Laut einer Umfrage von Tieto Germany nutzen nur 20 Prozent ausschließlich genehmigte KI-Assistenten. 40 Prozent verzichten ganz auf KI.
Schatten-KI: Jeder fünfte Berufstätige nutzt KI heimlich

20 Prozent der Berufstätigen in Deutschland nutzen KI im Job ohne Wissen ihres Arbeitgebers. Das zeigt eine Umfrage des IT-Dienstleisters Tieto Germany und des Marktforschungsunternehmens TQS Research & Consulting. Ebenfalls 20 Prozent setzen ausschließlich vom Arbeitgeber genehmigte KI-Assistenten ein. 40 Prozent verzichten ganz auf KI. Befragt wurden online 1.000 Personen in Deutschland, repräsentativ nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Bildung, darunter 757 Berufstätige.
Jüngere häufiger mit Schatten-KI
Die heimliche Nutzung, als Schatten-KI bezeichnet, ist bei jüngeren Beschäftigten am weitesten verbreitet. Unter den 16- bis 29-Jährigen nutzen 36 Prozent KI ohne Wissen des Arbeitgebers, bei den 50- bis 65-Jährigen sind es 13 Prozent. Insgesamt setzen 40 Prozent der Berufstätigen KI im Job ein, genehmigt oder heimlich, Männer (41 Prozent) und Frauen (39 Prozent) etwa gleich häufig. Mit dem Bildungsniveau steigt die Nutzung von 28 Prozent bei Menschen ohne Abitur auf rund 57 Prozent bei Menschen mit Abitur.
„Der KI-Einsatz im Job schreitet schneller voran, als Arbeitgeber mithalten können.”
Robert Kaup, Head of Tieto Tech Consulting Central Europe
Beschäftigte wollten ihre private KI-Nutzung auch beruflich fortsetzen, bei den technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen hinkten viele Unternehmen jedoch hinterher. Gelangen vertrauliche Firmendaten in öffentliche KI-Plattformen, drohen laut Kaup Datenschutzverletzungen.
Fehlende Richtlinien und Misstrauen
24 Prozent der Berufstätigen verzichten auf KI-Assistenten, weil es in ihrem Unternehmen keine klaren Richtlinien gibt. 16 Prozent nutzen keine KI, weil sie den Ergebnissen nicht ausreichend vertrauen. Weitere 15 Prozent planen den Einsatz von KI-Assistenten in naher Zukunft.
Jeder vierte Arbeitgeber duldet Schatten-KI
In einer weiteren Umfrage befragte Tieto Germany mehr als 200 KI-Verantwortliche in mittleren und großen Unternehmen mit mehr als 250 beziehungsweise mehr als 500 Beschäftigten. 47 Prozent setzen gegen Schatten-KI auf Prävention durch klare Richtlinien und genehmigte KI-Werkzeuge, 45 Prozent auf technische Kontrollen. 27 Prozent akzeptieren bewusst ein Restrisiko und lassen Schatten-KI zu.
(red/Tieto)




