf Ordner- und Dateiebene. Auch komplette Systemwiederherstellungen mit Bare-Metal- oder Virtual-Disaster-Recovery sind möglich, wie auch automatische Recovery-Tests.

Laut Hersteller ist die Lösung extrem skalierbar, Hot-Spot sind aber eher mittelständische Unternehmen. So liegen auch die Kosten im »mittleren Bereich«, weitere Auskünfte erhalten wir auch auf Nachfrage nicht.

Unitrends Enterprise & Enterprise Plus

Unitrends ist hierzulande ein weniger sichtbarer Player, wird aber von den Analysten unter den Top 10 geführt. Das Backup-Portfolio für Rechenzentren besteht aus der Backup-Software, der MAX-Appliance für das Recovery in diversen Ausführungen sowie einem Backup-Dienst für Office 365. Die Kunden befinden sich in der Regel in KMU und im mittleren Marktsegment.

Anfang 2020 wurde Helix eingeführt, eine SaaS-basierte Verwaltungsplattform, die Software-Updates für Backup-Appliances zentral verwaltet und Backup-Fehler in Windows-Umgebungen überwacht.

Die Appliances der Recovery Series Gen 8, die Recovery-Series MAX und die virtuellen Unitrends-Appliances erfüllen gemeinsam eine breite Palette von Backup-Kapazitäten und Wiederherstellungs-Anforderungen für KMU- und mittelständische Unternehmen zu eher geringen Kosten.

Das Forever Cloud-Programm unterstützt die langfristige Aufbewahrung von Daten über sieben Jahre in der verwalteten Cloud-Infrastruktur des Unternehmens ohne Ausgangsgebühren und mit Optionen für die Durchführung regelmäßiger Wiederherstellungstests in der Cloud. Das Sichern von lokalem zu öffentlichem Cloud-Speicher wird für AWS, Google und Rackspace Technology unterstützt. Die Sicherungsinstanz von Unitrends lässt sich allerdings nicht in die von AWS und Azure bereitgestellten nativen Snapshot-Funktionen integrieren.

Unitrends Enterprise bzw. Enterprise Plus kosten 1.100 bzw. 1.700 US-Dollar pro Server. Die Recovery-Appliances ab 2.750 US-Dollar.

Veeam Availability Suite

Aus der Virtualisierungsszene kommend, gehört Veeam nach Umsatz mittlerweile zu den Top 5 der Data-Protection-Anbieter, so die Analysten. Für das Backup virtueller Vmware-Maschinen fast schon Standard, aber auch Hyper-V wird unterstützt. Dementsprechend verspricht die neue Veeam Availability Suite v11 unkomplizierte Administration von Cloud-nativen Sicherungen für AWS, Azure und Goole, Kubernetes-basiertes Backup, verbesserten Ransomware-Schutz und Contiuous-Data-Protection (CDP) beim Backup und Restore von VMs. Die dazugehörige Backup-Komponente heisst Veeam Backup und Restore v11.

Die Availability Suite unterstützt fast zwei Duzend Dateisysteme und ermöglicht die Wiederherstellung von virtuellen Festplatten aus VMs und einzelner Dateien, auch auf abweichenden Hosts. Die Software unterstützt die Wiederherstellung einzelner Objekte aus Microsoft Anwendungen wie SharePoint, SQL-Server, Exchange und Active-Directory mit dem Veeam Explorer. Über U-AIR und Veeam Explore für Oracle lassen sich einzelne Objekte aus Oracle-Datenbanken und beliebigen virtualisierten Anwendungen wiederherstellen. Dazu zählen unter anderem MySQL und PostgreSQL-Kompression und Deduplizierung. Auch die Migration von VMware VMs über Storage vMotion und VMware vMotion sind schnell und einfach von der Hand.

Potenzielle Kunden mit dem Bedarf an der Datensicherung von virtuellen und physischen Komponenten müssen sich über die Hardware-Unterstützung der Suite informieren. Die Einstiegslösung Veeam Backup Essentials schlägt ab etwa 9110 Euro zu Buche. Die Kauflizenz inklusive einem Jahr Support für Veeam Availability Suite Enterprise Plus (V11) ist für knapp 3.000 Euro erhältlich.

Veritas Backup Exec/Netbackup

Veritas ist der Dino in der Software-Data-Protection-Szene. Mit Backup Exec eher auf KMU abzielend, adressiert NetBackup größere Umgebungen im gehobenen Mittelstand und Enterprise-Bereich. Aus der langen Historie ergibt sich eine breite Unterstützung für Hard- und Software, und viele Add-Ons, die je nach Bedarf interessant sein können.

Netbackup ermöglicht über den NetBackup CloudCatalyst den Zugriff auf über 40 Cloud-Konnektoren. Aktiv unterstützt werden AWS Glacier und Deep Archive mit orchestriertem Disaster-Recovery sowie das Azure-Archiv. Für Vmware steht ein agentenloses File-Recovery zur Verfügung.

Die Wurzeln von Netbackup reichen bis in die frühen 1990er Jahre zurück. Daher darf das Produkt in der Version 9 in Sachen 3rd-Party-Support und Kompatibilität durchaus als ausgereifte Lösung bezeichnet werden. Auch Unix-Files versteht das System. Lizenzpreise beginnen ab etwa 400 Euro und sind in erster Linie Kapazitätsabhängig.

Michael Baumann, speicherguide.de

Michael Baumann

speicherguide.de -

Redaktion

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