Nearline-Flash-Speicher für dichte Server-Racks

Samsung entwickelt Nearline-SSDs mit bis zu einem Petabyte

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Bildquelle: RidhamSupriyanto / Shutterstock.com

Samsung arbeitet an extrem dichten Flash-Speichern von 250 Terabyte bis 1 Petabyte, um mechanische Festplatten zu verdrängen.

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung arbeitet an einer fundamentalen Erweiterung seines Speicherportfolios für Unternehmen. Wie aus aktuellen Berichten von Fachmedien hervorgeht, die sich auf Angaben des Softwareunternehmens Scality stützen, konzipiert der Halbleiterhersteller eine völlig neue Klasse von Solid-State-Drives speziell für den Nearline-Speicherbereich. Diese Laufwerke sollen in Kapazitäten von 250 Terabyte bis zu 1 Petabyte pro einzelnem Modul skalieren.

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Nearline-Speicher nehmen in Rechenzentren eine zentrale funktionale Position zwischen schnellen, leistungsorientierten Speicherarchitekturen für aktive Datenbanken und kalten Archivsystemen für die langfristige Datenaufbewahrung ein. Mit dieser Technologie stößt der Flash-Speicher in Kapazitätsdimensionen vor, die bisher fast ausschließlich traditionellen, mechanischen Magnetfestplatten vorbehalten waren. Dieser Wandel wird maßgeblich durch das massive Wachstum von Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz angetrieben, die einen permanenten und schnellen Zugriff auf immense Datenmengen erfordern.

Bisher unerreichte Packungsraten in der Unternehmensinfrastruktur

Die technische Integration dieser hochkapazitiven Speicherlaufwerke ist für moderne Serverarchitekturen geplant. Samsung konzipiert die Nearline-SSDs im Enterprise and Datacenter Standard Form Factor, kurz EDSFF, wobei die spezifischen Gehäuseformen E3.L und E2 zum Einsatz kommen sollen. Diese Formfaktoren sind explizit für die dichte Platzierung innerhalb von Servergehäusen optimiert. Die enorme Speicherdichte pro Laufwerk erlaubt bisher unerreichte Packungsraten in der Unternehmensinfrastruktur. Nach den Berechnungen von Systemarchitekten ermöglichen diese Komponenten es, eine Gesamtkapazität von fast 50 Petabyte innerhalb eines einzigen Servergehäuses mit vier Höheneinheiten unterzubringen.

Hochgerechnet auf ein standardisiertes Server-Rack nähert sich die kumulierte Speicherkapazität der Marke von einem halben Exabyte, was exakt 500 Petabyte entspricht. Diese räumliche Effizienz ist besonders wichtig für die Betreiber von massiven KI-Datenseen, Object-Storage-Systemen, großen Medienarchiven und Systemen zur abruferweiterten Generierung, die enorme Pools an unstrukturierten Text- und Mediendaten in kürzester Zeit analysieren müssen.

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Kompromiss bei der Lebensdauer und Schreibzyklen

Um diese extremen Kapazitäten innerhalb der physikalischen Grenzen von siliciumbasiertem Flash-Speicher zu realisieren, mussten die Hersteller die zugrundeliegende Speicherarchitektur modifizieren. Es handelt sich hierbei nicht um standardmäßigen Quad-Level-Cell-Flash, sondern um eine spezialisierte Variante, die konsequent auf maximale Kapazität statt auf hohe Schreibtoleranz optimiert ist. Diese Designentscheidung bringt einen signifikanten technischen Kompromiss hinsichtlich der Lebensdauer des Speichers mit sich.

Während aktuelle Standard-QLC-SSDs typischerweise einen Belastungswert von etwa 0,5 Schreibzyklen des gesamten Laufwerks pro Tag aufweisen, sinkt dieser Wert bei dem neu konzipierten Nearline-Flash auf ungefähr 0,1 Schreibzyklen pro Tag. Das bedeutet, dass ein Anwender das Laufwerk theoretisch nur zu einem Zehntel seiner Gesamtkapazität täglich beschreiben darf, um eine vorzeitige Degradation der Speicherzellen zu verhindern. Für klassische Transaktionsdatenbanken wäre dieser Wert unzureichend, für die primär leseintensiven Einsatzszenarien in der KI-Infrastruktur stellt dies jedoch kein Hindernis dar.

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Bildquelle: Samsung
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Keine spürbare Leistungslücke erkennbar

Die Existenz und die technische Validierung dieser neuen Speichergeneration werden durch erste Prüfprozesse in unabhängigen Softwarelaboratorien bestätigt. Erwan Girard, der Produktvorstand des Datenplattform-Anbieters Scality, legte offen, dass sich frühe Entwicklungsmuster dieser Speicherkomponenten bereits in den Labors seines Unternehmens im aktiven Testbetrieb befinden. Scality hat eine nicht-exklusive Entwicklungsvereinbarung mit dem Samsung Memory Research Center geschlossen, um die eigene Softwareplattform für autonome Dateninfrastrukturen auf diese hochdichten Laufwerke abzustimmen.

Eine zentrale Erkenntnis aus den laufenden Labortests zeigt, dass trotz der reduzierten Schreibtoleranz beim reinen Auslesen der Daten keine spürbare Leistungslücke im Vergleich zu herkömmlichem QLC-Flash existiert. Neben Samsung arbeiten auch andere Marktteilnehmer wie das Unternehmen Solidigm an ähnlichen Nearline-Flash-Technologien, um eine wettbewerbsfähige Alternative zu mechanischen Enterprise-Festplatten aufzubauen.

Auswirkungen auf die globale IT-Infrastruktur

Die dauerhafte Substitution mechanischer Großfestplatten durch ultradichte Solid-State-Drives könnte die wirtschaftliche und technische Governance von Enterprise-Rechenzentren grundlegend verändern. Im Vergleich zu mechanical Festplatten-Arrays bieten Flash-Speicher erhebliche Vorteile beim Datendurchsatz, den Latenzzeiten und dem Stromverbrauch pro Terabyte. Insbesondere im Zeitalter großer Sprachmodelle, bei denen kontinuierlich riesige Trainingsdatenströme in die Servercluster fließen müssen, stellen mechanische Festplatten zunehmend einen physikalischen Flaschenhals dar.

Allerdings erfordert die Einführung von SSDs im Petabyte-Maßstab auch neue Paradigmen bei der Datensicherung und den Backup-Strategien. Der Wiederaufbau eines ausgefallenen 1-Petabyte-Moduls über traditionelle RAID-Mechanismen würde aufgrund von Bandbreitenbegrenzungen Tage oder Wochen dauern, was IT-Verantwortliche zwingt, verstärkt auf dezentrale Object-Storage-Architekturen und Fehlertoleranz-Codierungen wie Erasure Coding zu setzen, um die betriebliche Resilienz zu gewährleisten.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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