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Personalförderung

Noch vor Beginn der Corona-Pandemie litten viele Unternehmen bereits unter akutem Fachkräftemangel. Auch in diesem Punkt hat die Krise keine Erleichterung gebracht. Das trifft besonders auf mittelständische Betriebe – darunter so manchen Hidden Champion – zu, die ihre Standorte und Produktionsstätten oft in ländlichen Regionen weit weg von den für junge Leute attraktiven Metropolen haben.

Während das Recruiting von hochqualifizierten Angestellten sich bereits als Herkulesaufgabe herauskristallisiert hat, dürfen Unternehmen aber keineswegs die eigenen, verdienten Leute vergessen. Und gerade deshalb müssen sie unentwegt in die Personalförderung ihrer Belegschaft investieren, um eben diese wertvollen Mitarbeitenden weiterhin und vor allem langfristig an das eigene Unternehmen zu binden.

Tatsächlich ist die Zahl der deutschen Unternehmen, die in der aktuellen Situation „eher weniger Interesse“ an personalfördernden Maßnahmen zeigen, mit 20 Prozent noch vergleichsweise gering. Das ergab eine landesweite Umfrage von rexx systems unter 20.000 HR-Experten und -Entscheidern. Dabei hat COVID-19 wie an den Schulen auch in den Betrieben viele Weiterbildungsmaßnahmen und andere Aktivitäten lahmgelegt. Andererseits hat „Corona“ über alle Kanäle ein regelrechtes Bombardement an digitalen Angeboten im Bereich Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ausgelöst.

Und so ist vielleicht auch nicht verwunderlich, dass regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen mit rund 35 Prozent der Befragten bei der Personalförderung ganz oben stehen. 32 Prozent der HR-Experten setzen darauf, die Angestellten dadurch zu fördern, indem sie Eigeninitiative unterstützen. Aber nur knapp 13 Prozent halten es damit, individuelle Stärken mit entsprechend verteilten Aufgaben gezielt zu fördern. Dabei bietet die Digitalisierung mit HR-Software große Chancen, das zu ändern, so wie der Lockdown nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Massenflucht ins Homeoffice losgetreten und viele Unternehmen dahingehend zum Umdenken gezwungen hat.

Anerkennung schafft Mitarbeiterbindung

Die Tatsache, dass die Mehrheit der befragten HR-Experten weiter daran festhalten, ihr Personal aktiv zu fördern, bestätigen andere Studien, die darin eine Wertschätzung und ein wichtiges Mittel zur Personalbindung sehen. Wie rexx systems eine Umfrage von Forsa zitiert, ist ein zu niedriges Gehalt zwar zu 53 Prozent der Hauptanlass für den 2020 geplanten Jobwechsel. Fehlende oder zu wenig Anerkennung ist mit 43 Prozent (bei Mehrfachnennung) aber ebenfalls ein triftiger Wechselgrund für viele Angestellte.

Die aktive Personalförderung in Form von Weiterbildung oder die Unterstützung von Eigeninitiativen wird von vielen Mitarbeitenden auch als eine Art Anerkennung oder Belohnung gesehen. Besonders trifft das zu, wenn Unternehmen oder Abteilungen die Stärken der einzelnen Mitarbeitenden gezielt fördern und das entsprechend auch kommunizieren. Denn, um es salopp zu sagen, hat das derartige „Bauchpinseln“ mitunter mehr Wirkung hinsichtlich der Mitarbeiterbindung, als immer steigende Gehälter ohne spürbares Schulterklopfen. Das gilt natürlich ebenso, wenn die Vorgesetzten es am nötigen Respekt und guten Verhalten missen lassen, mit ebenfalls 53 Prozent auf Platz 2 die „Wechselwut“ von Arbeitern und Angestellten in der besagten Forsa-Studie.

360-Grad-Feedback und E-Assessments auch

Toptalente suchen die Herausforderung, Anerkennung und gezielte Förderung. Letztere kann auch durch Coaching, Mentoring oder Trainee-Programme erfolgen. Was den Punkt Anerkennung oder Wertschätzung angeht, kann ein 360-Grad-Feedback nützlich sein. Als Weitere von zehn Maßnahmen zur Personalförderung nennt Arbeitgeberbewerbung.de die Laufbahnplanung, Training out of the Job (oder off the Job bei externen Dienstleistern), Training für Nachwuchsführungskräfte, die Weiterbildung, Assessment Centers oder E-Assessments und Jobrotation.

So wie viele Unternehmen in der Corona-Krise erfahren haben, dass Homeoffice durchaus machbar ist, entdecken sie mehr und mehr auch die Möglichkeit der digitalen Personalförderung in Form von Online-Schulungen oder sogenannten Webinaren. Auch wenn IT-Sicherheit und Datenschutz in der Krise wichtige Inhalte sein können, sollte es dabei nicht nur darum gehen, sondern tatsächlich auch um Personalförderung.

E-Learning gewinnt immer mehr an Bedeutung

So schlimm die Corona-Pandemie auch sein mag, sie hat in Deutschland digital vieles vorangebracht. Die Schulen tun sich, so wie manche Unternehmen, zwar noch schwer mit Online-Lernangeboten, aber diese scheinen sich nach dem Lockdown im März 2020 mehr und mehr zu etablieren, ebenso wie das Homeoffice, zuvor gerade für viele kleine und mittelständische Unternehmen noch ein No-Go. Derweil haben große Unternehmen, wie Siemens bereits angekündigt, auch nach Corona noch am Homeoffice für eine Vielzahl von Mitarbeitenden festzuhalten. Ohne entsprechende Förder- und Schulungsmaßnahmen wird es dabei nicht gehen. Und wenn die Jobmaschine wieder richtig anspringt, wird sich entscheiden, welche Unternehmen die besten Fach- und Führungskräfte für sich gewinnen können.

https://www.rexx-systems.com/


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