Wieso immer mehr Menschen in der Mid-Career-Crisis stecken

Wer sie nicht selbst erlebte, hat zumindest schon von ihr gehört: die Midlife-Crisis. Doch seit einiger Zeit taucht auch der Begriff Mid-Career-Crisis auf.

Beide Phänomene verbindet die Unsicherheit von Menschen, die bereits ein gutes Stück ihres – beruflichen – Lebens hinter sich gebracht haben und sich nun fragen, wie es weitergehen soll. Doch wieso sprechen so wenige Erfolgsmenschen darüber? Was noch hinter der Mid-Career-Crisis steckt, wie sich diese Krise erkennen lässt und welche Auswege es gibt, erklärt Mike Warmeling, Speaker und Erfolgstrainer aus Osnabrück sowie Gründer von Warmeling Consulting.

Anzeige

Über den Alltagstrott hinaus

Die berufliche Sinnsuche während der Schul- oder Studienzeit haben einige vielleicht noch in Erinnerung. Über eine Krise in der Mitte des Joblebens reden jedoch wenige. Wer einmal einen Karriereweg eingeschlagen hat, ändert den doch nicht einfach so. Doch immer mehr Menschen hören nach einigen Jahren im Berufsleben eine Stimme, die infrage stellt, ob der derzeitige Weg noch richtig ist. Dabei spielt es nicht unbedingt eine Rolle, wie erfolgreich jemand in seinem Job ist, um in diese Sinnkrise zu geraten. Gerade die Corona-Pandemie hat vielen Arbeitnehmern vor Augen geführt, was in ihrem Jobleben falsch läuft. Schließlich war der Beruf wochen- oder gar monatelang das Einzige, mit dem der Alltag gefüllt war. Betroffene haben mehrere Möglichkeiten und sollten sich zunächst einmal einige Fragen zu ihrer aktuellen beruflichen Situation stellen. Dabei muss niemand nun mit dem Rucksack durch Tibet reisen, um den tieferen Sinn in seinem Leben zu finden. „Wer Unzufriedenheit im Job verspürt, sollte sich genau überlegen, welche beruflichen Ziele ihm eigentlich wichtig sind, das kann Geld, Status oder auch die Selbstverwirklichung sein“, so Mike Warmeling. Wer beispielsweise im Grunde zufrieden mit der eigenen Arbeitsstelle ist, sich aber nach mehr Herausforderung sehnt, könnte sich nach einer geeigneten Fortbildung oder sogar einem aufbauenden Studium umsehen. Wenn dieses berufsbegleitend stattfindet, kann das zwar eine Doppelbelastung bedeuten, aber so muss nicht auf das monatliche Einkommen verzichtet werden. Eventuell kommt der Arbeitgeber auch seinem Mitarbeiter durch flexible Arbeitszeiten entgegen, schließlich profitiert auch das Unternehmen durch neu erworbenes Wissen.

Neue Wege zulassen

Doch nicht immer weiß der Betroffene auch den Grund für seine Mid-Career-Crisis. Wer eher ein unbestimmtes Gefühl hat, dass sich etwas ändern muss, sollte sich fragen, was er statt seines aktuellen Jobs lieber tun würde. Eventuell gibt es eine große Leidenschaft, die aus verschiedenen Gründen nicht zum Beruf gemacht wurde. Stärken wurden vielleicht zu Beginn der Karriere nicht verfolgt, aus Sorge um die Sicherheit des Arbeitsplatzes, eines zu geringen Gehalts oder wegen fehlender Aussichten auf Aufstiegschancen. „Auch nach einigen Jahren Berufserfahrung ist es durchaus legitim, sich noch einmal umzuorientieren. In Deutschland herrscht in vielen Köpfen aber leider noch die Ansicht, dass wir unseren einmal erlernten Beruf ein Leben lang ausüben müssen“, kritisiert Mike Warmeling. Daher ist es ratsam, nicht nahestehende Dritte in den Plan einzuweihen. Sie reagieren unter Umständen weniger subjektiv als nahe Verwandte oder Freunde. Gleichzeitig sollte man sich so umfassend wie möglich über den Traumberuf informieren und aktuelle Stellenausschreibungen scannen, um sich ernsthaft zu fragen, ob dieser Job wirklich eine Option darstellten könnte

NL Icon 1
Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button “Zum Newsletter anmelden” stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Selbstständig mit Plan

Auch wer bereits weiß, an welchen Stellschrauben er eigentlich drehen müsste, um aus der Mid-Career-Crisis zu kommen, traut sich vielleicht nicht, dies auch durchzuziehen. Gerade wenn es um die Selbstständigkeit geht, scheuen viele den Schritt in eine selbstbestimmtere Zukunft. Warmeling erklärt: „Schon der Volksmund weiß: ‚Wer nicht wagt, der nicht gewinnt‘. Aber bei vielen ist die Angst zu scheitern einfach zu groß.“ Er selbst gab bereits vor einigen Jahren den sicheren Arbeitsplatz als Berufssoldat auf, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen, und stieß mit dieser Entscheidung nicht überall auf Verständnis. Schließlich bedeutet ein beruflicher Neustart im Zweifel auch einen finanziellen Rückschritt. „Wenn der Job dich nicht mehr ausfüllt oder glücklich macht, lassen sich aber auf dem Weg zum Traumberuf auch Rückschläge verkraften“, so Warmeling weiter. Um das Risiko des Scheiterns in Grenzen zu halten, gibt es aber beispielsweise die Option, in ein Franchise- oder Lizenzsystem einzusteigen. Sie erlauben Flexibilität und bieten gleichzeitig Sicherheit durch bereits erprobtes Know-how. Doch ob durch Fortbildung, Umorientierung oder Selbstständigkeit – jeder sollte den Mut haben, sich aus der Mid-Career-Crisis zu befreien.

www.warmeling.consulting

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button “Zum Newsletter anmelden” stimme ich der Datenschutzerklärung zu.