Künstliche Intelligenz gehört für viele Menschen inzwischen zum Alltag. Eine aktuelle Umfrage von elaboratum zeigt jedoch, dass der Einsatz von KI-Tools im Berufsleben deutlich hinter der privaten Nutzung zurückbleibt.
Hauptgrund dafür sind weniger fehlende Kenntnisse als Unsicherheiten im Umgang mit den Anwendungen im Unternehmensumfeld.
Deutlicher Unterschied zwischen Privatleben und Arbeitsplatz
Laut der Omnibus-Befragung Q2/2026 von elaboratum verwenden 82 Prozent der Befragten privat regelmäßig KI-Anwendungen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini. Im beruflichen Umfeld sinkt dieser Anteil jedoch auf 59 Prozent. Gleichzeitig gibt mehr als jeder dritte Beschäftigte an, KI im Job überhaupt nicht zu nutzen, während dies privat lediglich auf knapp jeden fünften Befragten zutrifft.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele Menschen den Umgang mit KI bereits beherrschen, diese Erfahrung aber nicht in ihren Arbeitsalltag übertragen.
Recherche und Texterstellung gehören zu den häufigsten Einsatzgebieten
Besonders häufig kommen KI-Anwendungen bei der Informationssuche zum Einsatz. Rund 64 Prozent der Befragten nutzen sie für Recherchen, 43 Prozent für die Erstellung von Texten und 41 Prozent zum Sammeln und Strukturieren von Ideen.
Diese Aufgaben gehören auch in vielen Unternehmen zum täglichen Arbeitsablauf. Dennoch verzichten zahlreiche Beschäftigte dort auf KI-Unterstützung, obwohl sie entsprechende Erfahrungen bereits aus dem privaten Umfeld mitbringen.
Fehlende Regeln bremsen den Einsatz
Nach Einschätzung von elaboratum liegt die Ursache vor allem in fehlenden Vorgaben für den sicheren Einsatz von KI im Unternehmen. Ohne klare Richtlinien zum Umgang mit vertraulichen Daten oder zur Nutzung bestimmter Anwendungen entscheiden sich viele Mitarbeitende vorsichtshalber gegen den Einsatz entsprechender Werkzeuge.
Damit bleibt vorhandenes Wissen häufig ungenutzt, obwohl die technischen Möglichkeiten längst verfügbar sind.
Menschliche Kontrolle bleibt unverzichtbar
Die Studie zeigt außerdem, dass die Befragten KI vor allem als unterstützendes Werkzeug betrachten. Empfehlungen oder Entwürfe dürfen von einer KI erstellt werden, die abschließende Entscheidung soll jedoch beim Menschen bleiben.
Während etwa ein Drittel KI-generierte Vorschläge grundsätzlich akzeptiert, lehnen rund zwei Drittel es ab, diese ungeprüft zu übernehmen. Auch bei KI-generierten Bildern überwiegt die Skepsis. Viele Befragte wünschen sich eine sorgfältige menschliche Kontrolle, bevor entsprechende Inhalte veröffentlicht oder weiterverwendet werden.
Unternehmen können vorhandene Kompetenzen besser nutzen
Aus Sicht von elaboratum reicht es nicht aus, Mitarbeitenden lediglich Zugang zu KI-Anwendungen bereitzustellen. Notwendig seien verständliche Regeln, welche Daten verwendet werden dürfen, klare Verantwortlichkeiten sowie konkrete Anwendungsbeispiele für den Arbeitsalltag.
Ein sinnvoller Einstieg könne beispielsweise in Bereichen wie Kundenservice oder Vertrieb erfolgen, wo sich Verbesserungen bei Reaktionszeiten und Antwortqualität schnell bemerkbar machen. Einheitliche Prompt-Vorlagen und verbindliche Freigabeprozesse könnten zusätzlich dazu beitragen, die Nutzung sicher und effizient zu gestalten.
Viele Beschäftigte haben den Umgang mit KI längst erlernt. Die größte Herausforderung besteht inzwischen nicht mehr darin, die Technologie zu erklären, sondern geeignete Rahmenbedingungen für ihren sicheren und verantwortungsvollen Einsatz im Unternehmen zu schaffen. Erst dann kann das vorhandene Potenzial auch im Berufsalltag vollständig genutzt werden.
(red/elaboratum)