Ab dem 3. November markiert Anthropic Texte von Mythos 5, Opus 4.7, Opus 4.6 und Sonnet 4.6. Hintergrund sind die Transparenzpflichten der KI-Verordnung.
Anthropic versieht ältere Claude-Modelle mit Wasserzeichen

Anthropic weitet sein unsichtbares Wasserzeichen für KI-generierte Texte auf ältere Claude-Modelle aus. Ab dem 3. November 2026 werden auch Texte der Modelle Claude Mythos 5, Claude Opus 4.7, Claude Opus 4.6 und Claude Sonnet 4.6 markiert. Das geht aus einer E-Mail an Kunden der Claude Platform hervor, die ein Nutzer auf X veröffentlicht hat. Auf Amazon Bedrock kann die Umstellung einige Tage länger dauern.
„Am 3. November 2026 beginnt Anthropic damit, sein Textwasserzeichen auf die Ausgaben dieser vier Modelle anzuwenden”, heißt es in der E-Mail.
Muster in der Wortwahl
Anthropic hatte das Wasserzeichen im August 2026 angekündigt. Es galt zunächst nur für Modelle, die ab August veröffentlicht wurden, darunter Claude Opus 5.5. Ältere Modelle sollten nach und nach folgen. Laut Anthropic handelt es sich um ein für Menschen nicht wahrnehmbares statistisches Muster in der Wortwahl. Das Modell bevorzugt bei jedem Schritt geringfügig bestimmte Wörter, abhängig von den vorherigen Wörtern. Sinn, Qualität und Lesbarkeit des Textes sollen dadurch nicht beeinträchtigt werden. Zusätzliche Zeichen, Tokens oder Kosten entstehen laut Anthropic nicht. Technisch basiert das Verfahren auf einer Variante von SynthID-Text, das Google DeepMind 2024 in der Fachzeitschrift Nature vorgestellt hatte.
Das Wasserzeichen enthält laut Anthropic keine Informationen über den Nutzer oder die Organisation. Es bleibt beim Kopieren erhalten und kann auch einige Bearbeitungen überstehen. Prüfen können markierte Texte laut den Berichten nur ausgewählte Stellen, etwa Aufsichtsbehörden, Journalisten, Faktenprüfer und Forschende. Wird ein Text von Hand neu getippt oder stark umformuliert, lässt sich das Muster nicht zuverlässig erkennen.
Pflicht nach der KI-Verordnung
Hintergrund ist Artikel 50 der KI-Verordnung der EU, der seit dem 2. August 2026 gilt. Er verpflichtet Anbieter, KI-generierte Inhalte maschinenlesbar zu kennzeichnen. OpenAI hatte Anfang Oktober angekündigt, Texte von ChatGPT und Codex in der EU mit einem unsichtbaren Wasserzeichen zu versehen. Google hat seinen Detektor für SynthID-Wasserzeichen in Bildern, Videos und Audio öffentlich zugänglich gemacht.
Mit der Ausweitung schließt Anthropic eine Lücke: Solange nur die neuesten Modelle markiert wurden, ließen sich unmarkierte Texte über ältere Versionen erzeugen. Laut der Hilfeseite von Anthropic sind für drei weitere ältere Modelle noch keine Termine genannt.
(red)




