Das erste Frontier-Modell von Meta ist geschlossen und kostenpflichtig. Zuckerberg lehnt eine branchenweite Verlangsamung der KI-Entwicklung ab.
Meta veröffentlicht Frontier-Modell Muse Wonder

Meta hat die KI-Modelle Muse Wonder und Muse Wonder Full vorgestellt. Entwickelt wurden sie von den Meta Superintelligence Labs. Es ist der erste Versuch des Konzerns, ein Modell auf dem Niveau der führenden KI-Labore zu bauen. CEO Mark Zuckerberg sagte der Financial Times, das Modell ermögliche deutlich komplexeres Verhalten an der vordersten Front der KI-Entwicklung. Anders als frühere Llama-Modelle ist Muse Wonder nicht frei verfügbar, die Modellgewichte veröffentlicht Meta nicht.
Preis auf dem Niveau der Konkurrenz
Muse Wonder ist über die Meta Model API erhältlich und kostet 4 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 20 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens. Laut TechCrunch liegt das etwa auf dem Niveau von GPT-6 Sol und Claude Opus 5.5. Das Kontextfenster umfasst eine Million Tokens, als Eingabe sind Text, Bilder, Video und Audio möglich. Die leistungsfähigere Variante Muse Wonder Full ist nicht über die API verfügbar, sondern nur in den Tarifen Power Usage für 50 Dollar und Maximum Usage für 200 Dollar pro Monat des Programmierwerkzeugs Muse Code. Beide Modelle sollen zudem den KI-Agenten Muse antreiben.
Gemischte Benchmark-Ergebnisse
Meta gibt an, Muse Wonder übertreffe in einigen technischen Benchmarks Claude Opus 5.5 und Claude Fable 5.1 von Anthropic sowie GPT-6 Astra von OpenAI. In Metas eigener Tabelle mit 14 Tests liegt die API-Version jedoch nur bei einem Teil vor Opus 5.5. Am deutlichsten führt Muse Wonder beim Test MemoryBench, der die von Meta „Active Memory” genannte Fähigkeit misst, Informationen über mehrere Gespräche hinweg zu behalten. Beim Programmieren liegt das Modell zurück, im Test ProgramBench etwa mit 50,0 gegenüber 70,5 Prozent für Opus 5.5. Im unabhängigen Intelligence Index von Artificial Analysis erreicht Muse Wonder 52 Punkte, Muse Wonder Full 56 und Claude Opus 5.5 58 Punkte.
Gegen eine Verlangsamung
Zuckerberg kündigte an, Meta arbeite bereits am nächsten Schritt, die Entwicklung werde künftig deutlich schneller vorangehen. Befürchtungen, KI könne sich menschlicher Kontrolle entziehen, wies er zurück. Die Verantwortung für die Sicherheit der Modelle sieht er bei den einzelnen Laboren.
„Ich bin viel näher an der Überzeugung, dass KI eine Technologie ist, die mit normalen Schutzvorkehrungen entwickelt und verantwortungsvoll gebaut werden kann, als an der vermenschlichenden Vorstellung von KI, nach der sie einfach ihr eigenes Ding machen wird.”
Mark Zuckerberg, Meta-CEO
Forderungen von Anthropic-CEO Dario Amodei und OpenAI-CEO Sam Altman nach einer branchenweiten Verlangsamung hatte Zuckerberg bereits zuvor abgelehnt. An der Ausarbeitung des „Accord on Super Intelligence” des Weißen Hauses, der Grundsätze zur Selbstregulierung der Branche festlegt, war er laut Financial Times maßgeblich beteiligt.
(red)




