Laut einer Esker-Studie verlangen Finanzführungskräfte mehr Transparenz und Nachweise, bevor sie KI mehr Entscheidungsbefugnisse übertragen.
Der Anbieter für KI-Automatisierung Esker hat den „2026 Global Finance AI Trust Index“ veröffentlicht. Die Studie untersucht, wie Finanzführungskräfte die Rolle von KI bei der Entscheidungsfindung ausbauen und dabei ein Gleichgewicht zwischen Autonomie, Governance und Kapitalrendite herstellen. Befragt wurden weltweit 338 Finanzführungskräfte, darunter 137 CFOs.
Mensch bleibt bei wichtigen Entscheidungen im Zentrum
32 Prozent der Befragten nutzen KI, um Maßnahmen zu empfehlen, die anschließend von Teams manuell umgesetzt werden, 29 Prozent lassen KI nur mit menschlicher Genehmigung handeln. CFOs sind dabei deutlich häufiger als andere Führungskräfte der Meinung, dass KI keine Entscheidungen über die Festlegung von Umsatzzielen treffen sollte (78 Prozent gegenüber 11 Prozent) oder über die Zuweisung von Personal- und Einstellungsbudgets (74 Prozent gegenüber 17 Prozent). Scott McDermott, CFO bei Esker, erklärt dazu:
„Finanzführungskräfte sind darauf eingestellt, sich zu fragen, was schiefgehen könnte, wie hoch die Rendite sein wird und welche Kontrollmechanismen vorhanden sein müssen, bevor sie eine Investition tätigen. Diese Denkweise prägt die nächste Phase der KI-Einführung. CFOs lehnen eine größere Autonomie der KI nicht ab, sondern überlegen sich, welche Leitplanken erforderlich sind, um ihr Vertrauen in KI-Tools zu stärken. Sie wollen Nachweise für den Nutzen, Klarheit darüber, wie Entscheidungen getroffen werden, und die Gewissheit, dass der Mensch die Kontrolle behält, wenn menschliches Urteilsvermögen am wichtigsten ist.“
Scott McDermott, CFO bei Esker
Eher Produktivität als direkter finanzieller Gewinn
Auf die Frage nach den größten Vorteilen von KI nannte eine Mehrheit der Finanzführungskräfte Produktivitätssteigerungen (58 Prozent), während weniger direkte finanzielle Vorteile wie einen stärkeren Cashflow anführten (48 Prozent). 70 Prozent der CFOs geben an, dass KI die Produktivität verbessert hat, gegenüber nur 50 Prozent der übrigen befragten Finanzführungskräfte.
Steigende Kosten erhöhen den Druck
72 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als geplant für KI-Initiativen ausgegeben hat. Bei CFOs berichten sogar 75 Prozent von gestiegenen Kosten, verglichen mit 45 Prozent der übrigen Finanzführungskräfte. 65 Prozent der CFOs geben zudem an, dass es schwierig ist, den Einsatz von KI mit konkreten Geschäftsergebnissen zu verknüpfen, gegenüber 40 Prozent ihrer Kolleginnen und Kollegen in anderen Führungsfunktionen.
Governance-Lücken bremsen den Ausbau
Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) nennt die Datenqualität als Hindernis für die Ausweitung der KI-Nutzung, gefolgt von unzureichender Systemintegration zwischen Finanzsystemen und KI-Tools (42 Prozent). Für CFOs ist die Systemintegration ein besonders großes Anliegen: 58 Prozent nennen sie als Hindernis, verglichen mit 31 Prozent der übrigen Finanzführungskräfte. 66 Prozent der Führungskräfte wissen oder vermuten zudem, dass Mitarbeitende im Finanzbereich nicht genehmigte KI-Tools nutzen.
Aus den Ergebnissen leitet Esker drei Voraussetzungen für den großflächigen Einsatz von KI im Finanzwesen ab: messbarer geschäftlicher Nutzen, zuverlässige Integration in Kernsysteme sowie eine Governance, die in jede Entscheidung und Maßnahme eingebettet ist. Das eigene „Synergy Agentic Framework“ von Esker baut nach Angaben des Unternehmens auf diesen Prinzipien auf und soll Finanzteams dabei unterstützen, die Autonomie von KI im gesamten Source-to-Pay- und Order-to-Cash-Prozess auszuweiten und dabei gleichzeitig menschliche Aufsicht, Sicherheit und Kontrolle zu gewährleisten.
(red/Eskers)