Erstmals rote Zahlen?

Krise bei Samsung MX: Droht 2026 der erste operative Verlust?

Samsung Galaxy S26 Ultra
Bildquelle: Wongsakorn 2468/Shutterstock.com

Steigende KI-Kosten und RAM-Preise setzen Samsung unter Druck. Laut Insidern droht der Mobilsparte 2026 der erste Jahresverlust der Geschichte.

In der globalen Technologielandschaft galt die Mobilsparte von Samsung, bekannt als Samsung MX (Mobile Experience), über Jahrzehnte hinweg als unerschütterlicher Gewinnbringer. Doch nun zeichnet sich ein Wendepunkt ab. Internen Berichten zufolge steht der südkoreanische Gigant vor einer finanziellen Herausforderung, die es in dieser Form seit der Gründung der Sparte noch nicht gegeben hat: Ein operativer Jahresverlust rückt in greifbare Nähe. Was wie ein unwahrscheinliches Szenario für den Marktführer klingt, wird durch eine Kombination aus explodierenden Komponentenpreisen, dem kostspieligen KI-Wettrüsten und einem verschärften Wettbewerbsumfeld zur realen Gefahr.

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Die Warnung von der Spitze: TM Roh schlägt Alarm

Die ersten Anzeichen für die angespannte Lage sickerten bereits im März 2026 durch, als Berichte über drastische interne Sparmaßnahmen die Runde machten. So wurde bekannt, dass Samsung die Reisekosten für Führungskräfte massiv einschränkt: Business-Class-Tickets wurden gestrichen, Manager müssen nun Economy fliegen. Doch ein aktueller Bericht des koreanischen Mediums Money Today legt nahe, dass diese Maßnahmen nur die Spitze des Eisbergs sind.

Samsung-Mobilchef TM Roh soll vor Führungskräften gewarnt haben, dass die MX-Sparte in diesem Jahr tatsächlich Geld verlieren könnte. Diese Warnung hat das Management in Aufruhr versetzt. Da die Mobilsparte traditionell eine der tragenden Säulen des gesamten Samsung-Konzerns ist, hätte ein Abrutschen in die roten Zahlen fatale Auswirkungen auf die Gesamtbilanz und das Vertrauen der Investoren.

Preistreiber Künstliche Intelligenz

Ein wesentlicher Faktor für die finanzielle Misere ist der Erfolg der künstlichen Intelligenz selbst. Die Integration von fortschrittlichen On-Device-KI-Funktionen in die Galaxy-Serie erfordert deutlich leistungsstärkere Hardware. Dies hat zu einem massiven Anstieg der Nachfrage nach RAM-Bausteinen geführt. Da die Kapazitäten für die Produktion von High-Bandwidth-Memory (HBM) und Standard-RAM durch den KI-Boom in Rechenzentren weltweit beansprucht werden, sind die Einkaufspreise für Samsung MX drastisch gestiegen.

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Die Kosten für die Bill of Materials (BOM), also die Summe aller Bauteile, sind bei der aktuellen Galaxy S26-Serie so hoch wie nie zuvor. Zwar zeigen aktuelle Geschwindigkeitstests, dass das Galaxy S26 Ultra das iPhone 17 Pro Max in puncto Performance schlägt, doch dieser technologische Triumph wird teuer erkauft. Die Marge pro verkauftem Gerät schrumpft, da Samsung die gestiegenen Produktionskosten nicht eins zu eins an die Endverbraucher weitergeben kann, ohne Marktanteile zu riskieren.

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Wankende Dominanz im Foldable-Markt

Ein weiteres Sorgenkind ist das Segment der faltbaren Smartphones. Samsung genießt hier, insbesondere in den USA, noch immer eine dominante Stellung. Doch die Marktanteile erweisen sich als weniger stabil als in den Vorjahren. Die Konkurrenz durch chinesische Hersteller nimmt zu, und der drohende Einstieg von Apple in den Foldable-Markt wirft seine Schatten voraus. Sollte Apple tatsächlich ein faltbares iPhone präsentieren, könnte Samsungs wichtigster Wachstumstreiber der letzten Jahre enorm unter Druck geraten.

Auch im Bereich der Wearables trübt sich die Stimmung ein. Marktberichte prognostizieren für das Jahr 2026 einen Rückgang des Marktanteils von Samsung bei Smartwatches. Während die Galaxy Watch-Serie technologisch führend bleibt, drängen immer mehr spezialisierte Anbieter und preisgünstige Alternativen auf den Markt, was die Profitabilität in diesem Sektor zusätzlich belastet.

Interne Sparpolitik und der Blick auf „Unpacked“

Die Reaktion des Konzerns ist eindeutig: Kosteneffizienz steht an oberster Stelle. Neben den Reisebeschränkungen für das Management werden derzeit alle operativen Ausgaben auf den Prüfstand gestellt. Sogar bei Software-Diensten gibt es Veränderungen: So gibt es Hinweise darauf, dass Samsung Cloud als Synchronisationslösung zurückkehren könnte, während die kostspielige Kooperation mit Microsofts OneNote-Synchronisation vor dem Aus stehen könnte, um Lizenzgebühren zu sparen.

Die Hoffnung ruht nun auf dem kommenden „Galaxy Unpacked“-Event im Juli 2026. Dort wird die Vorstellung des Galaxy Z Fold 8 und eines neuen „Wide Fold“ erwartet. Diese Produkte müssen nicht nur technologisch überzeugen, sondern auch wirtschaftlich performen, um den drohenden Jahresverlust noch abzuwenden.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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