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Auch in Pandemie-Zeiten steht der Wettlauf um qualifizierte Mitarbeiter nicht still. Um Bewerber zu gewinnen, brauchen Unternehmen jetzt mehr denn je schnelle, digitale Prozesse und müssen den Kandidaten in den Mittelpunkt stellen. Ulrich Jänicke, CEO aconso, erklärt, welche Recruiting-Trends sich in diesem Jahr abzeichnen.

1. Digitalisierung: Offene Stellen schneller besetzen

Die Corona-Krise hat der Digitalisierung einen Schub versetzt. In vielen Unternehmen sind Home Office und digitale Zusammenarbeit mittlerweile selbstverständlich geworden. Wenn persönliche Kontakte nicht möglich sind, wirkt sich das auch auf das Recruiting aus. Wie eine Stepstone-Studie zeigt, fanden im Mai 2020 bereits 60 Prozent aller Bewerbergespräche per Videochat statt. So können sich Kandidaten und Unternehmen in Zeiten von Social Distancing zumindest virtuell kennen lernen. Viele HR-Abteilungen haben festgestellt, dass das hervorragend funktioniert, und werden Live-Video-Interviews sicher auch nach der Pandemie weiter einsetzen. Denn die Technik trägt dazu bei, den Bewerberprozess schneller und einfacher zu gestalten.

Digitale Interviews sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem vollständig digitalen Bewerberverfahren. Unternehmen sehen darin großes Potenzial, so eine Studie der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit der Plattform Monster.de. Die Mehrheit (82,2 Prozent) glaubt, dass sie offene Stellen mithilfe der Digitalisierung schneller besetzen können. Mehr als die Hälfte (53,4 Prozent) meinen, dass dies dank digitaler Tools sogar passgenauer möglich ist. Noch haben die meisten HR-Abteilungen aber lediglich die Anfangsphase des Bewerberprozesses digitalisiert und automatisiert. Viel Luft nach oben gibt es bei der (teil-)automatisierten Vorauswahl von Kandidaten oder der automatisierten Vertragserstellung. Letztere ermöglicht es, direkt nach einem erfolgreichen Bewerbergespräch per Knopfdruck ein Vertragsangebot aus den bereits vorhandenen Bewerberdaten zu erstellen.

2. Candidate Centricity: Den Bewerber in den Mittelpunkt stellen

Bewerberverfahren müssen nicht nur schnell sein, sondern auch einen positiven Eindruck beim Kandidaten hinterlassen. Das ist gleich in doppelter Hinsicht wichtig: einerseits, um erfolgreich zum Vertragsabschluss zu kommen, und anderseits, um die Arbeitgebermarke zu stärken. Umgekehrt kann sich eine schlechte Candidate Experience negativ auf das Employer Branding auswirken. So ergab eine CareerBuilder-Studie, dass mehr als die Hälfte der Bewerber nicht mehr bei einem Unternehmen einkaufen würden, bei dem sie schlechte Erfahrungen während einer Bewerbung gemacht haben.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem Recruiting-Ansatz, der den Kandidaten in den Mittelpunkt stellt und versucht, in allen Phasen der Candidate Journey für einen positiven Eindruck zu sorgen. Das fängt bereits mit der Gestaltung der Karrierewebseite an: Sie sollte sich mit wenigen Klicks öffnen lassen und filterbar sein. Der Bewerberprozess muss für den Kandidaten einfach und komfortabel ablaufen. Dazu gehört zum Beispiel, dass er sich auch mobil oder über sein LinkedIn-Profil bewerben kann. Wichtig sind zudem schnelle Reaktionszeiten und eine persönliche Ansprache. Der Trend zum bewerberzentrierten Recruiting hat sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet und wird sich weiter verstärken. 

3. Green Recruiting: Nachhaltigkeit im Bewerberverfahren zählt 

Eng mit einer positiven Candidate Experience verbunden ist der Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Gerade für die jüngere Generation spielen Umwelt- und Klimaschutz eine wichtige Rolle. Dieses Bewusstsein möchten sie auch bei ihrem künftigen Arbeitgeber wiederfinden. Doch nicht nur um bei Nachwuchskräften zu punkten, lohnen sich umweltschonende HR-Prozesse. Sie sind auch in unser aller Interesse. Einen wichtigen Beitrag kann zum Beispiel ein komplett papierloses Bewerberverfahren leisten. Das spart Ressourcen, vermeidet Müll und reduziert auf beiden Seiten Aufwand und Kosten.

Bewerber müssen keine teuren Mappen kaufen und versenden und HR-Abteilungen müssen nicht länger mit einem Papierchaos kämpfen. Sie vermeiden Medienbrüche, Druck- und Portokosten und können Unterlagen direkt digital weiterbearbeiten. Auch Video-Interviews statt Vor-Ort-Termine tragen zum Umweltschutz bei, da Bewerber sich die Anfahrt sparen. Zudem sollten Unternehmen grundsätzlich eine umweltbewusste Unternehmenskultur pflegen. Dazu gehört zum Beispiel auch, auf Kapsel-Maschinen in der Kaffeeküche zu verzichten oder bei Verbrauchsmaterialien und Büroausstattung auf Nachhaltigkeit zu achten.

4. Mobile Recruiting: bald unverzichtbar

Ein seit den letzten Jahren ungebrochener Trend ist das Mobile Recruiting. Wer dies bisher noch vernachlässigt hat, sollte 2021 unbedingt Gas geben. Laut einer aktuellen Studie der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Portal Monster.de befürchten mehr als 80 Prozent der Unternehmen, dass sie potenzielle Kandidaten verlieren, wenn sie kein Mobile Recruiting anbieten. Jeder dritte Kandidat präferiert heute bereits eine mobile Bewerbung gegenüber einer traditionellen. HR-Abteilungen sollten daher schon bei der Gestaltung von Stellenangeboten darauf achten, dass sie für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert sind. Außerdem sollten sie Kandidaten die Möglichkeit bieten, sich mit wenig Aufwand direkt von ihrem Smartphone oder Tablet aus zu bewerben. Elegant lässt sich das zum Beispiel über eine App lösen, die über das Unternehmen informiert und den Kandidaten auf neue, passende Stellenanzeigen hinweist. 

Fazit

Durch die Pandemie ist nicht nur das Arbeitsleben, sondern auch das Recruiting digitaler geworden. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Ulrich Jänicke, CEO von aconso, fasst zusammen: „Der War for Talents geht weiter. Wer erfolgreich sein will, muss für eine positive Candidate Experience sorgen – von der komfortablen Stellensuche über die papierlose, mobile Bewerbung bis zur automatisierten Vertragserstellung. Digitale Prozesse helfen dabei, das gesamte Recruiting-Verfahren möglichst effizient, bewerberzentriert und nachhaltig zu gestalten. So punkten Unternehmen bei Kandidaten und kommen schneller zum Vertragsabschluss.“
 

Ulrich Jänicke, CEO
Ulrich Jänicke
CEO, aconso AG
(Bildquelle: aconso)

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