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Welle auf Laptop

Fachkräftemangel, Outsourcing und Digitalisierung – die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sorgen für eine hohe Nachfrage nach flexiblen Freelancern mit großer Expertise. So ist es nicht verwunderlich, dass laut Freelancer-Kompass das Einkommen der Selbstständigen seit 2016 kontinuierlich ansteigt.

Das Projektportal freelancermap analysiert beim Freelancer-Ausblick 2020, welche Fachgebiete im vergangenen Jahr besonders gefragt waren, welche Stundensatzerhöhung Freelancer nun erwarten können und warum gerade der März ein vielversprechender Monat für Selbstständige ist.

Frühes Planen lohnt sich: Zahlreiche Projektangebote im März

Freelancer sind weiterhin sehr beschäftigt, im Schnitt lag ihre Auslastungsquote 2019 bei 75 Prozent. Selbstständige können dabei aus einem großen Angebot verfügbarer Projekte wählen. Freelancermap verzeichnet wöchentlich etwa 4000 neu eingestellte Projekte. Auch wenn die meisten Freelancer sich folglich keine großen Sorgen um ausreichende Beschäftigung machen müssen, lohnt es sich dennoch, auf Schwankungen im Jahresverlauf bei der Auftragsauswahl zu achten. Die Anzahl der verfügbaren Projekte erreicht im März ihren vorläufigen Höhepunkt (10 Prozent mehr Projekte als im Monatsdurchschnitt), aber auch die Sommermonate versprechen viele offene Stellen (im Juni um 6 Prozent höheres Projektaufkommen). Gegen Ende des Jahres nimmt das Jobangebot deutlich ab und erreicht im Dezember seinen niedrigsten Stand (16 Prozent weniger Projektangebote). Viele Selbstständige haben sich bereits an diesen Rhythmus angepasst, denn sie versenden die meisten Bewerbungen in den Monaten September und Oktober, im November und Dezember dagegen herrscht Leere auf den Schreibtischen von Recruitern. In der Regel verschicken freie Experten (56 Prozent) sechs Bewerbungen, bevor sie eine Zusage für ein Projekt erhalten.

Projektaufkommen im Jahresverlauf,

Bild 1: Projektaufkommen im Jahresverlauf, Betrachtungszeitraum 2009 bis 2019 (Quelle: freelancermap)

Nachfrage vs. Angebot: Begehrte Kreative machen größten Einkommenssprung

Freelancer sind mit ihrem Fachwissen in verschiedenen Branchen gefragt. So arbeiten viele Selbständige im Banken- und Finanzsektor (15 Prozent) und in der Softwareentwicklung und IT (13 Prozent). Auch die Industrie ist attraktiv für unabhängige Experten (neun Prozent). Die Präferenz für IT-Projekte spiegelt sich auch in den Suchanfragen für neue Projekte wider: Im Vergleich zu 2018 suchten Freelancer dieses Jahr mehr als doppelt so häufig nach Projekten in den Bereichen „IT-Infrastruktur“ (127 Prozent mehr Anfragen) sowie „SAP“ (113 Prozent). IT- und SAP-Projekte sind unter freien Experten besonders begehrt, denn die meisten Bewerbungen wurden in diesen beiden Bereichen verschickt. Auf Arbeitsplätze im Fachgebiet Beratung und Management hingegen reichten Selbstständige die wenigsten Bewerbungen ein. Aus Sicht der Auftraggeber sind im Vergleich zum Vorjahr besonders Freelancer im Bereich „Grafik, Content und Medien“ (68 Prozent häufiger) gefragt, dicht gefolgt von Selbstständigen mit dem Fachgebiet „SAP“ (61 Prozent). Laut Prognose erwartet Freelancer im Bereich Grafik, Content und Medien der größte Einkommensschub. Statt einem durchschnittlichen Stundensatz von 66,30 Euro steigt hier der Verdienst um 3,38 Prozent auf bis zu 68,55 Euro. Topverdiener sind weiterhin freie SAP-Spezialisten, sie freuen sich auf eine durchschnittliche Verdienststeigerung um 2,55 Prozent auf 115,36 Euro.

Anzahl Bewerbungen auf Projekte nach Fachgebiet

Bild 2: Anzahl Bewerbungen auf Projekte nach Fachgebiet (schematische Darstellung) (Quelle: freelancermap)

Der Freiheit zum Trotz: Freelancer setzen auf Planung und eigene vier Wände

Trotz der Unabhängigkeit im Arbeitsalltag spielt langfristige Planungssicherheit eine wichtige Rolle für Freelancer. Die Mehrzahl der Selbstständigen (62 Prozent) bevorzugt lange Aufträge und arbeitet deshalb bis zu zwölf Monate an einem Projekt, so die Erkenntnisse aus dem Freelancer-Kompass. Trotz der Freiheiten, die die Selbstständigkeit mit sich bringt, schätzen freie Spezialisten Projekte, die Stabilität und langfristige Sicherheit versprechen: Jeder vierte Freelancer gab an, Projekte mit zu kurzer Beschäftigungsdauer kategorisch auszuschließen. Damit ein Projekt zum „Lieblingsauftrag“ wird, muss vor allem der Stundensatz stimmen (72 Prozent der Befragten) und das Projekt die Stärken der Selbstständigen zur Geltung bringen (71 Prozent). Mehr als jeder Zweite gab zudem an, gerne von zu Hause zu arbeiten. Der Trend zum Home Office wird auch bei der Analyse der Suchanfragen sichtbar: Im Jahr 2019 suchten Freelancer deutlich häufiger nach dem Suchbegriff „remote“ (knapp 61 Prozent mehr als 2018). Für knapp der Hälfte der befragten Beschäftigten ist zudem die Nähe des eigenen Zuhauses zum Auftragsort ein wichtiges Auswahlkriterium bei Projektanfragen.

Tipps für Freelancer im Jahr 2020:

  • Genug Kapazitäten für Bewerbungen im März einplanen
  • Freiheiten ausnutzen, flexible Arbeitsbedingungen einfordern
  • Die Nachfrage nach Experten ist groß: Den eigenen Stundensatz neu ansetzen

www.freelancermap.de
 


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