Keine Wahl mehr

Auch bei PwC ist kein Platz für KI-Verweigerer

PWC
Bildquelle: DW labs Incorporated / Shutterstock.com

US-Chef Paul Griggs kündigt an, dass sich alle Beschäftigten von PwC mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzen müssen und wählt drastische Worte.

Bei PwC wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz künftig nicht mehr freiwillig sein. In einem Interview mit der Financial Times hat US-Chef Paul Griggs deutliche Worte gefunden. Wer glaube, er habe die „Möglichkeit, sich gegen KI zu entscheiden”, werde „nicht mehr lange hier sein”, sagte er. Führungskräfte, die nicht „paranoid darauf bedacht sind, KI an erste Stelle zu setzen”, sollen durch Personen ersetzt werden, die der Technologie aufgeschlossener gegenüberstehen.

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Abkehr von der Stundenabrechnung

Gleichzeitig überdenkt PwC sein Abrechnungsmodell. Anstelle klassischer Stundenhonorare könnten künftig Abo-Modelle für KI-gestützte Steuer- und Beratungsdienstleistungen treten. Damit würde sich das Unternehmen an eine Arbeitswelt anpassen, in der KI zunehmend Aufgaben automatisiert, die bisher manuell erledigt wurden.

Branche sucht noch nach dem richtigen Ansatz

PwC ist nicht das einzige Beratungsunternehmen, das den KI-Einsatz forciert. Bei Accenture wurde im vergangenen Monat per interner Mitteilung eine „regelmäßige Nutzung” von KI-Diensten zur Voraussetzung für Beförderungen erklärt. Die Nutzung wird dabei erfasst.

Die messbaren Ergebnisse von KI-Projekten fallen branchenweit bisher gemischt aus. Eine von PwC selbst im Januar veröffentlichte Befragung unter 4.454 Entscheidern aus 95 Ländern ergab, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen durch KI bislang weder höhere Umsätze noch niedrigere Kosten erzielen konnte. Deloitte kam in seinem aktuellen Bericht „State of AI in the Enterprise” zu ähnlichen Ergebnissen: Nur rund 20 Prozent der Unternehmen, die sich Umsatzwachstum durch KI erhofften, konnten dieses auch nachweisen. Die Autoren verweisen allerdings darauf, dass KI-Adoption auch als Weg zu „strategischer Differenzierung und einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil” betrachtet werden sollte.

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Analysten empfehlen behutsames Vorgehen

Eine Untersuchung vom Februar sieht fehlende Schulungen und unzureichende Governance als zentrale Hürden für den Erfolg von KI-Projekten. Das Analystenhaus Gartner hat Anfang März zudem darauf hingewiesen, dass der Kauf von KI-Tools allein noch keine Verhaltensänderung bei Mitarbeitern bewirkt. HR-Verantwortliche sollten auf Kommunikation und Sensibilität für die Bedürfnisse der Belegschaft setzen, statt Veränderungen ausschließlich von oben durchzusetzen.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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