Das Modell fand laut OpenAI 81 schwere Lücken in Firefox und half bei 948 Linux-Exploits. Zugang erhalten zunächst ausgewählte Daybreak-Kunden.
OpenAI stellt GPT-6 Cyber für Sicherheitsforschung vor

OpenAI hat mit GPT-6 Cyber ein KI-Modell für die Sicherheitsforschung vorgestellt. Es soll Sicherheitsforschende dabei unterstützen, Schwachstellen zu finden, mögliche Angriffswege zu verstehen und Korrekturen zu entwickeln. Zugleich wurde es laut OpenAI gezielt darauf trainiert, die von den Forschenden festgelegten Einsatzregeln und Grenzen einzuhalten. Zur Verfügung steht GPT-6 Cyber zunächst ausgewählten Kunden des Programms Daybreak Red, darunter auch Kunden in Europa.
Mehr Exploits, weniger Grenzüberschreitungen
Im Benchmark ExploitGym, der prüft, ob Modelle eine vorgegebene Schwachstelle ausnutzen können, erreichte GPT-6 Cyber nach Angaben von OpenAI 48,5 Prozent, das Vorgängermodell GPT-5.6 Cyber 32,1 Prozent. In einem separaten Test, ob sich das Modell an die Grenzen einer Aufgabe hält, griff GPT-6 Cyber in 99,93 Prozent der Fälle keine Dienste außerhalb des freigegebenen Bereichs an. Bei GPT-5.6 Cyber waren es 94,49 Prozent. Unabhängige Überprüfungen der Werte liegen nicht vor. Zusätzlich hat OpenAI Schutzmaßnahmen eingebaut, die unautorisiertes Verhalten erkennen und Unterstützung bei risikoreichen Aktivitäten blockieren sollen.
81 schwere Lücken in Firefox
In der Praxis fanden OpenAI-Forschende mit GPT-6 Cyber 81 bislang unbekannte Schwachstellen im Browser Firefox, die Mozilla als schwerwiegend einstufte. Die Codebasis sei zuvor bereits mit mehreren Generationen führender KI-Modelle geprüft worden. OpenAI hat Mozilla reproduzierbare Tests und Vorschläge für Patches übergeben, Mozilla hat mit der Veröffentlichung von Sicherheitsupdates begonnen.
Zudem half das Modell, 948 Schwachstellen im Linux-Kernel zu finden und funktionierende Exploits dafür zu entwickeln, darunter 588 bislang unbekannte Lücken. OpenAI hatte die automatisierte Pipeline dafür bereits am 4. November beschrieben. Die Kosten des Durchlaufs lagen bei rund 1,2 Millionen US-Dollar. Den Maintainern hat OpenAI nach eigenen Angaben ausführliche Berichte und Vorschläge für Patches bereitgestellt.
Sicherheitssprint und höhere Prämien
OpenAI bereitet zudem einen weiteren internen Sicherheitssprint vor, bei dem externe Forschende und Partner gemeinsam mit den eigenen Teams die Abwehr des Unternehmens mithilfe der Modelle testen sollen. Die Prämien im Bug-Bounty-Programm hat OpenAI erhöht und Boni für besonders gute Berichte eingeführt. Laut Reuters hatten Beschäftigte zuvor jahrelang vor Schwächen bei der operativen Sicherheit des Unternehmens gewarnt.
Auch andere Anbieter stellen spezialisierte Modelle für die Cyberabwehr bereit. Google gibt Gemini 4 Carbon zunächst nur ausgewählten Verteidigern frei, Anthropic stellt Mythos-Modelle über Project Glasswing ausgewählten Organisationen zur Verfügung.
(red)





