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Digitalisierung

Wie wichtig Digitalisierung ist, haben die wirtschaftlichen Einbrüche in vielen Branchen durch Corona gezeigt. Jetzt ziehen die Wirtschaftsdaten in vielen Branchen wieder an. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie meldete gerade: „Die Rezession ist nicht so stark ausgefallen wie befürchtet und der Aufschwung geht schneller als erwartet. Die Talsohle liegt bereits hinter Deutschland.“

Exporte, Importe und Inlandsnachfrage sollen ebenso wieder steigen wie die Konsumausgaben privater Haushalte. Das entspricht den Perspektiven, die EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds, Bundesbank, Sachverständigenrat, ifo Institut und andere Organisationen für Deutschland erwarten. Bei allen aktuellen Prognosen deutet der Daumen klar nach oben. 

Dabei zeigt sich, dass der Anteil an digitalisierten Prozessen im Unternehmen ein guter Indikator für ein zukunftsfähiges und resilientes Unternehmen ist. Kurz: Wer bereits heute über ein großes Maß an digitalisierten Prozessen verfügt, hat durch die Menge der zur Verfügung stehenden Daten eben auch ein hohes Maß an Transparenz und weiß, wo Möglichkeiten zur Optimierung bestehen. Hinzu kommt: Wer als Unternehmen bereits ein hochgradig digitales Ökosystem betreibt, sieht nicht nur mehr, sondern ist auch in der Prozesssteuerung wesentlich flexibler als Unternehmen, die noch in manuellen Prozessen verhaftet sind. Das zeigt sich überall dort, wo Themen wie Kostensenkung, Effektivität und Reaktionsgeschwindigkeit auf Unvorhersehbares auf der Tagesordnung stehen.

Digitale Reife und wirtschaftliche Erholung gehen Hand in Hand

Diese Tendenz belegt auch die aktuelle von IDC und Cisco durchgeführte SMB Digital Maturity Study 2020. Die Studie ermittelt unter anderem den Zusammenhang zwischen digitaler Reife und schnellerer wirtschaftlicher Erholung. Danach liegen die Deutschen beim Thema Digitalisierung im internationalen Vergleich immerhin nach Singapur, UK und USA auf dem vierten Rang. Insgesamt zeigt die Studie eine doppelte Bewegung: Wer heute bereits digital gut aufgestellt sind, schneidet beim Thema Erholung deutlich besser ab. Und mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen sehen Covid 19 als einen „key driver“ für die weitere Digitalisierung.

EDI und EAI zusammen denken

Bei der Umsetzung und Beschleunigung der Digitalisierung geht es einerseits um die Integration interner Systeme oder EAI, also Enterprise Application Integration. Und es geht andererseits um den Austausch von Informationen mit externen Partnern und Kunden, also EDI oder Electronic Data Interchange – auch wenn diese beiden Themen immer mehr ineinander fallen. Benötigt werden heute vor allem nahtlose Verbindungen zwischen Systemen, Dingen und Menschen. Denn nur die nahtlose Kommunikation ermöglicht die system- und unternehmensübergreifende Automatisierung von Prozessen. Mit Blick auf Industrie 4.0 und das Internet der Dinge geht es vor allem darum, Informationen über Dinge und Maschinen an den unterschiedlichsten Orten zu sammeln. Für Unternehmen steht dabei vor allem im Vordergrund, dass sie in Echtzeit auf Veränderungen reagieren und vorausschauend planen können. Die intelligente Vernetzung markiert dabei den ersten Schritt. Im zweiten Schritt kommt es darauf an, die erhobenen Informationen entscheidungsrelevant aufzubereiten und zu visualisieren.

Von der Daten- zur Prozessintegration

Die meisten Unternehmen haben sich in den letzten Jahren vor allem mit dem Thema Konnektivität beschäftigt. Es ging vor allem darum, Verbindungen zwischen Systemen herzustellen, Daten zu integrieren und automatisierte Schnittstellen bereitzustellen. Medienbrüche mussten überwunden werden. Black box-Eigenprogrammierungen wurden und werden immer mehr durch leicht zu bedienende Standardsoftware ersetzt. Dabei werden die notwendigen Arbeitsschritte konfiguriert statt programmiert, damit Daten dann aus unterschiedlichen Systemen abgeholt, aggregiert, in andere Systeme befördert werden können. Das geht schneller, spart Kosten und ermöglicht mehr Flexibilität bei Änderungen. Gleichzeitig werden damit Gefahrenpunkte im Prozess reduziert, etwa wenn die Software alle Schritte dokumentiert und sich automatisch meldet, sobald ein Prozess nicht funktioniert, etwa weil ein Server nicht erreichbar ist, von dem Daten abgeholt werden sollen.

Auf Basis einer gut funktionierenden Datenintegration spielt heute vor allem die Prozessintegration eine immer wichtigere Rolle. Wie werden die integrierten Daten genutzt? Welche Funktion haben sie im Geschäftsprozess? Wie können Geschäftsprozesse durch Weitergabe von relevanten Informationen miteinander verzahnt werden, damit sie automatisiert, fehlerfrei, transparent und problemlos veränderbar ablaufen?

Managed Services für schnelle Schritte mit überschaubaren Kosten

Die ersten Schritte dazu bieten Standardsoftware-Lösungen, die sowohl die Datenintegration als auch Prozessautomation unterstützen – etwa dadurch, dass Unternehmen wahlweise mit der Software selbst Prozesse konfigurieren, oder aber direkt auf Managed Services zurückgreifen, mit denen die Digitalisierung ohne größeren organisatorischen Aufwand vorangetrieben werden kann. Die positiven Effekte stellen sich damit unmittelbar ein: Prozessintegration auf der Basis von Managed Services beschleunigt den Weg in die Digitalisierung, reduziert potenzielle Investitionskosten und vermeidet Kosten für die Bereithaltung einer eigenen Infrastruktur, die bei Managed Services einfach skaliert und kurzfristig an den aktuellen Bedarf angepasst werden kann.

Nimmt die Wirtschaftliche Erholung weiter Fahrt auf, dann spielt auch bei der Digitalisierung der time to market-Faktor eine wichtige Rolle. Die Zahlen zeigen es: Wer seinen Digitalisierungsgrad erhöht, reduziert Risiken, kann schneller auf Marktbewegungen reagieren, erhöht den Abstand zur Konkurrenz und hat im Wettbewerb die Nase vorn.

Steffen Brehme, Leiter Software-Entwicklung
Steffen Brehme
Leiter Software-Entwicklung, Lobster GmbH
Steffen Brehme studierte ab 1988 in Tralee (Irland) Informatik. Nach Abschluss war er Anfang der 90er Mitgründer von SimpleWork (Warenwirtschafts-System), das man 96 verkaufte. Anfang 97 wurde er Interims-IT-Leiter bei Maxdata, Ende 97 war er Mitgründer der Beans AG (Shop-System), 2002 Mitgründer der Lobster GmbH (gut 100 MA, 1000 Kunden). Steffen ist Leiter Software-Entwicklung und Geschäftsführer bei Lobster und der geistige Vater des Hauptprodukts Lobster_data, Standard-Software für hybride Datenintegration.

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