Aktionsplan der EU-Kommission

EU gründet KI-Sicherheitsplattform für kritische Infrastrukturen

EU Sicherheit

Die EU-Kommission gründet eine sichere Testplattform für künstliche Intelligenz, um kritische Infrastrukturen vor KI-gesteuerten Cyberangriffen zu schützen.

Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan der EU-Kommission für Cybersicherheit und künstliche Intelligenz vorgestellt. Kern des Vorhabens ist der Aufbau einer sicheren Testplattform, die in Zusammenarbeit mit der europäischen Cybersicherheitsagentur ENISA und der Gemeinsamen Forschungsstelle JRC realisiert wird. Diese Plattform soll bis Ende 2026 einsatzbereit sein und es ermöglichen, KI-Modelle in simulierten Umgebungen auf Sicherheitsrisiken zu prüfen. Der Fokus liegt dabei auf kritischen Sektoren wie dem Finanzwesen, der Energieversorgung, dem Gesundheitswesen, dem Transportwesen und der öffentlichen Verwaltung. Ziel ist es, technische Schwachstellen in Krankenhäusern, Banken und Stromnetzen frühzeitig zu identifizieren, bevor böswillige Akteure diese ausnutzen können.

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Abwehr automatisierter Angriffe durch technologische Souveränität

Die Notwendigkeit des Aktionsplans begründet die Brüsseler Behörde mit der veränderten Bedrohungslage durch hochentwickelte KI-Systeme. Künstliche Intelligenz beschleunigt die Entdeckung von Sicherheitslücken und ermöglicht es Angreifern, Cyberattacken automatisiert und in weitaus größerem Umfang auszuführen. Da die meisten aktuellen KI-Spitzenmodelle von amerikanischen Technologieunternehmen stammen, strebt die Europäische Union eine Reduzierung dieser Abhängigkeit an. Die EU plant den Ausbau eigener souveräner KI-Kapazitäten und den Bau von Fabriken zur Produktion moderner KI-Chips. Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für Technologiesouveränität, Sicherheit und Demokratie, erklärte in einer offiziellen Stellungnahme:

„KI verändert die Bedeutung von Cybersicherheit. Und wir müssen Schritt halten. Die EU verfügt über solide Grundlagen, um ihre Reaktion angesichts der Schwachstellen, die neue Technologien mit sich bringen, anzupassen. Wir müssen bestehende Fähigkeiten, Netzwerke und den rechtlichen Rahmen nutzen und bündeln, um die Cybersicherheit zum Schutz unserer digitalen Landschaft zu stärken.“

Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für Technologiesouveränität, Sicherheit und Demokratie

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Vernetzung von Forschung und Industrie durch Innovationswettbewerbe

Ein weiterer Baustein des Programms ist die Einführung eines europaweiten Innovationswettbewerbs namens EU Grand Challenge on AI for Cybersecurity. Diese Initiative soll Sicherheitsunternehmen, wissenschaftliche Forscher und Organisationen zusammenbringen, um gemeinsame Verteidigungswerkzeuge auf Basis künstlicher Intelligenz zu entwickeln.

Parallel dazu fordert die Kommission Unternehmen auf, bereits verfügbare KI-Werkzeuge und Open-Source-Modelle einzusetzen, um das Schwachstellenmanagement und die Reaktion auf Vorfälle zu beschleunigen. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die strikte Umsetzung bestehender Gesetze wie der NIS2-Richtlinie, des Digital Operational Resilience Act (DORA) und des Cyber Resilience Act. Zudem soll eine spezielle Kampagne zur Absicherung kritischer Open-Source-Software gestartet werden, um die Resilienz der digitalen Infrastruktur in Europa nachhaltig zu erhöhen.

(red)

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