Laut OpenAI-Mitgründer Andrej Karpathy haben rund 5.000 Menschen Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Systemen. Milliarden nutzen KI kaum.
Karpathy: KI größtenteils als bessere Google-Suche genutzt

Andrej Karpathy, Mitgründer von OpenAI und früherer KI-Chef bei Tesla, sieht eine wachsende Lücke zwischen dem öffentlichen Verständnis von KI und den Fähigkeiten der fortschrittlichsten Systeme. Das schrieb er auf X. Es handle sich weniger um zwei Gruppen, die aneinander vorbeireden, als um einen sich stark verengenden Trichter.
Grobe Schätzung nach Nutzergruppen
In einer Überschlagsrechnung schätzt Karpathy, dass rund sechs Milliarden Menschen, etwa 75 Prozent der Weltbevölkerung, kaum mit großen Sprachmodellen in Berührung gekommen sind. Weitere ein bis zwei Milliarden nutzen kostenlose KI-Werkzeuge gelegentlich, oft als bessere Google-Suche oder als Schreibhilfe.
Rund 20 Millionen Fachleute, vor allem aus Mathematik und Softwareentwicklung, setzen laut Karpathy Frontier-Modelle ein, um Projekte zu erledigen, für die früher Wochen oder Monate nötig waren. Eine noch kleinere Gruppe von etwa 5.000 Menschen habe internen Zugang zu den fortschrittlichsten Systemen. Diese könnten Tausende KI-Agenten bei großen Softwareprojekten, Cybersicherheitsaufgaben und mathematischer Forschung koordinieren. Die Außenwelt habe davon bislang nur eine Vorschau gesehen.
„Menschliche Überprüfung und menschliches Verständnis beginnen zurückzufallen”, schrieb Karpathy mit Blick auf die zunehmend komplexen Ergebnisse von KI-Systemen.
Stärken in prüfbaren Bereichen
Als Gründe für die Kluft nennt Karpathy Unterschiede beim Zugang, bei der Komplexität der Aufgaben und die ungleiche Leistung von KI in verschiedenen Bereichen. Am stärksten seien die Systeme in digitalen Feldern wie Programmierung und Mathematik, in denen sich Ergebnisse häufig überprüfen lassen.
Mehrere KI-Unternehmen halten derzeit leistungsfähigere Modelle zurück. OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar hatte am 14. Oktober in Dublin erklärt, ein internes Modell, das nach Unternehmensangaben das Navier-Stokes-Problem gelöst hat, durchlaufe vor einer Veröffentlichung weitere Sicherheitsprüfungen.
(red)




