Langer Produktionsausfall

Cyberangriff zwingt Textilveredler ZEGO in die Insolvenz

Insolvenz

Die ZEGO Textilveredelungszentrum GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen macht dafür die Folgen eines Cyberangriffs vom März 2026 verantwortlich, der die Produktion wochenlang lahmgelegt habe.

Die ZEGO Textilveredelungszentrum GmbH hat nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen aus Aschaffenburg begründet den Schritt mit den wirtschaftlichen Folgen eines Cyberangriffs, der es am 29. März 2026 getroffen habe. In einer Mitteilung an Kunden und Geschäftspartner spricht die Geschäftsführung von einem der schwersten Schritte in der Unternehmensgeschichte, der erst nach Ausschöpfung aller verfügbaren Möglichkeiten erfolgt sei.

Anzeige

Die 1990 gegründete ZEGO Textilveredelungszentrum GmbH beschäftigt sich mit der hochwertigen Veredelung von Arbeits-, Geschäfts- und Teamkleidung und hat circa 60 Mitarbeiter.

Sechs Wochen Produktionsausfall

Nach Angaben des Unternehmens führte der Angriff zu einem Produktionsausfall von nahezu sechs Wochen. Details zur Art des Angriffs, etwa ob es sich um Ransomware handelte, nennt ZEGO in seiner Stellungnahme nicht. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Belastungen hätten die finanzielle Situation des Unternehmens jedoch so stark beeinträchtigt, dass die Stellung eines Insolvenzantrags letztlich unausweichlich gewesen sei.

Der Cyberangriff vom 29. März 2026 hat unser Unternehmen jedoch in einem Ausmaß getroffen, das wir trotz größter Anstrengungen nicht vollständig kompensieren konnten. Die Folgen führten zu einem Produktionsausfall von nahezu sechs Wochen und zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen. Diese Auswirkungen haben unsere finanzielle Situation letztlich so stark beeinträchtigt, dass die Stellung eines Insolvenzantrags erforderlich wurde. 

Anzeige

Johannes Zenglein, Geschäftsführer ZEGO Textilveredelungszentrum GmbH


Cyberangriffe mit anschließenden wochenlangen Produktionsausfällen treffen in den vergangenen Jahren immer wieder mittelständische Industrie und Fertigungsbetriebe, deren IT-Infrastruktur und Produktionssteuerung oft eng miteinander verzahnt sind. Gerade produzierende Unternehmen ohne umfangreiche IT-Sicherheitsressourcen geraten dabei häufig in wirtschaftliche Schieflagen, aus denen sie sich nur schwer wieder befreien können.

Erst im März traf es das Ford-Autohaus Pichel in Chemnitz, das nach einem Hackerangriff Insolvenz anmelden musste, 2025 erwischte es die Wehrle-Werk AG aus Emmendingen.

Geschäftsbetrieb soll weiter gehen

Trotz des Insolvenzantrags betont ZEGO, der Geschäftsbetrieb solle fortgeführt werden. Eine Insolvenz bedeute nicht automatisch das Ende eines Unternehmens, sondern biete die Möglichkeit zur Restrukturierung, heißt es in der Mitteilung. Das Unternehmen kündigt an, sich mit voller Kraft für den Erhalt von Arbeitsplätzen sowie die Fortführung bestehender Kundenbeziehungen einzusetzen. In welchem Insolvenzverfahren, etwa in Eigenverwaltung, der Antrag gestellt wurde, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Das Unternehmen bittet Geschäftspartner und Kunden ausdrücklich um weitere Unterstützung während des laufenden Verfahrens und kündigt an, transparent über den weiteren Fortgang zu informieren.

(red)

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.