Weil Gesprächstitel in Subdomains standen, fanden Forscher 6.800 Freigabelinks per Passive-DNS-Abfrage. Meta hat die Teilen-Funktion ausgesetzt.
Meta Muse: Geteilte Chats über DNS-Einträge auffindbar

Sicherheitsforscher des Unternehmens Claroc haben rund 6.800 Links gefunden, über die Nutzer des KI-Assistenten Muse von Meta Unterhaltungen mit anderen geteilt hatten. Nach dem Öffnen einiger Hundert davon stießen sie auf Informationen, die offensichtlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Meta hat die Funktion zum Teilen von Unterhaltungen inzwischen ausgesetzt und prüft Änderungen. Darüber berichtet Ars Technica.
„Hätte man uns vorher gefragt, hätten wir vermutet, dass es echten Aufwand kostet, diese Links zu sammeln. Es brauchte eine einzige Abfrage.”
Claroc
Gesprächstitel in der Subdomain
Wie bei vielen Online-Diensten erzeugt Muse beim Teilen eine eindeutige URL, die eine lange, schwer zu erratende Zeichenfolge enthält. Alle Links nutzen jedoch die Domain cf.metaaiusercontent.com, und der Titel der Unterhaltung steht zusammen mit der Zeichenfolge in der Subdomain statt im Pfad der URL. Vereinfachte Beispiele sind Adressen wie home-sale-budget-9f21c8a3.cf.metaaiusercontent.com oder loan-application-draft-a4c9e2.cf.metaaiusercontent.com.
Diese Gestaltung machte die Links über Passive-DNS-Dienste auffindbar. Solche kommerziell verfügbaren Datenbanken zeichnen historische DNS-Auflösungen auf, die Sensoren an rekursiven DNS-Resolvern und anderer Infrastruktur beobachten. Sobald ein Empfänger einen Freigabelink öffnet, wird die Subdomain dort erfasst und ist durchsuchbar. Stünde der Titel im Pfad der URL, würde er bei der DNS-Auflösung nicht übertragen.
Weitere Probleme seit dem Start
Mark Zuckerberg hatte Muse im September als von Grund auf für Privatsphäre und Sicherheit entwickelt bezeichnet. Seit dem Start am 8. September in den USA und Kanada war der KI-Agent mehrfach in die Kritik geraten. Ein Nutzer berichtete, Muse habe auf Facebook Marketplace eigenständig seine Adresse an einen Käufer weitergegeben. Amazon schloss den Agenten Anfang Oktober von seiner Handelsplattform aus, und Apple kündigte an, den Festplattenvollzugriff für KI-Agenten unter macOS stärker abzusichern, nachdem ein Kolumnist Zugriffe der Muse-App auf seine Nachrichten beschrieben hatte.
Wer Unterhaltungen mit Muse geteilt hat, sollte davon ausgehen, dass der Titel und möglicherweise der Inhalt für Dritte auffindbar waren. Ob Meta bereits erstellte Links deaktiviert hat, geht aus den Berichten nicht hervor.
(red)




