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Prototypen statt Testaufgaben

Anthropic: Coding in Bewerbungsgesprächen überholt

Felix Rieseberg setzt bei Bewerbern auf Prototypen statt Programmieraufgaben. Laut ZipRecruiter testen Tech-Firmen Fähigkeiten aber weiterhin häufig.

Anthropic: Coding in Bewerbungsgesprächen überholt

Felix Rieseberg, Engineering Manager bei Anthropic, hat nach eigenen Angaben aufgehört, in Bewerbungsgesprächen klassische Programmieraufgaben zu stellen. KI-Modelle lösten die üblichen Aufgaben solcher Coding-Interviews inzwischen besser als die Bewerber. Das schrieb Rieseberg in einem Beitrag auf X.

„Es hat keinen Sinn mehr, Ihnen eine kleine React-Aufgabe zu stellen, genauso wenig wie Leute zu Assembler abzufragen; Claude ist inzwischen in beidem besser.”
Felix Rieseberg, Engineering Manager bei Anthropic

Die erfolgreichsten Entwickler bei Anthropic seien unabhängig davon erfolgreich, wie gut sie in solchen Tests abschneiden. Er glaube nicht, dass das klassische Coding-Interview zurückkehren werde.

Prototypen statt Testaufgaben

Was an seine Stelle treten soll, ist laut Rieseberg noch offen. Er suche in Lebensläufen und Portfolios nach kleinen Prototypen, die Geschmack, Empathie und prinzipientreues Denken erkennen lassen. Andere Manager stünden vor derselben Frage, wie sich Bewerber finden lassen, die gut mit KI entwickeln.

Jaana Dogan, Principal Engineer bei Google, schlug auf X vor, in Bewerbungsgesprächen zu beobachten, wie Kandidaten Coding-Agenten einsetzen. Das liefere mehr Hinweise auf ihre Programmierfähigkeiten.

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Tests in der Branche weiterhin verbreitet

Einen breiten Verzicht auf Kompetenztests sieht Nicole Bachaud, Arbeitsmarktökonomin beim Jobportal ZipRecruiter, bislang nicht. Laut einer Umfrage des Unternehmens unter 1.500 Arbeitgebern vom Oktober 2026 testet die Informationsbranche Fähigkeiten von allen Branchen am häufigsten. 62,5 Prozent der Arbeitgeber dort verlangen bereits bei der Erstbewerbung formale Tests. Die Entwicklung bei Anthropic könnte laut Bachaud eine Verschiebung von technischen hin zu zwischenmenschlichen Fähigkeiten widerspiegeln. 61,5 Prozent der Arbeitgeber in der Informationsbranche geben an, dass Bewerbern vor allem kritisches Denken fehlt.

Anthropic hatte Mitte Oktober in einem Bericht über die eigene Belegschaft mitgeteilt, dass der Anteil von Junior-Positionen bei Neueinstellungen in technischen Bereichen seit Anfang 2025 von 27 auf 9 Prozent gesunken ist.

(red)

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