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Reverse Engineering

Claude Code soll keine bestehenden Spiele mehr nachbauen

Anthropic hat den Systemprompt für Opus 5.5 ergänzt. Entwickler berichten, dass Claude auch legitime Aufgaben wie Crash-Analysen verweigert.

Claude Code soll keine bestehenden Spiele mehr nachbauen
Bildquelle: aileenchik/Shutterstock.com

Anthropic hat sein Programmierwerkzeug Claude Code so angepasst, dass es mit dem Modell Claude Opus 5.5 keine bestehenden Videospiele mehr nachbauen soll. In den Regeln von Claude Code heißt es nun sinngemäß, es solle keine Nachbildung eines bestimmten existierenden Spiels erstellen, auch nicht unter neuem Namen oder als angeblich eigenes Werk. Entdeckt hatte die Änderung der X-Nutzer Chasm. Eigene Spiele, Titel eines bestimmten Genres und Projekte mit eigenen Assets bleiben erlaubt.

„Wir haben dem Prompt von Claude Code für Opus 5.5 zwei Sätze hinzugefügt, um es davon abzuhalten, das spezifische Spiel einer anderen Person nachzubauen, weil die Nutzung von Claude zur Verletzung geistigen Eigentums gegen unsere Nutzungsrichtlinien verstößt.”
Addy Osmani, Mitarbeiter von Anthropic

Klone auf Steam

Hintergrund sind Berichte von Spieleentwicklern, deren Spiele und Demos mithilfe von KI kopiert wurden. Auf der Plattform Steam waren in den vergangenen Wochen zahlreiche mit KI erstellte Nachbauten aufgetaucht. Mehrere Studios sagten laut PC Gamer geplante öffentliche Demos ab, weil sie befürchteten, deren Code könnte per Reverse Engineering ausgelesen und für Klone genutzt werden. Werkzeuge wie Reverse Engineer Anything, das im Oktober die Trends auf GitHub anführte, sollen auch Nutzern ohne Programmierkenntnisse helfen, Software zu analysieren und nachzubilden.

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Kritik von Entwicklern

Entwickler berichten auf GitHub und Reddit, dass die Einschränkung über das Klonen von Spielen hinausgeht. Claude Code verweigere teils mitten in der Arbeit an eigenen Spielprojekten den Dienst, etwa beim Nachbilden einer bestimmten Spielmechanik. Zudem soll das Werkzeug Aufgaben wie die Analyse eines Windows-Absturzabbilds, die Entwicklung von Anti-Cheat-Lösungen oder das Entfernen vorinstallierter Software auf einem Smart-TV abgelehnt haben, ebenso die Arbeit mit Reverse Engineer Anything. Laut Tom’s Hardware gibt es inzwischen direkte Bestätigungen, dass auch Reverse-Engineering-Aufgaben blockiert werden. Eine ausdrückliche Regel dazu hat Anthropic nicht bestätigt. Wie das Modell entscheidet, wem ein Projekt gehört, hat das Unternehmen nicht erklärt.

Die Einschränkung betrifft laut den bisherigen Berichten nur die Kombination aus Claude Code und Opus 5.5. In Deutschland erlaubt das Urheberrechtsgesetz in § 69e das Dekompilieren von Computerprogrammen nur in engen Grenzen, vor allem um die Interoperabilität mit anderen Programmen herzustellen.

(red)

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