Sorge um Stromnetz

Mehrheit sieht Handlungsbedarf bei Sicherheit und Digitalisierung der Energiewende

Netz-Energieversorgung

Die Energieversorgung in Deutschland beschäftigt viele Haushalte nicht nur mit Blick auf Klimaschutz und steigende Kosten, sondern zunehmend auch hinsichtlich ihrer Sicherheit.

Eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass viele Menschen Stromnetze als anfällig für physische Sabotage und Cyberangriffe einschätzen. Gleichzeitig wächst die Unterstützung für eine schnellere Digitalisierung des Energiesystems.

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Auslöser für die Diskussion sind unter anderem Vorfälle wie Brände an Strominfrastrukturen, die die Verwundbarkeit kritischer Einrichtungen verdeutlicht haben. Laut der von Bitkom beauftragten Befragung halten 74 Prozent der Haushalte das deutsche Stromnetz für anfällig gegenüber gezielten physischen Angriffen. 71 Prozent sehen zudem ein Risiko durch Cyberangriffe.

Dennoch bleibt das Vertrauen in die Bedeutung einer sicheren Energieversorgung hoch: 93 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass beim Umbau des Energiesystems Sicherheitsaspekte ebenso wichtig sein sollten wie Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit.

bitkom strom

Energiewende soll schneller vorankommen

Die Mehrheit der Befragten spricht sich zugleich für ein höheres Tempo bei der Energiewende aus. Insgesamt 72 Prozent halten den bisherigen Fortschritt für zu langsam. Zudem sind 92 Prozent der Meinung, dass Deutschland seine Abhängigkeit von Öl und Gas weiter reduzieren sollte.

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Mit der aktuellen Energiepolitik zeigen sich dagegen nur wenige zufrieden. Lediglich 15 Prozent bewerten sie positiv, während nur ein Fünftel Deutschland heute besser auf mögliche Energiekrisen vorbereitet sieht als noch im Jahr 2022.

Wunsch nach mehr Transparenz beim Stromverbrauch

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist der Wunsch nach besseren Informationen über den eigenen Energieverbrauch. Neun von zehn Haushalten würden ihren Stromverbrauch gerne so einfach nachvollziehen können wie den Kraftstoffverbrauch eines Autos. Auch Informationen darüber, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen oder welche Auswirkungen der eigene Energieverbrauch auf das Klima hat, stoßen auf großes Interesse.

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Smart Meter und flexible Stromtarife gewinnen an Akzeptanz

Digitale Stromzähler stoßen ebenfalls auf wachsende Offenheit. Zwar nutzen bislang nur acht Prozent der Haushalte einen Smart Meter, doch rund 61 Prozent können sich dessen Einsatz grundsätzlich vorstellen. Gleichzeitig fühlen sich viele Verbraucher noch unzureichend informiert, und knapp die Hälfte äußert Datenschutzbedenken.

Auch dynamische Stromtarife finden zunehmend Zustimmung. Laut Umfrage wären 90 Prozent der Befragten bereit, ihren Stromverbrauch an günstige Strompreise anzupassen, wenn dadurch Kosten gespart werden können. 85 Prozent würden Geräte wie Wallboxen oder Haushaltsgeräte automatisch dann betreiben lassen, wenn Strom besonders günstig verfügbar ist.

Digitalisierung wird überwiegend positiv bewertet

Insgesamt sehen 89 Prozent der Befragten die Digitalisierung als Chance für das Gelingen der Energiewende. Bitkom verweist darauf, dass digitale Technologien – etwa Smart Meter, intelligente Steuerungssysteme oder datenbasierte Netzüberwachung – eine wichtige Rolle für ein stabiles und effizientes Energiesystem spielen können. Gleichzeitig macht die Umfrage deutlich, dass neben dem technischen Ausbau auch verständliche Informationen und sichere digitale Lösungen entscheidend für die Akzeptanz in der Bevölkerung sind.

(red/Bitkom)

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