Google führt das Werkzeug Select from screen für Chrome ein. Der KI-Assistent Gemini analysiert damit markierte Bildschirminhalte direkt im Webbrowser.
Google hat ein neues Werkzeug namens Select from screen für den KI-Assistenten Gemini im Chrome-Browser eingeführt. Die Funktion ist über das Plus-Menü erreichbar und arbeitet wie ein integriertes Screenshot-Werkzeug. Anwender können damit Texte, Bilder oder bestimmte Abschnitte einer Webseite markieren und direkt an Gemini übermitteln. Dadurch erhält die künstliche Intelligenz den genauen Kontext der aktuellen Bildschirmanzeige, um Fragen präziser zu beantworten. Die Nutzung erfordert vorab die Freigabe durch den Anwender. Im Mai 2026 hatte Google bereits Formulierungen bezüglich der Datenverarbeitung durch geräteeigene KI-Modelle in Chrome angepasst.
Wandel zum KI-gestützten Browser mit Gemini
Die Neuerung unterstreicht die Absicht von Google, Chrome als primäre Schnittstelle für künstliche Intelligenz auszubauen. Gemini wird tiefer in den Browser integriert, um Webinhalte direkt zu erfassen und Aufgaben in Echtzeit zu automatisieren. Das System kann geöffnete Tabs durchsuchen sowie auf den Standort und das Mikrofon zugreifen.
Mit dem am 24. Juni 2026 vorgestellten Modell Gemini 3.5 Flash stehen Entwicklern zudem erweiterte Computer-Use-Fähigkeiten zur Verfügung. Damit können KI-Agenten eigenständig mit Browsern, Desktop-Anwendungen und mobilen Apps interagieren. Sicherheitsrechercheure warnen jedoch, dass diese tiefgreifenden Zugriffsrechte im Falle einer Kompromittierung als Überwachungswerkzeug missbraucht werden könnten.
Großbritannien bleibt ausgeschlossen
Trotz der internationalen Einführung bleibt Gemini in Chrome in Großbritannien weiterhin nicht verfügbar. Diese Auslassung gilt als ungewöhnlich, da das Land mit einem Marktanteil von 50 Prozent zwischen Mai 2025 und Mai 2026 zu den größten europäischen Chrome-Märkten gehört und üblicherweise bei der ersten Veröffentlichungswelle berücksichtigt wird. In anderen Regionen wie den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Japan und Indien ist die Funktion hingegen bereits freigeschaltet.
(red)