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17.10.18 - 17.10.18
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Generation Y

Bei dieser Thematik spielt der Wandel auf dem Arbeitsmarkt eine große Rolle. So leben wir in einer ökonomischen Welt, welche gewinnorientiert ausgerichtet ist und in welcher der Mensch schnell zum Objekt wird. Die Wertvorstellungen haben sich jedoch geändert und so stehen menschliche Werte wieder im Vordergrund. Als Unternehmer ist es also essentiell sich diesen Veränderungen anzupassen.

Der Begriff der „Generation“ bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die in einer bestimmten Zeitspanne geboren wurden. Neil Howe und William Strauss beschrieben bereits 19 Generationen, beginnend mit den „Puritanern“ (1588 – 1617) bis in die heutige Zeit. Bedingt durch dieselben geschichtlichen Einflüsse sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen treten in einer Generation – mehr oder weniger – altersgruppentypische Wertemuster und charakteristische Prägungen auf. 

US-Amerikaner haben der Klassifizierung nach Generation X, Y, Z weltweite Akzeptanz verschafft, vorneweg der wohl am meisten diskutierten Gen Y. Die Generation ist maßgeblich geprägt durch den Wandel von der Industriegesellschaft zur globalisierten Informationsgesellschaft. Aufgewachsen mit Informationstechnologie, hoher Transparenz und einem großen Spektrum an Möglichkeiten. Zeit ist für die Generation der neue Luxus. Sie investieren ihr Geld eher in Erlebnisse, als in Status.

Vom Objekt zum Subjekt

Wir befinden uns in einem radikalen Umbruch des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft. Für viele Unternehmen ist die Gewinnmaximierung das übergeordnete Ziel. Das wirtschaftliche Selbstverständnis vom Mitarbeiter als reiner Produktionsfaktor führte zur Objektifizierung des Menschen. Das Behandeln des Menschen als Objekt begünstigt in vielen Bereichen unausgewogene Machtverhältnisse und beeinträchtigt zudem sowohl seine Würde als auch seine Gesundheit. Stand April 2018 sind in Deutschland etwa 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht rund 17,8 Millionen Menschen. Die Anzahl der Langzeitkranken steigt stetig, während die Anzahl der Fachkräfte in Deutschland konsequent sinkt.

Die Digitalisierung, Globalisierung sowie die bereits erwähnten Faktoren sind bereits eine große Herausforderung für alle Branchen, die auf Fachkräfte angewiesen sind und als wäre das nicht genug, bringt die Generation Y und die Nachfolgegeneration Z das alte Arbeitssystem, mit ihrer Forderung, Arbeit zu subjektivieren, zusätzlich an seine Grenzen.


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Agilität kommt aus der Softwareentwicklung

Vor 17 Jahren unterzeichneten 17 Softwareentwickler das agile Manifest. Der Grund: Hierarchien, aufgeblähte Prozesse und klassische Denkweisen bremsten die Geschwindigkeit in Projekten, minderten die Qualität der Ergebnisse und führten zu einem hohen Dokumentationsaufwand. Das Manifest sollte die Zusammenarbeit in der Softwareentwicklung grundlegend revolutionieren. Genau 17 Jahre später ist Agilität der Managementtrend und Arbeiten in agilen Teams die meist genutzte Worthülse in Unternehmen. Die meisten verwechseln jedoch flexibel mit agil. 

Die Generation Y will nicht nur einzelne abgegrenzte Programmieraufgaben in einem Projekt übernehmen, sie wollen von Beginn an in das gesamte Projekt mit einbezogen werden und das große Ganze verstehen. Sie wollen aufgabenzentriert und menschenorientiert geführt werden. Durch die Verteilung klarer Verantwortlichkeiten ist das Handeln aller Projekt-Beteiligten auf die vereinbarten Meilensteine und Ziele ausgerichtet. Dabei spielt der Mitarbeiter als Mensch eine wichtige Rolle. Die Generation Y ist sich ihrer Individualität bewusst und schätzt zugleich die Gemeinschaft. Sie wollen sich einbringen, doch die Führungskraft soll die Entscheidungen treffen, damit in den Teams flexibel weiterentwickelt werden kann. Wichtiger noch sind die Rahmenbedingungen, flexible Arbeitszeiten, gegebenenfalls Home Office und Gemeinschaftsbüros für die Entwickler. Mittels digitaler Kommunikationstools wie Messenger, Skype for Business, Slack oder Zoom, bewahren sie sich ihre Flexibilität und das Teamgefühl bleibt virtuell auch außerhalb der Büroräumlichkeiten erhalten.

Da IT-Technologien sehr schnelllebig sind und Stillstand schnell zur Marktverdrängung des Unternehmens führen kann, wollen sich IT-Mitarbeiter aus der Generation Y regelmäßig weiterbilden. Es macht Sinn, im Rahmen von Kompetenzentwicklungsgesprächen, die Fortbildungsmaßnahmen mit jedem Mitarbeiter einzeln zu planen. Dadurch ist die Führungskraft nahe an den Bedürfnissen der Mitarbeiter. Im Idealfall sollten die Qualifizierungsmaßnahmen Eignung und Neigung der Mitarbeiter berücksichtigen. Zufriedenheit und Wertschätzung tragen positiv zu mehr Lebensqualität bei. Zudem erfüllen sie den Wunsch der Generation Y nach Sinnhaftigkeit und Spaß an der Arbeit.

Auf Pseudo Start Up Rahmenbedingungen wie Tischtennisplatte oder Kicker im Keller kann verzichtet werden. Worauf definitiv geachtet werden sollte, ist die Art und Weise der Unternehmenskommunikation. Transparent, ehrlich, auf Augenhöhe, zeitnahe und offene Feedbackkultur. Viele Probleme in Unternehmen entstehen nicht auf Grund mangelnder Fachkompetenz, vielmehr als Folge unzureichender Sozialkompetenz. 

Amel LarianiAmel Lariani ist Inhaberin, Beraterin und Coach bei Embodyment Guide – menschenorientierte Personalarbeit. Sie ist Gastdozentin an der Universität in Bayreuth für Wirtschafts- und Unternehmensethik und hat acht Jahre lang menschenzentrierte Forschung betrieben.

www.embodymentguide.com
 

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