Öffnet in einem neuen Tab
Verdacht auf Destillations-Kampagne

Datenleck gefährdet API-Keys für OpenAI, Anthropic, Google

Angreifer drangen in Systeme von OpenCode ein. Gespeicherte API-Schlüssel für OpenAI, Anthropic und Google könnten abgeflossen sein.

Datenleck gefährdet API-Keys für OpenAI, Anthropic, Google

Ein unbefugter Zugriff auf ein Altsystem der Entwicklerplattform OpenCode hat womöglich vertrauliche API-Schlüssel für führende KI-Anbieter offengelegt. Betroffene Nutzer berichten bereits über unautorisierte Abbuchungen.

Ein Angreifer ist in ein Legacy-System von OpenCode eingedrungen. Dabei könnten Zugangsdaten zu Drittanbieter-KI-Diensten kompromittiert worden sein, die Nutzer in der cloudbasierten OpenCode Console hinterlegt hatten. Die Konsole dient Teams dazu, Schnittstellenschlüssel zentral zu speichern, damit Mitarbeiter KI-Modelle nutzen können, ohne direkten Einblick in die eigentlichen API-Keys zu erhalten.

1,4 Prozent der Konsolen-Nutzer betroffen

Nach Angaben des Unternehmens betrifft der Vorfall rund 1,4 Prozent der Console-Nutzer – konkret diejenigen Accounts, die externe Anbieter verknüpft hatten. OpenCode forderte betroffene Kunden per E-Mail auf, ihre Schlüssel umgehend in den jeweiligen Entwickler-Dashboards zu sperren und neu zu generieren.

Die Desktop- und Kommandozeilen-Tools von OpenCode sind laut Mitgründer Dax Raad nicht betroffen: Diese speichern API-Schlüssel ausschließlich lokal in einer geräteinternen SQLite-Datenbank und übermitteln sie nicht an die Server des Unternehmens.

Anzeige

Verdacht auf Destillations-Kampagne

Da es sich bei API-Schlüsseln um Inhabernachweise (Bearer Token) handelt, kann jeder Finder damit kostenpflichtige Abfragen auf Rechnung des Opfers ausführen. Das Löschen des Schlüssels in der OpenCode Console genügt nicht, da dies den Schlüssel beim Provider selbst nicht entwertet. Mehrere Entwickler meldeten in sozialen Netzwerken bereits unberechtigte Nutzungskosten zwischen einigen hundert und bis zu 1.700 US-Dollar.

OpenCode brachte den Sicherheitsvorfall mit einer groß angelegten „Distillation“-Kampagne in Verbindung. Dabei versuchen Akteure, über massenhafte Modellanfragen Trainingsdaten für konkurrierende KI-Modelle abzuschöpfen. Raad erklärte, dass die Systeme des Dienstes über 48 Stunden hinweg unter anhaltenden Angriffsversuchen standen, während Gegenmaßnahmen und Härtungen umgesetzt wurden.

(red)

Anzeige
Anzeige