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Plattform

Seit einiger Zeit bemühen traditionelle Unternehmen sich darum, von digitalen Ökosystemen zu profitieren und die Vorteile für das eigene Business und ihre Kunden zu nutzen. Doch der Weg hin zum Plattform-Geschäftsmodell führt über unterschiedliche Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt.

Das Ziel ist es, einen Mehrwert für alle Beteiligten im digitalen Ökosystem zu schaffen und dafür eine Plattform anzubieten, die reibungslos von sämtlichen Akteuren genutzt werden kann - und zwar entlang der gesamten Customer Journey. Was es dazu braucht und worauf Entscheider in diesem Zusammenhang achten müssen, erläutert Sebastian Vetter, Head of North, East & Central Europe bei MANGOPAY, Anbieter für End-to-End-Zahlungslösungen für Marktplätze.

Traditionelle Teilnehmer an der Plattform-Transformation

Plattformen sind absolut im Trend, denn sie generieren Mehrwerte, indem sie Kunden, Hersteller und Anbieter zusammenbringen und miteinander vernetzen. Sie erleichtern automatisierte Interaktionen und Transaktionen in einem Ökosystem und bieten so sämtlichen Akteuren die Möglichkeit, unterschiedliche Rollen einzunehmen. Doch wodurch zeichnen sie sich konkret aus? Experten (wie bspw. McKinsey) und Provider sind sich in der Definition von Plattformen weitgehend einig. Sie:

  1. sind softwarebasierte digitale Umgebungen mit offenen Infrastrukturen

  2. sind Vermittler, die Menschen, Organisationen und Ressourcen miteinander verbinden

  3. orchestrieren branchenübergreifende Ökosysteme ohne Grenzen

  4. senken  Grenzkosten auf nahezu Null

  5. sind Nutznießer von Netzwerkeffekten

  6. bilden das Fundament für kombinatorische Innovation

In dieser Definition stecken zahlreiche Möglichkeiten für Organisationen, die sich in Plattformen verwirklichen wollen. Aus diesem Grund wollen sich immer mehr traditionelle Unternehmen an digitalen Ökosystemen beteiligen. Die Pandemie hat diesen Trend zusätzlich befeuert, jedoch auch die ersten gescheiterten Plattform-Vorhaben zutage gefördert. Forscher und Experten beschäftigen sich daher intensiv mit der Frage, welche Mechanismen die Geschäftsmodelle digitaler Plattformen antreiben und zum Erfolg führen.

Aufbau von Ökosystemen

Der pragmatischste Weg hin zum Plattform-Geschäftsmodell führt über den Aufbau von Ökosystemen, in denen sich bestehende sowie neu hinzukommende Teilnehmer des aktuellen Geschäftsmodells austauschen können. Es gilt also, die eigene Kernkompetenz in die Welt der Plattform zu überführen und von dort aus weiterzuentwickeln. Damit solche Ökosysteme gelingen, müssen alle Akteure davon profitieren und individuelle Mehrwerte generieren, die ohne Plattform nicht realisierbar werden: Kunden, Anbieter und Partner begegnen sich auf einer gemeinsamen Ebene, gestalten eine reibungslose und wertschöpfende Customer Journey und entwickeln so ein Serviceportfolio, das die Summe der Einzelangebote übersteigt.

Vorteile für alle Beteiligten

Dabei können die Anreize für die unterschiedlichen Akteure ganz verschieden sein. Plattform-Anbieter passen sie idealerweise an die Teilnehmer an, um echte Mehrwerte zu schaffen. Von monetären Subventionen über exklusive Einblicke in Kundendaten, qualitativ hochwertige technische Infrastrukturen, bis hin zu offenen Anwendungsschnittstellen zur Nutzung der Dienste anderer Plattform-Nutzer sind diverse Ansätze denkbar. Ob es sich bei den Akteuren um klassische "Käufer" und "Verkäufer" von Waren handelt, um "Verbraucher" und "Anbieter" von Dienstleistungen oder um Partner, die gemeinsame Projekte auf die Beine stellen, ist für die Plattform irrelevant. Wichtig ist die nahtlose Verbindung aller Teilnehmer. Ein gut funktionierendes Netzwerk auf einer Plattform senkt die Kosten für die Kundenakquise, liefert neue Erkenntnisse aus den gesammelten Geschäftsprozessdaten und verbessert die Kundenbeziehung durch ein erweitertes Angebot. Laut der Experten von McKinsey sind Verbraucher bereit für das Plattformmodell: 71 Prozent der Befragten geben an, dass sie für integrierte Ökosystem-Angebote bereit sind.

Die Plattform als Produkt

Fragt man Unternehmen nach ihrem Angebot, antworten sie mit ihrem physischen Warenportfolio oder ihren Dienstleistungen – selbst wenn sie bereits auf ein Geschäftsmodell mit Online-Plattformen setzen. Doch um in diesem Bereich erfolgreich zu sein, muss die Plattform selbst zum Produkt werden. Ein Produkt, das aus einer Reihe von Aktivitäten und der zugrundeliegenden Technologie zur Erreichung der Geschäftsziele besteht. Die angebotenen Waren und Dienstleistungen wirken sich zwar auf die spezifischen Aktivitäten und Technologiepakete aus, stellen aber nicht mehr das entscheidende Angebot des Betriebs dar. Wenn die Plattformunternehmen von morgen ihre Denkweise entsprechend angepasst haben, werden die nächsten Schritte in der Entwicklung der Ökosysteme immer deutlicher: An dem Punkt, an dem die Kernkompetenz einer intelligenten Organisation darin besteht, Plattformteilnehmer und Partner zu managen, um einzelne Systeme zu integrieren und so Ökosysteme aufzubauen, können sie die Grenzen erweitern und an der Integration dieser Ökosysteme arbeiten.

Mehrwert durch intelligente Vernetzung

Die Herausforderung wird in Zukunft zunehmend darin bestehen, intelligente Wertangebote zu schaffen, die sich aus der Verknüpfung mehrerer interner oder externer Ökosysteme zusammensetzen. So schaffen Plattformen einen Mehrwert, der den der einzelnen Teilnehmer und sogar den ganzer Ökosysteme deutlich übersteigt. Jedoch gelingt dieser Wandel nur über Partner, die Unternehmen bei der Förderung von Offenheit, Integration und Flexibilität unterstützen. Hier liegt das Herzstück jedes Vorhabens, das mehrere Systeme, Unternehmen und Abläufe miteinander verbindet, um gemeinsam erfolgreich zu werden. Bereits 2019 hat McKinsey prognostiziert, dass die Teilnahme an einem der möglichen Übergänge zu Plattform-Geschäftsmodellen potenziell ein zusätzliches EBIT-Wachstum von 1,1 Prozent bis hin zu 10 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren ermöglicht. Ein attraktives Potenzial, das es zu heben gilt.

Sebastian Vetter, Head of North, East & Central EU
Sebastian Vetter
Head of North, East & Central EU, MANGOPAY

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