Tipps der Vebraucherzentrale

PayPal-Störung: Worauf Nutzer jetzt unbedingt achten sollten

Paypal
Bildquelle: Elena Uve/Shutterstock.com

Seit mehreren Tagen kämpft der US-amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal mit technischen Problemen, die zu Zahlungsausfällen führen. Verbraucherschützer raten zur Besonnenheit – und warnen vor Kriminellen, die die Verwirrung ausnutzen wollen.

Die Störungen beim Online-Bezahldienst PayPal halten bereits seit mehreren Tagen an und sorgen bei tausenden deutschen Nutzern für Verunsicherung. Zahlungen werden nicht korrekt abgewickelt, Konten zeigen falsche Salden an, und Händler erhalten ihre Gutschriften verspätet oder gar nicht. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat nun eine Stellungnahme veröffentlicht und gibt Betroffenen konkrete Handlungsempfehlungen.

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Regelmäßige Kontokontrolle ist das A und O

“PayPal-Nutzer sollten derzeit besonders aufmerksam ihre Konten überwachen”, erklärt der Bankenexperte der Verbraucherzentrale NRW. Sowohl das PayPal-Konto als auch das verknüpfte Girokonto sollten regelmäßig auf unberechtigte Abbuchungen und den Status offener Zahlungen geprüft werden. Ein negativer PayPal-Saldo sei zunächst kein Grund zur Panik: “In den meisten Fällen dürfte Abwarten ausreichen. Wir erwarten, dass die Lastschriften in den kommenden Tagen nachgeholt werden – ohne zusätzliche Kosten für die Betroffenen.”

Doppelzahlungen vermeiden

Vorsicht ist bei der Reaktion auf negative Kontostände geboten. Verbraucherschützer warnen davor, vorschnell Guthaben auf das PayPal-Konto zu transferieren: “Läuft parallel noch eine automatische Lastschrift, zahlen Betroffene doppelt ein. Das kann zu Liquiditätsproblemen auf dem Hauptkonto führen”, so der Experte. Stattdessen sollten Nutzer alle Kontobewegungen genau überwachen und sicherstellen, dass abgebuchte Beträge den tatsächlichen Kaufpreisen entsprechen.

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Händlerprobleme sind nicht Kundensache

Auch auf Seiten der Online-Händler führen die PayPal-Störungen zu Schwierigkeiten. Verzögerte oder ausbleibende Gutschriften veranlassen manche Shops dazu, Bestellungen nicht zu versenden. Die Verbraucherzentrale stellt klar: “Das ist nicht das Problem der Kunden. Diese können und sollten auf der Vertragserfüllung bestehen und die Lieferung der bestellten Ware einfordern.”

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Widerspruch bei unberechtigten Buchungen

Sollten tatsächlich unberechtigte Abbuchungen auftreten, empfehlen die Experten eine zweistufige Vorgehensweise: Zunächst sollten Betroffene direkt bei PayPal Widerspruch einlegen. Entstehen daraus Belastungen auf dem Bankkonto, können diese per Lastschrift-Rückbuchung rückgängig gemacht werden – und zwar bis zu 13 Monate nach der ursprünglichen Belastung, sofern kein Abbuchungsauftrag erteilt wurde.

Phishing-Gefahr steigt

Cyberkriminelle nutzen die Verwirrung bereits aus, warnen die Verbraucherschützer. PayPal verschicke zwar derzeit Informations-E-Mails an Nutzer, jedoch ohne direkte Links. “Bei verdächtigen E-Mails mit angeblichen PayPal-Links ist höchste Vorsicht geboten”, betont der Bankenexperte. Betroffene sollten ausschließlich den offiziellen PayPal-Kundenservice über die bekannten Kanäle kontaktieren.

Die technische Ursache der Störungen hat PayPal bislang nicht kommuniziert. Eine Stellungnahme des Unternehmens zu Dauer und Umfang der Probleme steht noch aus.

Lars

Becker

Redakteur

IT Verlag GmbH

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