Sind Kryptowährungen das Zahlungsmittel der Zukunft?

Kryptowährungen

Kryptowährungen finden in der gegenwärtigen Welt immer mehr Zuspruch. In manchen Ländern gilt Bitcoin sogar schon als Zweitwährung. Auch die Bezahlung mit den digitalen Coins ist bereits in ein paar Läden von Einzelhandelsunternehmen möglich. Beispielsweise haben einige Saturn- und Rewe-Filialen Geldautomaten für Bitcoin in Deutschland aufgestellt.

Wie wird sich der Markt zukünftig verändern? Haben digitale Währungen nach dem Krypto-Crash überhaupt eine Chance? Oder haben sie sich bereits so weit in unsere Welt geschlichen, dass sie das Zahlungsmittel der Zukunft sind?

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Derzeitige Einsatzgebiete von Bitcoin und Co.

Inzwischen haben sich Kryptowährungen in der Finanzwelt weit etabliert. Man denke nur an die bekannten Dienstleister wie Paypal, Visa oder Mastercard, die allesamt schon mit der digitalen Währung arbeiten. Visa brachte vor wenigen Jahren eine Krypto-Kreditkarte auf den Markt und Paypal ermöglicht Transaktionen mittlerweile auch mit Kryptowährungen. Wo Paypal nur Zahlungen auf externe Wallets erlaubt, ermöglicht Mastercard hingegen Krypto-Zahlungen per Kreditkarte in verschiedensten Geschäften. Vor allem Bitcoin (BTC) hat sich schon in einigen Bereichen als Zahlungsmittel durchgesetzt. Nicht nur, dass das Land El Salvador den digitalen Coin als Zweitwährung eingeführt hat, auch die Tatsache, dass man in manchen Restaurants damit bezahlen kann. Genauso bietet der bekannte Lieferdienst Lieferando schon eine Zahlung mit Bitcoin an. Und auch bei einigen Luxusmarken ist Bitcoin als Bezahlmethode im Gespräch.

Die Missverständnisse über BTC-Automaten

Weiterhin sind in einigen Ländern bereits Automaten für Bitcoin aufgestellt worden. In Deutschland beispielsweise findet man die Bitcoin-Automaten vor einigen Saturn- und Rewe-Filialen. Jedoch kann man sich die Coins hier nicht – wie viele denken – in physischer Form ausgeben lassen und dann damit an der Kasse bezahlen. Die Automaten sind lediglich dafür da, dass man die Kryptowährung Bitcoin dort kaufen kann. Bei Rewe und Saturn ist das österreichische Start-up Kurant der Betreiber und verlangt eine Gebühr von 8 %.

Kryptowährungen
Bild: BTC-Automat wechselt Kryptowärhung zu US-Dollar

Vor wenigen Tagen erst wurden einige Bitcoin-Automaten in Deutschland von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stillgelegt. Ausschlaggebend dafür war die nicht vorhandene Autorisierung. Die BaFin achtet nämlich darauf, dass sich ausschließlich regulierte Payment-Anbieter auf dem Markt befinden. So kann dem Schwarzmarkt abgesagt werden.

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Wie funktioniert eine Bezahlung mit Kryptowährungen?

Viele Anbieter, darunter auch einige Luxusmarken wie z.B. Gucci, die eine Bezahlung mit Kryptowährungen erlauben, haben ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell. Und das ist auch nötig. Die Software, die hinter ihrem Kassenterminal steckt, muss nämlich die digitalen Coins sofort in die jeweilige nationale Währung umtauschen können. Und das schaffen nur die Terminals wirklich guter PoS-Dienstleister. Das verlangt schon allein die Buchhaltung. Viele der Läden, die bereits eine Zahlung mit BTC ermöglicht haben, tauschen nur einen Teil der Einnahmen in Fiatgeld um, damit die Ware auch bezahlt werden kann. Den Rest behalten sie in Form von Bitcoin, da der Wert zukünftig steigen und sie somit noch mehr Profit machen können.

Die Bitcoin-Blockchain kann lediglich sieben Transaktionen pro Sekunde abwickeln. Möchten demnach viele Menschen gleichzeitig mit BTC bezahlen, wird die Blockchain langsamer. Denn die Technologie ist für so viele Transaktionen gar nicht ausgelegt. Zusätzlich kostet das auch Gebühren. Und eine Transaktion macht wenig Sinn, wenn sie mehr kostet als das Produkt selbst. Diese beiden Tatsachen machen Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain unmöglich. Der Vorteil davon ist jedoch, dass sie nicht gehackt werden kann und von keiner fremden Instanz beeinflusst wird. Und da es schon bald ca. 21 Millionen BTC geben wird, macht es eine Inflation nahezu unmöglich.

Stablecoin und Lightning mehr geeignet als Bitcoin

Inzwischen haben die Kryptowährungen schon einige Bereiche revolutioniert. Viele Finanzdienstleister haben sich den digitalen Währungen angenommen und verwenden sie auf unterschiedliche Weisen. Dass sich Bitcoin vollständig als Zahlungsmittel etablieren wird, ist dennoch eher unwahrscheinlich. Aufgrund seiner Volatilität wird der digitale Coin eher ein Wertaufbewahrungsmittel bleiben und Investitionszwecken dienen.

Potenzial sieht man mehr bei Stablecoins, CBDCs und dem Lightning-Netzwerk. Das Lightning-Netzwerk kann im Gegensatz zur BTC-Blockchain eine Million Transaktionen pro Sekunde ausführen und ist daher für eine Bezahlung mit Kryptowährungen viel geeigneter. Lightning macht Mikrotransaktionen, regelmäßige Bezahlvorgänge sowie internationale Finanztransaktionen möglich. Zudem sind die Gebühren auf diesem Netzwerk nahezu kostenfrei und die Geschwindigkeit ist viel höher. Auch das Umtauschen von Kryptowährungen in echte Währungen funktioniert viel schneller. CBDCs sind das digitale Zentralbank Geld und in einigen Ländern schon weit verbreitet. Digitale Devisen wie E-Dollar oder E-Euro werden damit auf dem Markt erscheinen. Daher ist eine Verbreitung in die DACH-Region in naher Zukunft auch sehr wahrscheinlich. Aber auch Stablecoins würden sich besser als eine zukünftige Bezahlmethode eignen, da sie nicht so erheblichen Kursschwankungen ausgesetzt sind. Paypal arbeitet zurzeit an einem eigenen Stablecoin. Sollte dieser auf den Markt kommen, würde er definitiv schnell zu einer neuen Digitalwährung werden.

Fazit

Bitcoin und andere Kryptowährungen sind jetzt schon weitläufig in unsere Welt eingedrungen. Sie revolutionieren den Finanzmarkt und digitalisieren unser Leben immer mehr. Dass Kryptowärhungen in Zukunft ein offizielles Zahlungsmittel wird, ist wahrscheinlich. Dann wird es sich aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht um den beliebten Bitcoin handeln, sondern eher um Stablecoins, digitales Zentralbankgeld oder das Lightning-Netzwerk. Diese drei Methoden bieten bessere Möglichkeiten, um sich zukünftig als fest Bezahlmethode etablieren zu können.

Jacqueline Lehmann

Green Capital und Beteiligungen AG -

Managerin für Crypto Assets

Jacqueline Lehmann ist Managerin für Crypto Assets bei Green Capital und Beteiligungen AG. Sie ist Enthusiastin bezüglich Kryptowährungen und hat viel Erfahrung im Fintech Bereich. Durch zahlreiche Kenntnisse, die sie mit der frühen Investition in den Krypto-Markt erlangen konnte, hat sie bereits Schulungen zum Thema gegeben.
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