Cyberstorage ist ein aktueller Begriff, der sich laut Marktforschern zu einer neuen Kategorie entwickelt und Unternehmen mehr Datensicherheit und damit auch mehr IT-Resilienz bieten soll.
Cyberstorage: Schutz vor Ransomware-Angriffen

Nach wie vor arbeiten viele Unternehmen IT-Sicherheitsvorfälle ab, statt sie proaktiv zu verhindern. Das neue Ziel heißt, Cyberangriffe künftig zu absorbieren. Calamu ist ein Beispiel für solch eine Lösung der neuen Generation, die Daten unhackbar machen soll, um Datendiebstahl und -exfiltration zu verhindern.
Calamu Protect, so der Produktname, fragmentiert die Daten im Ruhezustand automatisch auf mehrere separate Speicherorte, eine Umgebung, die als Datenhafen bezeichnet wird und die Auswirkungen einer Datenverletzung oder eines Ransomware-Angriffs sofort zunichte macht.
Heute gibt es bereits zahlreiche Möglichkeiten, Ransomwarevorfällen zu begegnen. Dazu zählen Immutable Speicher, physikalisch getrennte Backup-Systeme oder Ransomware-Module in EDR-Lösungen.
Wie funktioniert eine Bereinigungsfunktion?
Die sogenannte Ransomware-Bereinigungsfunktion sichert Dateien wie Dokumente, Bilder, Videos oder Musik, um sicherzustellen, dass sie im Falle einer Ransomware-Verschlüsselung nicht beschädigt werden oder verloren gehen. Jedes Mal, wenn ein Ransomware-Angriff erkannt wird, blockiert beispielsweise Bitdefenders EDR-Lösung alle Prozesse, die an dem Angriff beteiligt sind, und startet den Sanierungsprozess, wobei der Benutzer auch benachrichtigt wird. Auf diese Weise können Anwender den Inhalt Ihrer gesamten Dateien wiederherstellen, ohne das geforderte Lösegeld bezahlen zu müssen.
Ransomware-Wiederherstellungsprobleme
Hat es Unternehmen in Sachen Ransomware trotz aller oder eben wegen keiner Sicherheitsmaßnahmen erwischt, können auch Snapshots helfen. Hier kann man die Fähigkeit der Hybrid-Cloud-Technologien nutzen, die Notfallwiederherstellung zu verbessern, indem die Software unbegrenzt viele Snapshots von Daten an verschiedenen Standorten in der Cloud erstellt. Bis 2025 werden laut Gartner mindestens 75 Prozent der Unternehmen mit einem oder mehreren Ransomware-Angriffen konfrontiert sein. Natürlich gibt es auch hierzu passende Anbieter. Nasuni etwa bietet eine Snapshot-basierte Continuous File Versioning-Technologie und damit eine zusätzliche, neue Möglichkeit, Daten zu sichern und zu schützen.

Cyberstorage
Zurück zum Aspekt Innovationen und dem neuen Schlagwort Cyberstorage. Warum ist überhaupt eine neue Sicherheitskategorie notwendig? Nun, scheinbar nimmt der Bedarf an proaktivem Datenschutz gegen Diebstahl und Ransomware zu. Cyberstorage ist zwischen der Netzwerkinfrastruktur und dem Speichersystem angesiedelt und bietet Unternehmen die Möglichkeit einen Angriff zu absorbieren, so dass Ausfallzeiten möglichst vermieden werden.
Viele Unternehmen haben sich mittlerweile auf die Ransomware-Bedrohung eingestellt, indem sie ein Sicherungs- und Wiederherstellungsprogramm implementiert haben, das sich nach einem solchen Angriff wiederherstellen lässt. Die Cyber-Banditen wissen das, und haben deshalb ihr Arsenal um eine neue Waffe erweitert: die doppelte Erpressung.
Was ist anders, was ist neu?
Die Lösung von Calamu ermöglicht es Unternehmen, Daten zu fragmentieren und diese dann automatisch auf mehrere separate Speicherorte zu legen. Das bedeutet, dass es keine zentrale Ressource gibt, auf die ein Angreifer mit Ransomware abzielen kann.
Dieser Ansatz bietet technischen Entscheidungsträgern ein Tool, mit dem sie nicht nur traditionelle Ransomware-Angriffe, sondern auch Ransomware 2.0, doppelte und dreifache Erpressungsversuche mit Multicloud-Datenschutzfunktionen vereiteln können.
Das Unternehmen spricht in diesem Zusammenhang von einem virtuellen Datenhafen (Data Harbour). Die Daten im Datenhafen heilen nicht nur selbst, sie eliminieren auch das Risiko einer mehrfachen Erpressung, da alle exfiltrierten Daten von Natur aus unvollständig und für den Angreifer völlig nutzlos sind. Normalerweise wird bei einem Ransomware-Angriff mit doppelter Erpressung zunächst eine Kopie der Daten gestohlen oder exfiltriert, bevor sie verschlüsselt werden. Wenn das Lösegeld nicht gezahlt wird, droht der Angreifer damit, die Daten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hier geht es um nicht mehr oder weniger als die Datenverteidigung, sagt Paul Lewis, CEO & Founder von Calamu.
Unternehmen sind aufgefordert sichere Lösungen zu finden, um die Daten über die Perimeterverteidigung hinaus zu schützen und sich darauf zu konzentrieren, was passiert, wenn der Schutzwall durchbrochen und auf die Daten zugegriffen wurde. Gibt es einen Weg, um sicherzustellen, dass die Daten geschützt bleiben, auch vor Angriffen?

Data-First-Cyberstorage-Strategie
Neue Anbieter im Bereich Cyberstorage sagen ja. Paul Lewis Meinung dazu: „Das Ziel einer echten Data-First-Cyberstorage-Lösung besteht nicht nur darin, die Auswirkungen eines Angriffs abzumildern, sondern den Angriff zu absorbieren, das Risiko der Datenexposition zu verringern und automatisierte Systeme einzusetzen, um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten und Ausfallzeiten zu vermeiden. Wenn die Daten auch dann sicher bleiben, wenn auf die Speichermedien unberechtigterweise zugegriffen wird, hat das Unternehmen Zeit, den Einbruch zu versiegeln und forensische Untersuchungen durchzuführen, ohne dass sensible Daten sofort aus der kontrollierten Umgebung abgeschöpft werden.“
Eine Cyberstorage-Schicht kann auch dazu beitragen, Backup-Daten sowie lokale Datenserver zu sichern, die schnell zum Ziel von Ransomware-Angriffen mit doppelter Erpressung werden. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass 72 Prozent der Unternehmen im Jahr 2021 von Angriffen auf ihre Backup-Repositories betroffen waren. Darüber hinaus haben sich die Angriffe auf Cloud-Repositories im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, was viele IT-Teams dazu veranlasst hat, die Datenmigration in die Cloud zugunsten von On-Premises-Systemen zu stoppen. Aber auch Cyberkriminelle haben diesen Trend erkannt und wissen, dass der Zugriff auf On-Premises-Systeme eine Goldgrube darstellt. Angriffe auf On-Premises-Server wurden durch verschiedene kreative Maßnahmen gestartet, darunter CVE-Exploits, Backdoor-Schwachstellen und sogar elektromagnetische Signale, um Zugang zu Air-Gapped-Systemen zu erhalten.
Drei Säulen für mehr Widerstandsfähigkeit
Laut Gartner schützt Cyberstorage Speichersystemdaten vor Ransomware-Angriffen durch frühzeitige Erkennung und Blockierung von Angriffen, hilft bei der Wiederherstellung durch Analysen, und kann den Beginn eines Angriffs ermitteln. Bei der Evaluierung einer Cyberstorage-Verteidigungsschicht sollten Unternehmen daher folgende Punkte berücksichtigen:
- Integrierte, proaktive Technologie, die Anomalien erkennt und von sich aus in Aktion tritt, indem sie den Ort der Bedrohung automatisch unter Quarantäne stellt, eine Warnung ausgibt und die Aktivität für weitere Untersuchungen aufzeichnet
- Fähigkeit zur sofortigen Wiederherstellung und Fortsetzung eines Angriffs sowie zur Selbstheilung der angegriffenen Daten
- Sicherheitsvorkehrungen auf Datenebene, die die Daten vor Angriffen schützen, selbst wenn sie während eines Angriffs exfiltriert wurden
Bei einem Cyberangriff ist die Zeit immer von entscheidender Bedeutung. Cyberstorage-Lösungen, die leistungsstarke Sicherheitsanalysen und -intelligenz mit proaktiven Auslösern auf der Grundlage von Aktivitäten auf Datenebene integrieren, können die Zeit bis zum Handeln und letztlich bis zur Wiederherstellung verkürzen und somit die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Unternehmens verbessern. Es wird geschätzt, dass die schnellste Ransomware ein System in weniger als 45 Minuten übernehmen kann. Darüber hinaus lauert der durchschnittliche Cyber-Angreifer nach dem Eindringen in ein Netzwerk 11 Tage lang unentdeckt, bevor er Ransomware einsetzt.
Unternehmen, die darauf warten, dass ihre IT-Teams auf verdächtige Aktivitäten reagieren, verlieren den Wettlauf mit der Zeit. Proaktive Erkennung bedeutet, den Angriff automatisch zu erkennen und zu stoppen, indem der Ort der Bedrohung unter Quarantäne gestellt wird. Es bedeutet auch, dass die Aktivitäten für weitere Untersuchungen aufgezeichnet und die Daten geschützt werden, auch wenn auf sie zugegriffen wird.
Cyberstorage-Bedeutung steigt exponentiell
Auch wenn die Methoden von Anbieter zu Anbieter variieren, ist das ultimative Ziel von Cyberstorage ein datenorientierter Sicherheitsansatz, der sich auf den Schutz der Daten selbst konzentriert und nicht auf die Medien, auf denen die 0en und 1en tatsächlich gespeichert sind. Diese Kategorie ist zwar noch jung, aber es gibt bereits vielversprechende Unternehmen, die dieses Problem durch innovative Technologien angehen.
Speichersysteme werden schnell in die Cloud verlagert und wachsen exponentiell in ihrer Größe, was einen unglaublichen Bedarf an dieser neuen Technologie schafft.
Während heute schätzungsweise nur 10 Prozent der Unternehmen einen integrierten Ransomware-Schutz für ihre Daten benötigen, erwartet Gartner, dass diese Zahl in den nächsten drei Jahren auf 60 Prozent ansteigen wird. Unternehmen brauchen heute kreative Lösungen, um ihre Daten zu schützen. Ein Sicherheitsansatz, bei dem die Daten im Vordergrund stehen, bietet genau das.

Der datenorientierte Sicherheitsansatz
Der neue Sicherheitsansatz konzentriert sich also auf den Schutz der Daten selbst, um Datenverletzungen, Datendiebstahlsversuchen und anderen Cyberangriffen standzuhalten und sie aufzufangen. Dieser Sicherheitsprozess der nächsten Generation sorgt dafür, dass die Daten für den täglichen Betrieb zugänglich bleiben, aber für unbefugte Benutzer wertlos werden und sich nach einer Verletzung selbst heilen, um die Widerstandsfähigkeit und Geschäftskontinuität zu gewährleisten.
Leistungssteigerungen werden durch horizontale Skalierung und parallele Verarbeitung erreicht. Selbst mit der fortschrittlichen Backend-Technologie, die die Next-Gen-Datensicherung ermöglicht, ist die Benutzererfahrung transparent und Änderungen der Latenz sind in der Regel nicht zu bemerken.
Fragmentierte Daten = null Angriffsvektor
Mit Calamu werden die Daten geschützt, indem die Dateien fragmentiert und so verteilt werden, dass nicht ein Speicherort über die zur Wiederherstellung einer Datei erforderlichen Daten verfügt und somit kein einziger Angriffsvektor vorhanden ist. Jedes der Fragmente ist mit einem anderen Schlüssel verschlüsselt, so dass es keinen einzigen Ausfallpunkt gibt, wenn ein Benutzer unerlaubten Zugang zu einem einzelnen Schlüssel erhält.
Derzeit unterstützt Calamu Amazon Web Services (AWS), Microsoft 365, Microsoft Azure, Google Cloud Platform (GCP), Wasabi und On-Premises wie ein lokales Laufwerk oder ein Netzlaufwerk. Das Tool wird jedoch ständig um zusätzliche Funktionen erweitert. Die neueste Freigabe ermöglicht dem Anwender die Backup-Daten in einem gehärteten, manipulationssicheren Cloud-Repository zu sichern, so das Ransomware daran gehindert wird, Daten zu stehlen, und sie auch bei einem Cloud-Ausfall verfügbar hält! Die Lösung funktioniert mit den wichtigsten Backup-Lösungen und Cloud-Anbietern.
Und sonst?
Neben der Sicherheit wurde bei der Entwicklung von Calamu auch auf Skalierbarkeit und einfache Implementierung geachtet. So bietet die Lösung eine 100-prozentige API-Abdeckung und verfügt über Skripte, die die Bereitstellung einfach machen. Darüber hinaus werden Docker und Kubernetes für die containerisierte Bereitstellung unterstützt.
Die inhärente Methode, die Calamu Protect zum Schutz von Daten verwendet, vereinfacht die Einhaltung von Vorschriften und gesetzlichen Bestimmungen erheblich.
Calamu verfügt über mehrere eingebaute Redundanzen, um die volle Ausfallsicherheit zu gewährleisten, so dass die Daten immer nur für authentifizierte Benutzer verfügbar sind. Wenn ein Speicherort nicht mehr verfügbar ist, können Fragmente von anderen gesunden Speicherorten innerhalb des Datenhafens abgerufen werden, um die Datei wiederherzustellen, die sogenannte Selbstheilung. Das Tool repariert dann automatisch den „schlechten“ Speicherort an einem neuen, gesunden Speicherort und stellt so die volle Ausfallsicherheit des Datenhafens wieder her.

Der Markt
Calamu konkurriert mit mehreren Anbietern auf dem Markt, darunter Cloudian, das eine Ransomware-Protection-as-a-Service-Lösung anbietet. Es ermöglicht Unternehmen, Kopien ihrer Daten zu erstellen, die sie auf einen zweiten Cloudian-Standort oder eine Deep-Archive-Speicherlösung wie AWS Glacier replizieren können.
Ein weiterer Konkurrent ist Rubrik, der eine Ransomware-Schutzlösung anbietet, die Daten speichert, damit Ransomware-Akteure auf Backups zugreifen oder diese ändern können.
Calamu hingegen arbeitet mit dem Konzept der fragmentierten Daten in einer Multi-Cloud-Umgebung und unterschiedet sich damit schon konzeptionell von allen anderen Lösungen.
Mit Calamu werden die Daten geschützt, indem die Dateien fragmentiert und so verteilt werden, dass kein einziger Speicherort über die zur Wiederherstellung einer Datei erforderlichen Daten verfügt und somit kein einziger Angriffsvektor vorhanden ist.













