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APT-Gruppen

Wie staatliche Hacker an KI-Modelle gelangen

China nutzt eigene Modelle, Russland verfügbare, Nordkorea IT-Arbeitskräfte im Ausland und Iran kommerzielle Dienste. Erkennung wird dadurch schwieriger.

Wie staatliche Hacker an KI-Modelle gelangen

Staatlich unterstützte Hackergruppen aus China, Russland, Nordkorea und Iran nutzen KI für Cyberoperationen auf sehr unterschiedliche Weise. Das zeigt die Studie „AI Statecraft and Cyberthreats in 2026″ von TrendAI, dem Forschungsteam von Trend Micro. Entscheidend sind demnach weniger die verwendeten Modelle als die Frage, wie die Gruppen Zugang zu KI organisieren und wie abhängig sie von einzelnen Anbietern sind. Die meisten beobachteten Fälle laufen derzeit über kommerzielle Anbieter. Setzen Staaten künftig stärker auf eigene Modelle, verlieren Verteidiger laut TrendAI an Einblick.

Russland: KI über die gesamte Angriffskette

Russische Gruppen nutzen verfügbare Modelle, um bestehende Fähigkeiten zu beschleunigen, etwa bei Aufklärung, Social Engineering, Malware-Entwicklung, Verschleierung und Aktivitäten nach einer Kompromittierung. In der Kampagne GTG-20006, die TrendAI mit der Gruppe Earth Koshchei in Verbindung bringt, kam KI über nahezu die gesamte Angriffskette zum Einsatz. Betroffen waren mehr als 20 Organisationen vor allem in der Ukraine und Europa, darunter Regierungs-, Diplomatie- und Verteidigungseinrichtungen sowie Hersteller und Zulieferer von Drohnen. Wurde Schadsoftware erkannt, veränderten KI-Agenten sie selbstständig, bis sie nicht mehr detektiert wurde. Die Schadsoftware LAMEHUG nutzte das Modell Qwen2.5-Coder über die Schnittstelle von Hugging Face, um während einer laufenden Operation Windows-Befehle zu erzeugen.

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China: Ausweichen auf eigene Modelle

China verfügt mit Modellen wie Qwen, DeepSeek, GLM und MiniMax über das ausgeprägteste heimische KI-Ökosystem der untersuchten Staaten. TrendAI dokumentiert Fälle, in denen China-nahe Gruppen KI für Schwachstellenforschung, die Anpassung von Exploits und Malware-Entwicklung nutzten. In einem Fall wechselte eine Gruppe während einer Operation von Claude Opus 4.6 auf das Modell MiMo-V2.5-Pro von Xiaomi, nachdem es Probleme mit dem westlichen Modell gegeben hatte.

Nordkorea und Iran

Nordkorea kombiniert ausländische KI-Dienste, lokal betriebene Modelle und IT-Arbeitskräfte, die im Ausland mit gefälschten Identitäten für westliche Unternehmen arbeiten. KI unterstützt dabei gefälschte Lebensläufe, Face-Swaps und Bewerbungsgespräche. Iran nutzt vor allem kommerzielle Dienste. Die Gruppe APT42 setzte Gemini für Aufklärung, Social Engineering, Entwicklung von Werkzeugen und Exploit-Recherche ein. Die Gruppe CyberAv3ngers nutzte ChatGPT, um industrielle Steuerungssysteme wie speicherprogrammierbare Steuerungen und das Protokoll Modbus auszukundschaften.

„Die wichtige Veränderung besteht darin, dass staatlich unterstützte Angreifer nicht die fortschrittlichsten KI-Modelle besitzen müssen, um von ihnen zu profitieren. Entscheidend ist der Zugang.”
Feike Hacquebord, Principal Threat Researcher bei TrendAI und Mitautor der Studie

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Verhalten statt Modell erkennen

Klassische Hinweise auf KI-Nutzung verlieren laut TrendAI an Aussagekraft, da bei lokal betriebenen Modellen Verbindungen zu externen KI-Diensten fehlen können. Für die Erkennung werden Verhaltensmerkmale wichtiger, etwa schnelle oder wiederholte Erkundung von Systemen, automatisierte Werkzeugaufrufe, maschinell getaktete Aktionen, Zugriffe auf Zugangsdaten und Bewegungen im Netzwerk. Für die Zuordnung zu Tätern rücken Infrastruktur, Zielauswahl, Zugangswege und Kampagnenverhalten in den Vordergrund, da KI-generierter Code weniger über seine Urheber verrät.

(red/TrendAI)

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