Serverless: Die Zeit der Experimente ist vorbei

Mit Serverless können sich Teams darauf konzentrieren, Ideen schneller auf den Markt zu bringen, anstatt die Infrastruktur zu verwalten. Und so spielt Serverless von Start-ups bis hin zu Konzernen eine immer größere Rolle.

Serverless hat im vergangenen Jahr ordentlich an Fahrt gewonnen, während Anwender in der Nutzung von Plattformen wie Lambda immer versierter werden. Zu diesem Schluss kommt Datadog in der aktuellen Ausgabe seines „The State of Serverless“-Report, der Einblicke in die Nutzung von Serverless-Technologien mehrerer Tausend Unternehmen liefert.

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Serverless-Technologien erlauben es Unternehmen, Anwendungen und Services schneller und effizienter in den Live-Betrieb zu bringen. Einst kaum mehr als ein Buzzword, mausert sich Serverless mehr und mehr zur ernstzunehmenden Alternative: Function-as-a-Service (FaaS) heißt das Zauberwort mit dem Unternehmen mit geringeren Kosten und einfachem Anwendungsmanagement zunehmend traditionelle Ansätze hinter sich lassen. 

Der Begriff „Serverless” wird in diesem Kontext jedoch teils missverständlich aufgefasst. Schließlich geht es nicht um die vollständige Abschaffung von Systemhardware. Vielmehr geht es darum, eine neue Idee, Anwendungen und Apps zu managen, während Basisoperationen immer noch wie gewohnt ausgeführt werden. Heißt im Klartext: Bei Serverless wird die fachliche, anwendungsrelevante Ebene einer Systemarchitektur losgelöst von hardwarespezifischen Fragestellungen verwaltet. Die App-Manager kümmern sich dabei nur um die oberste Funktionsebene beziehungsweise den Service. Bereitstellungslogiken, bis hin zur Virtualisierung von Ressourcen und Steuerung von Servern, übernimmt die Cloud-Plattform und schafft dem App-Manager damit Luft für andere Tätigkeiten.

Laut Report setzen bereits rund 20 Prozent der Unternehmen FaaS in ihren Cloud-Umgebungen ein. Unter den Serverless-Plattformen hat AWS Lambda mit einer Nutzungsrate von gut 50 Prozent die Nase vorn. Jedoch legen auch Azure und Google Cloud ordentlich zu. Der Einsatz von Azure-Funktionen ist von 20 auf 36 Prozent angewachsen. Google Cloud gehört bereits bei rund 25 Prozent der Unternehmen zum Serverless-Stack. 

 

Keine Experimente

Lambda-Funktionen wurden 2021 durchschnittlich 3,5-mal häufiger aufgerufen als noch zwei Jahre zuvor. 900 Stunden Laufzeit pro Tag verzeichneten die Lambda-Funktionen der untersuchten Kohorten im Schnitt. Und das doppelt so schnell wie in der Vergangenheit. 60 Millisekunden dauerten die Lambda-Aufrufe im Mittel, wovon gerade Anwendungen mit geringen Latenz-Voraussetzungen profitieren. Der Lambda-Turbo lässt sich am ehesten mit den genutzten Best Practice der Lambda-Community erklären. Mit ihnen werden die erstellten Funktionen deutlich spezifischer und effizienter – sowohl in der Entwicklung als auch in der Bereitstellung.

Der Report legt nahe, dass IT-Teams weniger experimentieren als noch vor zwei Jahren und Lambda und Co. als festen Bestandteil ihres Stacks sehen. Während die Routine also zunimmt, helfen Lösungen wie AWS Step Functions weiter dabei, die wachsende Komplexität einzelner Workflows durch die Integration von Funktionen und Services für den Anwender zu minimieren.

 

Trend zu Edge Computing und IaC

Die dezentrale Datenverarbeitung am Rand des Netzwerks – das Edge Computing – ergänzt die Serverless-Vorteile einer hohen Entwicklungs- und Bereitstellungsgeschwindigkeit um die Vorzüge eines geringem Data Processing- und Hosting-Aufwands. Die Ergebnisse des Reports lassen darauf schließen, dass künftig noch mehr Unternehmen auf Edge Computing setzen werden, um ihre Hardware-Ressourcen zu schonen. Eine Vorgehensweise, die vor allem in Multi User- und Multi-Device-Umgebungen interessant ist.

Auch Infrastructur-as-Code (IaC) wird in den nächsten Jahren eine bedeutendere Rolle spielen. Noch werden lediglich 43 Prozent der Lambda-Funktionen über AWS CloudFormation abgewickelt. Wir stehen also noch am Anfang der Entwicklung, in der IT-Teams ihre Serverless-Workflows nur teilweise mittels IaC abwickeln. Dass IaC-Lösungen im Hinblick auf die zunehmende Akzeptanz und Bereitstellung von Serverless-Anwendungen jedoch an Bedeutung gewinnen werden, steht außer Frage.

 

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Zur Untersuchungsmethode 

Dem aktuellen „The State of Serverless”-Report liegen die anonymisierten Nutzungsdaten von mehreren Tausend Datadog-Kunden zugrunde. Analysiert wurden die Kennzahlen aus Unternehmen, die mindestens fünf konkrete Serverless-Funktionen oder Virtuelle Maschinen (VM) innerhalb des Untersuchungszeitraums von einem Monat betrieben haben – und damit als Nutzer von Cloud-Diensten (z.B. AWS, Google Cloud, Microsoft Azure) klassifiziert werden konnten. Um Entwicklungen im Hinblick auf eine langfristige Lambda-Nutzung herauszuarbeiten, wurden nur die Unternehmen betrachtet, die Lambda seit 2019 nutzen.

Stefan Marx

Datadog -

Director Product Management EMEA

Marx ist seit über 20 Jahren in der IT-Entwicklung und -Beratung tätig. In den vergangenen Jahren arbeitete er mit verschiedenen Architekturen und Techniken wie Java Enterprise Systemen und spezialisierten Webanwendungen. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Planung, dem Aufbau und dem Betrieb der Anwendungen mit Blick auf die Anforderungen und Problemstellungen hinter den konkreten
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