Außer in der EU

Windows 11 26H2 schaltet Backup selbstständig ein

Windows 11
Bildquelle: charnsitr/Shutterstock.com

Mit Windows 11 26H2 schaltet Microsoft eine Sicherungsfunktion für Geräteeinstellungen automatisch scharf. IT-Abteilungen außerhalb der EU müssen selbst tätig werden, wenn sie das nicht wollen.

Microsoft ändert das Standardverhalten einer Funktion, die Geräteeinstellungen und Informationen zu installierten Store-Apps sichert. Bisher mussten Administratoren diesen Dienst, der inzwischen „Windows Settings Backup and Restore“ heißt, aktiv einschalten. Mit Windows 11 26H2 kehrt sich das um: Die Sicherung läuft künftig automatisch, sofern niemand sie ausdrücklich unterbindet. Eine Ausnahme gilt für die Europäische Union.

Anzeige

Der Dienst legt Sicherungen von Systemeinstellungen und einer Liste installierter Microsoft-Store-Anwendungen an. Diese lassen sich bei Bedarf auf ein anderes Gerät übertragen, etwa bei einem Geräteausfall oder einem Verlust. Persönliche Dateien sind von der Sicherung nicht betroffen. Microsoft ordnet den Dienst selbst als einen von mehreren Bausteinen einer umfassenderen Ausfallsicherheitsstrategie für Windows ein, nicht als vollwertige Backup-Lösung.

Windows Backup for Organizations verändert die Art und Weise, wie die Geräteerneuerung abläuft. Das System wurde bei Microsoft weltweit unter realen Bedingungen getestet und ermöglicht es, Microsoft Store-Apps und Benutzereinstellungen nahtlos mit unseren Mitarbeitern zu übertragen und IT-Teams von der mühsamen Neuinstallation von Geräten zu entlasten. Das Ergebnis ist eine einfachere und stabilere Benutzererfahrung.

Brian Fielder, Vice President, Microsoft Digital

Anzeige

Automatische Aktivierung mit Widerspruchsmöglichkeit

Sobald Geräte auf Windows 11 26H2 aktualisiert werden, greift die neue Voreinstellung, falls die zugehörige Richtlinie nicht konfiguriert wurde. Wer die automatische Sicherung verhindern möchte, muss die Richtlinie manuell deaktivieren. Laut Microsoft setzt sich eine solche Deaktivierung immer gegenüber der Standardeinstellung durch.

Von der Umstellung ausgenommen sind Geräte mit Windows 11 25H2 oder älteren Versionen sowie Systeme, deren Richtlinie die Funktion bereits ausdrücklich deaktiviert. Für Windows 11 26H1 wird die neue Standardeinstellung mit einem künftigen Feature-Update wirksam. Windows 11 26H2 selbst befindet sich derzeit im Experimental-Kanal des Windows-Insider-Programms.

Sonderregelung für die EU

Innerhalb der Europäischen Union bleibt die automatische Aktivierung aus. Als Grund liegt der Digital Markets Act nahe, der Anforderungen an den Umgang großer Plattformanbieter mit Nutzerdaten und an digitale Souveränität stellt. Unternehmen außerhalb der EU mit vergleichbaren Datenschutzbedenken können sich auf keine entsprechende regulatorische Grundlage berufen und müssen selbst aktiv werden, um die automatische Datenübertragung zu verhindern.

Für IT-Abteilungen bedeutet die neue Voreinstellung zusätzlichen Prüfaufwand. Eine Funktion, die im Hintergrund Einstellungsdaten von Geräten überträgt, sofern niemand widerspricht, verlangt von Administratoren, die eigene Richtlinienkonfiguration rechtzeitig vor dem Rollout zu kontrollieren.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Strategische Ziele hinter der Funktion

Microsoft nennt in eigenen Unterlagen zwei übergeordnete Ziele des Dienstes: Er soll den Wechsel auf neue Geräte, den Umstieg auf Windows 11 sowie die Einführung KI-fähiger PCs beschleunigen. Außerdem soll er Unternehmen den Übergang zu einer stärker cloudbasierten Verwaltung von Geräten und Einstellungen erleichtern. Die automatische Sicherung lässt sich damit auch als Baustein einer engeren Anbindung von Unternehmen an Microsofts Cloud-Dienste verstehen.

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.