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Offene Modelle nur Teillösung

Mistral-Chef Mensch: Europa muss eigene Frontier-KI bauen

In einem LinkedIn-Beitrag warnt Arthur Mensch vor wirtschaftlicher Abhängigkeit von den USA und China. Offene Modelle allein reichten nicht aus.

Mistral-Chef Mensch: Europa muss eigene Frontier-KI bauen
Bildquelle: Thrive Studios ID/Shutterstock.com

Arthur Mensch, CEO des französischen KI-Unternehmens Mistral, fordert Europa auf, eigene Frontier-KI-Modelle zu entwickeln. In einem LinkedIn-Beitrag bezeichnet er die in Europa verbreitete Idee, die Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle den USA und China zu überlassen, als grundlegenden Fehler. Europa drohe dadurch eine wirtschaftliche Abhängigkeit, wie es sie in der Geschichte noch nicht gegeben habe.

260 Milliarden Euro für US-Anbieter

Mensch vergleicht die Lage mit der Entwicklung des Internets. Europa habe damals Anwendungen entwickelt und die Plattformen anderen überlassen. Europäische Unternehmen zahlten heute jährlich mehr als 260 Milliarden Euro an US-amerikanische Cloud- und Softwareanbieter. Anders als das Internet, das auf offenen Protokollen ohne Eigentümer beruhe, hätten geschlossene KI-Modelle einen Eigentümer. Dieser lege Preise und erlaubte Nutzungen fest und könne Versionen zurückziehen. Wer darauf aufbaue, trage die Folgen ohne Mitspracherecht.

Als Beispiel nennt Mensch die Aussetzung des Zugangs zu Anthropics Modellen Fable 5 und Mythos 5. Anthropic hatte den Zugang am 12. Juni 2026 ausgesetzt, um Exportkontrollen des US-Handelsministeriums nachzukommen. Das Ministerium hob die Kontrollen am 30. Juni auf, seit dem 1. Juli sind die Modelle wieder verfügbar.

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Offene Modelle nur Teillösung

Offene Modelle, die sich herunterladen, selbst betreiben und prüfen lassen, sieht Mensch nur als teilweise Lösung. Ohne eigene Beteiligung an der Entwicklung könne Europa nicht mitbestimmen, was wann veröffentlicht wird. Frontier-KI sei zudem zu einer Sicherheitsfrage geworden, da sie eine zentrale Rolle bei der Cyberabwehr und beim Schutz kritischer Infrastrukturen spiele.

„Ein Staat muss die Systeme, die er nutzt, prüfen, an seine Bedürfnisse anpassen und sicher sein können, dass er auch morgen noch Zugang zu ihnen hat.”
Arthur Mensch, Mistral-CEO

Bei einem anderswo entwickelten und kontrollierten Modell sei keine dieser drei Bedingungen dauerhaft gewährleistet.

Ecosia wechselt zu offenen Modellen

Der Beitrag erscheint kurz nachdem die Berliner Suchmaschine Ecosia angekündigt hatte, die Zusammenarbeit mit Mistral zu beenden. CEO Christian Kroll hatte die Qualität der Modelle kritisiert und erklärt, Ecosia prüfe stattdessen Open-Weight-Modelle, darunter chinesische wie Qwen, GLM und Kimi. Mistral hatte am 6. Oktober sein Modell Large 4 vorgestellt, dessen Gewichte am 27. Oktober veröffentlicht werden sollen.

(red)

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