Kommentar

Die digitale Transformation in der Post-Covid-19-Zeit beschleunigen

Schon lange vor Beginn der Pandemie haben sich Experten mit der Digitalisierung im Unternehmen beschäftigt. Zu den Zielen zählten beispielsweise durchgängig digitalisierte und damit transparentere Abläufe sowie eine höhere Agilität, um auf veränderte Marktbedingungen schneller reagieren zu können.

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Wo steht die deutsche Wirtschaft heute und welche Kompetenzen sollten Organisationen ausbauen, wenn sie ihre digitale Transformation weiter beschleunigen möchten?

Eine Bewertung der digitalen Wettbewerbsfähigkeit liefert beispielsweise das Digital Competitiveness Ranking (Video: YouTube), veröffentlicht von der IMD Business School in Lausanne. Im globalen Vergleich findet sich Deutschland im Jahr 2021 auf Platz 16 wieder. Eine weitere Bestandsaufnahme zur Digitalisierung lieferte Anfang 2022 das Hamburger ifo Institut. Bei den untersuchten Digitalisierungsbereichen liegt Deutschland häufiger im Mittelfeld oder auf den hinteren Rängen und fällt im internationalen Vergleich gegen andere Industrienationen zurück.

Wipro IMD 2021 Digital Ranking Quelle IMD 1000

Bild: Ranking der IMD Business School in Lausanne zeigt die digital wettbewerbsfähigsten Länder. Deutschland belegt den Platz 16 (Quelle: IMD)

Sind Manager in Deutschland also Technologieverweigerer? Darauf ein klares Nein, denn die Bereitschaft zum Wandel ist in den Chefetagen vorhanden. Oftmals mangelt es an grundlegenden Dingen, wie einer klaren Umsetzungsstrategie oder den benötigten Fachkräften. Zwei Faktoren können helfen, die digitale Transformation in einer Post-Covid-19 Wirtschaft zu beschleunigen: eine weiter gestärkte Business Resilience sowie die Fähigkeit, Mitarbeiter dauerhaft an die eigene Organisation zu binden.

Daten steigern die Belastbarkeit einer Organisation

Die Business Resilience beschreibt die Fähigkeit von Organisationen, auf Veränderungen von Märkten reagieren zu können sowie Risiken wirtschaftlich zu antizipieren und zu beherrschen. Nur auf Basis von aktuellen Daten, beispielsweise zu Lagerbeständen, Lieferzeiten von Rohstoffen oder veränderten Kundenwünschen, lassen sich die richtigen strategischen Entscheidungen treffen. Eine Organisation benötigt dafür eine Kultur der Datennutzung und muss sich ein Vertrauen in die eigenen Daten erarbeiten. Hier helfen zum Beispiel cloud-basierte Systeme dabei, den Mitarbeitern standortübergreifend die benötigten Analysen in Echtzeit zu liefern. So werden Daten zu einem zentralen Faktor für den Unternehmenserfolg.

Kampf um die Fachkräfte

In Deutschland ist der Kampf um Talente in vielen HR-Abteilungen ein zentrales Thema. Um Top-Experten zu gewinnen, sollten Unternehmen die Employee Experience ausbauen. Damit sind Themen wie Interaktionen, Eindrücke und Emotionen am Arbeitsplatz gemeint, egal ob im Büro oder im Homeoffice. Dies beginnt beispielsweise schon mit dem Auspacken eines Arbeits-Laptops zu Hause und der weiteren Konfiguration der benötigten Business-Software bis hin zur virtuellen Interaktion mit den Kollegen weltweit.

Ebenfalls wichtig sind flexible Arbeitsmodelle wie Jobsharing und moderne Organisationsformen wie die agile Entwicklung für beschleunigte Entwicklungsprozesse. Über allem sollte der erklärte Wille der Unternehmensführung stehen, vorhandene Strukturen zu erneuern, Silos aufzubrechen und in durchgängig digitalisierte Prozessketten zu investieren.

Insbesondere die Investition in die Digitalisierung stellt viele Unternehmen vor eine Herausforderung, da sie nicht die Ressourcen haben, um High-Tech-Labore zu betreiben und Mitarbeiter für die Evaluation neuer Technologien abzustellen. Wipro hat darauf reagiert und wird im Jahr 2022 ein „Workplace Experience Center“ in München eröffnen. Es wird Unternehmen in ganz Europa den Zugang zu ausgewählten Technologien geben, um damit die Möglichkeiten der digitalen Transformation von Arbeitsplätzen zu evaluieren. Schwerpunkte bilden Lösungen für Mitarbeiter-Engagement und virtueller Kunden-Support. Das Labor wird es Unternehmen ermöglichen, 5G-basierende Smart Workspaces zu testen und das Potenzial von künstlicher Intelligenz, Analytics, maschinellem Lernen und virtueller Realität zu erforschen. Die kreative Arbeitsumgebung des Büros soll bei der Lösung komplexer Geschäftsprobleme auf Basis eines designorientierten Ansatzes unterstützen.

Fühlen sich Mitarbeiter wohl, erhöht dies die Produktivität und Motivation. Außerdem steigt die Chance, dass Mitarbeiter weitere Fachkräfte davon überzeugen, im eigenen Unternehmen zu starten. Denn: Die Suche nach Experten darf keine alleinige HR-Aufgabe mehr sein. Vielmehr sollte jeder Mitarbeiter zu einem Brand Ambassador werden. Nur so wird es möglich, ausreichend neue Experten zu finden, die für eine erfolgreiche digitale Transformation benötigt werden.

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Innovationen richtig nutzen

Die Post-Covid19-Wirtschaft zeichnet sich durch eine beschleunigte digitale Transformation aus. Dies sehen wir auch bei unseren Gesprächen mit Kunden, die eine Vielzahl neuer Digitalprojekte planen. Jetzt kommt es für Unternehmen darauf an, die für die Geschäftsziele benötigten Technologien zielgerichtet einzusetzen. Viele Unternehmen in Deutschland arbeiten daran, ihre Prozessketten durchgängig, also Ende-zu-Ende, zu digitalisieren und möchten hierbei innovative Technologien integrieren. Die Cloud hat sich dabei als ein verlässliches Werkzeug erwiesen, um mit Hilfe externer IT-Ressourcen schnell und effizient die digitale Transformation voranzutreiben. Daher bin ich persönlich davon überzeugt, dass sich Deutschland in künftigen Digitalisierungs-Rankings weiter oben finden wird.

Michael Seiger

Wipro -

Deutschland-Chef

Michael Seiger leitet seit 2020 als Geschäftsführer die Aktivitäten von Wipro in Deutschland und Österreich. Zuvor war er über 10 Jahre für Atos in führenden Positionen tätig.

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