24 Prozent der deutschen Start-ups entwickeln KI für Roboter, Drohnen oder Maschinen, mehr als in 19 anderen Märkten. Die Nachfrage hinkt hinterher.
Deutsche Start-ups führen bei Physical AI

24 Prozent der Technologie-Start-ups in Deutschland entwickeln Physical AI, also künstliche Intelligenz, die in Robotern, Drohnen, Fahrzeugen und Industrieanlagen wahrnimmt, entscheidet und handelt. Das ist der höchste Anteil unter 20 untersuchten Märkten, im Durchschnitt sind es 15 Prozent. Das zeigt der Bericht „AI Gets Physical: The Global Startups Readiness Index” des Forschungsunternehmens Strand Partners im Auftrag von Amazon Web Services (AWS). Befragt wurden 4.420 Technologie-Start-ups, darunter 225 in Deutschland.
Hardware und Industrieroboter
9 Prozent der deutschen Start-ups entwickeln Hardware für Physical AI, im Durchschnitt sind es 4 Prozent. 31 Prozent der deutschen Entwickler von Physical AI arbeiten mit stationären oder industriellen Robotern, gegenüber 20 Prozent im Durchschnitt. 74 Prozent erwarten, dass Fertigung und Automobilindustrie als Erste durch die Technologie verändert werden. Deutsche Start-ups bewerten ihr Land zudem häufiger als andere als einen der besten Standorte weltweit für Physical AI.
Fachkräfte als Stärke
Der Readiness-Index misst fünf Voraussetzungen für den Einsatz von Physical AI: Arbeitskräfte und Kompetenzen, Lieferketten, Kapital, Regulierung und Marktreife. Deutschland liegt bei allen fünf über dem Durchschnitt. Bei Arbeitskräften und Kompetenzen belegt es mit 59,4 von 100 Punkten Platz eins, der Durchschnitt liegt bei 53,1. 63 Prozent der deutschen Start-ups haben Zugang zu handwerklichen und technischen Fachkräften, die für den Einsatz nötig sind, im Durchschnitt sind es 41 Prozent. 55 Prozent sehen einen starken lokalen Talentpool für Robotik, Hardware und Physical AI.
Markt noch nicht bereit
Zugleich sagen nur 26 Prozent der befragten Entwickler von Physical AI, dass ihre Volkswirtschaft für den Einsatz der Technologie bereit ist. Als Hauptursache nennt der Bericht, dass Unternehmen Physical AI noch nicht als Lösung für ihre Probleme kennen. 76 Prozent erwarten dennoch, dass Physical AI innerhalb von fünf Jahren in ihrer Branche zum Standard wird. 72 Prozent halten Cloud Computing für unverzichtbar, 62 Prozent Simulation und synthetische Daten.
Als Handlungsfelder nennt der Bericht mehr Sichtbarkeit durch Pilotprojekte und Vorführungen, Weiterbildung für technische und handwerkliche Berufe, gezielte Förderung und regulatorische Testumgebungen sowie den Staat als frühen Kunden. Zu den deutschen Anbietern im Bereich gehören etwa Agile Robots, das im Oktober angekündigt hatte, gemeinsam mit Nvidia bis zu 2.000 humanoide Forschungsroboter zu bauen, sowie RobCo und NEURA Robotics.
(red/AWS)




