Anzeige

Ransomware

Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und andere Organisationen sind mittlerweile trauriger Alltag geworden. Das Gesundheitswesen ist da leider keine Ausnahme.

Der neue Bericht „Tenable Research 2020 Threat Landscape Retrospective“ der Sicherheitsexperten von Tenable ergab nun, dass Ransomware inzwischen fast die Hälfte der Sicherheitsvorfälle in diesem Bereich ausmacht. Dabei setzen die Kriminellen immer häufiger auf eine Kombination aus Ransomware und Datendiebstahl, bei der die Daten heruntergeladen werden, bevor die eigentliche Verschlüsselung zum Einsatz kommt. Dadurch erhalten die Kriminellen einen zusätzlichen Hebel, um noch höhere Lösegelder zu verlangen. Sollte das Opfer nicht bereit sein zu zahlen, drohen die Kriminellen mit der Veröffentlichung der Daten im Internet. Dieses Druckmittel ist besonders im Gesundheitswesen äußerst effektiv, da Patientendaten zu den sensibelsten Informationen überhaupt zählen.

Hintergrund dieses neuen zweigleisigen Vorgehens könnte die Tatsache sein, dass sich immer mehr Organisationen der Bedrohung durch Ransomware bewusst sind und entsprechende Vorkehrungen treffen. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Back-ups und Awareness-Schulungen der Mitarbeiter. Doch durch die Drohung, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen, könnten sich insbesondere Organisationen im Healthcare-Bereich davon überzeugen lassen, dass die Zahlung des Lösegelds die bessere Option ist. Auch wenn es möglich wäre, die Daten selbst wiederherzustellen.  

Obwohl sich die Bedrohungslage mittlerweile herumgesprochen hat, scheint eine Sicherheitsvorkehrung, die eigentlich zum Standard gehören sollte, immer wieder vernachlässigt zu werden: Das Einspielen von Sicherheitsupdates. So fanden die Sicherheitsforscher bei Tenable heraus, dass insbesondere zwei VPN-Sicherheitslücken im Citrix ACD Controller ausgenutzt wurden, um Krankenhausnetzwerke zu infiltrieren. Für beide Schwachstellen stehen bereits seit gut einem Jahr Patches zur Verfügung, die eigentlich nur eingespielt werden müssten. Doch hier besteht ganz offensichtlich noch Nachholbedarf.

Dabei zählt ein gut geführtes Schwachstellen-Management zu den wichtigsten Verteidigungslinien gegen Ransomware- und andere Cyberangriffe. Der Bericht von Tenable zeigt außerdem ein weiteres Problem auf: Viele Organisationen scheinen veraltete Software im Einsatz zu haben, für die überhaupt keine Updates mehr bereitgestellt werden. Hier wird dringend empfohlen, schnellstmöglich auf eine neuere Alternative umzusteigen, für die es weiterhin Updates gibt. Sollte das jedoch nicht möglich sein, ist es sinnvoll, die Computer, auf denen die Software läuft, offline zu betreiben. So können Cyberkriminelle die unweigerlich entstehenden Sicherheitslücken wenigstens nicht so einfach ausnutzen.

http://www.8com.de


Artikel zu diesem Thema

Ransomware
Jan 19, 2021

Der Aufstieg der Ryuk Ransomware

Die Ryuk Ransomware hat unter Cyberkriminellen massiv an Popularität gewonnen. Die Zahl…
Cyber Security
Jan 15, 2021

Das Coronavirus hat Schwächen und Schwachstellen zutage gefördert

Ein bewegendes Jahr 2020 fand sein Ende: Während Super-Trojaner Emotet neue…
2021 Schlüssel Sicherheit
Jan 07, 2021

IT-Security-Prognosen 2021

Für das Jahr 2021 wird weiterhin eine steigende Cybergefahr für das Gesundheitswesen und…

Weitere Artikel

Cyberangriff

Cyberbedrohungen 2021: Phishing und Identitätsdiebstahl am wichtigsten

Das SANS Institute, Anbieter von Cybersecurity-Trainings und -Zertifizierungen, stellt die Ergebnisse seines SANS 2021 Top New Attacks and Threat Reports vor.
Cyberangriff

Cring-Ransomware nutzt uralte Version von Adobe ColdFusion aus

Vergessene, ungepatchte und veraltete Software bietet ein ideales Einstiegstor für Cyberkriminelle. So auch im aktuellen Fall einer Ransomware-Attacke, die eine 11 Jahre alte Software auf einem Server für sich ausnutzte.
Hacker

Hacker zielen verstärkt auf kritische Infrastrukturen

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind für das reibungslose Funktionieren unserer Gesellschaft und Wirtschaft unerlässlich. Da diese Strukturen hochsensibel sind, stellen sie für Cyberkriminelle ein ganz besonderes Ziel dar und sie unternehmen große…
Ransomware

Die Ransomware-Krise braucht einen globalen Lösungsansatz

Ransomware hat sich mittlerweile zu einem globalen Problem entwickelt. Cyberkriminelle Gruppen operieren von Ländern aus, die ihnen einen sicheren Unterschlupf bieten und es ihnen ermöglichen, sogar raffinierteste Angriffe zu starten. Um eine Eskalation zu…
Facebook Hacker

Spionagekampagne gegen Kurden durch hinterhältige Facebook-Posts

ESET-Forscher haben eine mobile Spionagekampagne untersucht, die sich gezielt gegen Kurden richtet. Die Operation läuft mindestens seit März 2020 und verbreitet sich über spezielle Facebook-Profile. Hierüber werden zwei Android-Backdoors verteilt, die als 888…
Ransomware

Großteil der Unternehmen zweifelt an eigener Ransomware-Resilienz

Anhaltende Cyberbedrohungen und neue Technologien wie Cloud-native Anwendungen, Kubernetes-Container und Künstliche Intelligenz stellen Unternehmen weltweit bei der Datensicherung vor große Herausforderungen. Das zeigt der Dell Technologies 2021 Global Data…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.