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1,2 Millionen Dollar API-Kosten

OpenAI: KI-Pipeline erzeugt 948 Root-Exploits für Linux

In 30 Stunden reproduzierte ein noch unveröffentlichtes Cyber-Modell 1.724 Kernel-Lücken. Die Kosten lagen bei 1.279 Dollar pro Exploit.

OpenAI: KI-Pipeline erzeugt 948 Root-Exploits für Linux
Bildquelle: azrin_aziri/Shutterstock.com

OpenAI hat eine automatisierte Pipeline beschrieben, mit der ein noch unveröffentlichtes, auf Cybersicherheit ausgerichtetes KI-Modell Schwachstellen im Linux-Kernel findet, ausnutzt und Patches dafür vorschlägt. Bei einem Durchlauf Mitte Oktober 2026 analysierte das System 2.308 mögliche Fehler im Kernel. 1.724 davon konnte es innerhalb von 30 Stunden in einer abgeschotteten Testumgebung reproduzieren. Für 948 Lücken erzeugte es funktionierende Exploits zur lokalen Rechteausweitung (Local Privilege Escalation, LPE), über die ein Nutzer ohne besondere Rechte Root-Zugriff erhält. Für 291 weitere Lücken entstanden Proof-of-Concept-Exploits, die Informationen preisgeben.

1,2 Millionen Dollar an API-Kosten

Der gesamte Durchlauf kostete laut OpenAI 1.213.430 US-Dollar an API-Guthaben, umgerechnet 1.279 Dollar pro LPE-Exploit. Getestet wurde eine verbreitete Linux-Distribution, deren Namen OpenAI nicht nennt. Nach Angaben des Unternehmens entwickelten die KI-Agenten dabei mindestens zehn bislang unbekannte Ausnutzungstechniken, darunter neue Methoden, um Objekte gezielt im Kernel-Speicher zu platzieren, die Zuverlässigkeit von Exploits zu erhöhen und Rechte allein durch Manipulation von Daten auszuweiten. Bereits im Juni hatte OpenAI 24 LPE-Exploits veröffentlicht, die das Modell GPT-5.5-Cyber gefunden hatte.

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Fünf Stufen mit menschlicher Prüfung

Die Pipeline besteht aus fünf Stufen. Agenten suchen zunächst sicherheitsrelevante Teile des Codes, die für Nutzer mit geringen Rechten erreichbar sind, und sammeln mögliche Fehler. Anschließend versuchen sie, jeden Fund in einer Sandbox nachzustellen, prüfen, ob sich die Lücke ausnutzen lässt, und schreiben einen Exploit sowie einen Patch. Zuletzt prüfen menschliche Sicherheitsforscher Exploit, Patch und vorgeschlagenen Schweregrad, bevor die Lücke an die Maintainer gemeldet wird. Wie viele der Lücken bereits gemeldet oder behoben sind, geht aus den Berichten nicht hervor.

„Kurz- und mittelfristig sollte der Zugriff auf ein Konto mit niedrigen Rechten auf einem Betriebssystem, auf dem nicht die neuesten verfügbaren Patches eingespielt sind, für einen gut ausgestatteten Angreifer als funktional gleichwertig mit Root-Zugriff betrachtet werden.”
OpenAI

Die Geschwindigkeit, mit der Frontier-Modelle Lücken finden, müsse durch automatisch erzeugte Patches ausgeglichen werden.

Mehr Lücken, schnellere Patches nötig

Laut der Google Threat Intelligence Group hat sich die Zahl der monatlich veröffentlichten Schwachstellen von 5.045 im Januar 2026 auf 10.740 im August 2026 mehr als verdoppelt. Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) erklärte am 3. November, KI-Werkzeuge hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu deutlich mehr entdeckten Zero-Day-Lücken geführt. Unternehmen müssten ihre Prozesse für Patches und Tests an das neue Tempo anpassen. Auch Anthropic hatte im Oktober berichtet, dass ein internes Forschungsmodell Exploit-Ketten für Chrome, Safari, Windows und Linux erstellt hat.

(red)

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