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Im digitalen Zeitalter ist Hacking die wohl am weitesten verbreitete Form von Cyberkriminalität. Glücklicherweise ermöglichen verschiedene Technologien, wie Antivirenprogramme oder Firewalls, den Schutz von Smartphones, Tablets, Computern und Co. – allerdings bieten sie keinen Schutz für den Menschen.

Und das, obwohl das sogenannte „Human Hacking“ in Form von Social Engineering Angriffen immer weiter zunimmt. SpardaSurfSafe, eine Initiative der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg, hat sich angeschaut, wie genau Social Engineers bei ihren Angriffen vorgehen.

Unter Social Engineering versteht man eine Form des Betrugs mit dem Ziel, bei Personen bestimmte Handlungsweisen hervorzurufen. Durch zwischenmenschliche Beeinflussung und Manipulation bringen Betrüger ihre Opfer dazu, vertrauliche Informationen preiszugeben, Produkte zu kaufen oder Geld zu überweisen. Im Internet findet das Social Engineering seinen Ursprung meistens per E-Mail oder per Nachricht über einen Social-Media-Kanal. Betrüger schlüpfen dafür in die Rolle eines Bekannten, geben sich als ein Unternehmen aus, bei dem man z. B. ein Abo abgeschlossen hat, oder kontaktieren einen im Namen einer Behörde oder eines Vorgesetzten. So gewinnen sie schnell das Vertrauen ihrer Opfer und können sie gezielt ausnutzen, um unbemerkt an sensible Daten zu gelangen. Im IT-Bereich spricht man deshalb auch vom „Human Hacking“, da statt eines Computers die Psyche eines Menschen gehackt wird.

„Social Engineering tritt überall dort auf, wo Menschen einen Schlüssel für Geld oder Informationen darstellen“, erklärt Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e. V., einem Mitveranstalter von SpardaSurfSafe. Potenzielle Opfer sind folglich vor allem staatliche Einrichtungen, Behörden und Konzerne, aber auch Privatpersonen geraten oftmals ins Visier von Betrügern. „Ein Reinfall auf eine solche Masche darf allerdings nicht als Naivität verstanden werden, da Kriminelle gezielt die Berechenbarkeit des menschlichen Denkens und Verhaltens ausnutzen. Gegen solche Psycho-Taktiken kann man sich nur schwer schützen“, so der Experte.

Die Angreifer bedienen sich bei ihrem Vorgehen tief verwurzelter Mechanismen der menschlichen Psyche, wie beispielsweise Vertrauen und Gemeinsamkeiten. Vor der ersten Kontaktaufnahme werden Informationen zu den Opfern gesammelt, die wichtige Kontakte, Interessen oder die aktuelle Lebenssituation betreffen. Dann wird eine Mail im Namen eines Bekannten verschickt, in die Einzelheiten eingebaut werden, die theoretisch nur das Opfer und der Absender kennen. Die Betroffenen denken somit nicht weiter über eine mögliche Falle nach und geben unbemerkt Informationen preis. Ein weiterer wirkungsvoller Mechanismus ist vermeintliches Detailwissen. Opfer werden von Angreifern mit konkretem und meist persönlichem Detailwissen konfrontiert und erpresst. Es wird also mit Druck und Angst der Opfer gespielt. Durch künstlichen Zeitdruck und das Androhen von Konsequenzen beim Nichthandeln drängen die Angreifer zur schnellen Durchführung ihrer Forderungen. Zuletzt sind Neugier und Interesse Mechanismen, derer sich Betrüger gerne bedienen. Durch das Versprechen von Belohnungen oder persönlichen Vorteilen spielen sie mit der Gier der menschlichen Natur.

Mit anderen Worten: Social Engineers instrumentalisieren Menschen für ihre Zwecke.

Eine erschreckende Erkenntnis, die im digitalen Zeitalter jedoch keine Seltenheit mehr darstellt. Aufklärungskampagnen wie SpardaSurfSafe wollen deshalb vermitteln, wie man sich gegen Cyberkriminalität schützen kann. Im Rahmen von Social Engineering legt Sicherheitsexperte Schartner deshalb nahe: „Es ist immer ratsam, kritisch zu überdenken, mit wem ich private Inhalte teile.“ Dies gilt besonders für Social-Media-Plattformen und E-Mails. Grundsätzlich gilt: Wen ich nicht kenne, dem vertraue ich keine intimen Daten an. Deshalb ist es empfehlenswert, eine Datenweitergabe vorab persönlich oder telefonisch abzuklären. Auch bei Gewinnspielen und weitergeleiteten Links sollte man Vorsicht walten lassen und zuerst sicherstellen, dass es sich um seriöse Nachrichten handelt. Auf verdächtige SMS, E-Mails oder Anrufe sollte man gar nicht erst reagieren. Eine gesunde Portion Skepsis kann also dabei helfen, sich vor Social Engineering zu schützen.

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