Apple hat auf seinem Herbst-Event die neuen iPhone-18 Modelle vorgestellt. Zum ersten Mal führt nicht Tim Cook durch die Keynote. Die Präsentation markiert zudem den Amtsantritt von John Ternus als neuem CEO des Konzerns.
Führungswechsel: Ternus übernimmt von Cook
Die Keynote begann mit Luftaufnahmen über Big Sur, die zu einer Fahrt Richtung Apple Park überblendeten. Tim Cook trat noch einmal ans Mikrofon, kündigte die „Hauptfigur“ der Veranstaltung an – „nicht ich, das ist euer Typ“ – und übergab damit offiziell an John Ternus, der bislang als Senior Vice President of Hardware Engineering bei Apple tätig war.
Ternus eröffnete seine erste Keynote als CEO mit einem Bekenntnis zu den Unternehmenswerten: Die Mission von Apple sei es nach wie vor, „die besten Produkte der Welt“ zu bauen. Zugleich deutete er an, wohin die Reise unter seiner Führung gehen soll: hin zu einer tieferen Verzahnung von künstlicher Intelligenz mit den Geräten, Apps und Diensten der Nutzer.
iPhone als „intelligenter persönlicher Hub“
Ternus beschrieb das iPhone in seiner Keynote als das ideale Zentrum für KI-gestützte, personalisierte Erlebnisse. Ein Gerät, das stets griffbereit ist, leistungsfähige On-Device-Modelle für schnelle Antworten nutzt und gleichzeitig über eine performante Netzwerkanbindung auf leistungsfähigere Cloud-Modelle zugreifen kann. Großes Display, hochwertige Kameras und Mikrofone, ganztägige Akkulaufzeit und nahtlose Integration mit anderen Apple-Geräten und -Diensten. All das mache, so Ternus, aus dem iPhone den logischen Träger für diese Vision.
Privatsphäre als Abgrenzung zur Konkurrenz
Auffällig deutlich positionierte sich Apple unter der neuen Führung gegen andere Anbieter von KI-Diensten. Ternus warf der Konkurrenz vor, persönliche Nutzerdaten primär als Ressource zum Sammeln und Speichern zu behandeln: Diese Anbieter würden Daten auf ihre eigenen Server verschieben und die Nutzer bitten, ihnen zu vertrauen – doch dieses Vertrauen stoße an Grenzen, sobald man die Kontrolle über die eigenen Daten verliere. Apples Gegenentwurf laute: „Nicht einmal Apple kann auf das zugreifen, was dir gehört.“
iPhone 18 Pro und Pro Max
Nach der Einleitung präsentierte Apple die neuen Topmodelle: iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max. Den Auftakt bildete, wie schon in den Vorjahren, ein mit dem Vorgängermodell (iPhone 17 Pro) aufgenommenes Mondfoto, mit dem Apple die Kamera-Fähigkeiten der Pro-Reihe unterstreichen wollte.

A20 Pro und Akkulaufzeit
Herzstück der neuen Modelle ist der A20 Pro-Chip. Apple bewirbt die neuen iPhones mit der nach eigenen Angaben längsten Akkulaufzeit in der Geschichte der Produktreihe. Mit Verweis auf das Mondfoto sagte ein Apple-Vertreter launig: „Das passiert, wenn man zum Mond fliegt, zurückkommt und fragt: Was kommt als Nächstes?“

Farben
Die neuen Pro-Modelle sind in vier Farben erhältlich:
- Tiefschwarz
- Edles Silber
- Neues „Glacier“-Blau
- Burgunderrot: von Apple als „raffinierte und einzigartige neue Farbe“ beschrieben
Im Anschluss ging Apple detailliert auf die Apple-Silicon-Architektur des neuen iPhones ein. Der A20 Pro basiert auf einer komplett neuen, in 2-Nanometer-Fertigung hergestellten Architektur, die laut Apple „einen neuen Maßstab für mobiles Computing“ setzen soll.
CPU und GPU
Der Chip verfügt über eine 6-Kern-CPU mit zwei neuen „Super Cores“, die bis zu 20 Prozent schneller sein sollen als ihre Vorgänger, sowie vier neuen Effizienzkernen. Apple bezeichnet die Super Cores als „Desktop-Klasse“ und als die schnellsten Kerne in einem Smartphone.
Die neue 7-Kern-GPU soll eine bis zu 40 Prozent höhere Grafikleistung liefern. Zusätzlich wurden Speicherbandbreite und die neuronalen Beschleuniger überarbeitet: Neue Neural Accelerators sollen 8-Bit-Fließkomma-Berechnungen (FP8) doppelt so schnell ausführen wie bisher, was unter anderem dem Ausführen von LLMs Dritter direkt auf dem Gerät zugutekommen soll.
Neural Engine mit 32 Kernen
Die Neural Engine wurde laut Apple erneut ausgebaut: Ein zweiter Neural-Engine-Block kommt hinzu, sodass der A20 Pro insgesamt auf 32 Kerne kommt. Apple bewirbt den Chip entsprechend als „den ultimativen Chip für das Ausführen fortschrittlicher On-Device-Modelle“ und verweist zudem auf das nach eigenen Angaben breiteste Speicherinterface, das je in einem iPhone verbaut wurde.
Neues Package-Design fürs Wärmemanagement
Für die Kühlung hat Apple das Silizium-Package neu gestaltet. Die „vom M-Series-Design inspirierte“ neue Verpackung verbindet Chip und Arbeitsspeicher direkt mit der Vapor Chamber des iPhones, um die Wärmeableitung zu verbessern. Apple betont, effizientes Wärmemanagement sei entscheidend, um die maximale Leistung aus dem neuen Chip herauszuholen.
Größere Vapor Chamber für mehr Dauerleistung
Das iPhone 18 Pro erhält laut Apple eine Vapor Chamber der nächsten Generation, die dem System hilft, noch mehr Wärme abzuführen. Sie bietet die dreifache Oberfläche im Vergleich zur Vapor Chamber im iPhone 17 Pro. Im Inneren zirkuliert kontinuierlich deionisiertes Wasser, was laut Apple die Kühlleistung deutlich verbessert. In der Folge verspricht Apple deutliche Sprünge bei der Dauerleistung des Geräts unter Last.
Deutlich längere Akkulaufzeit
Dank der Effizienzgewinne des A20 Pro soll das iPhone 18 Pro trotz seines kleineren Gehäuses die gleiche Akkulaufzeit erreichen wie das größere Pro-Max-Modell. Das iPhone 18 Pro Max wiederum verzeichnet laut Apple den größten Zuwachs bei der Akkulaufzeit, den es je bei einem iPhone gegeben hat.
Konkret nennt Apple folgende Werte für die Videowiedergabe:
- iPhone 18 Pro: bis zu 36 Stunden
- iPhone 18 Pro Max: bis zu 45 Stunden
Bei typischer Nutzung gibt Apple für das iPhone 18 Pro bis zu 24 Stunden pro Akkuladung an, beim Pro Max sind es bis zu 30 Stunden. Auch beim kabelgebundenen Laden legt Apple zu: In rund 15 Minuten soll der Akku auf 50 Prozent geladen sein, fünf Minuten Ladezeit sollen für sechs Stunden Videowiedergabe reichen.
Neue Hauptkamera mit variabler Blende
Nach einer kurzen Gaming-Demo, mit der Apple die GPU-Leistung des A20 Pro in Spielen zeigte, wandte sich die Keynote der Kamera zu. Das iPhone 18 Pro erhält eine neue 48-Megapixel-Fusion-Hauptkamera mit variabler Blende. Apple bezeichnet sie als die fortschrittlichste Kamera, die je in einem iPhone verbaut wurde.
Die variable Blende soll kreative Kontrollmöglichkeiten eröffnen, die bislang nicht möglich waren. Laut Apple ist die Blende einer der fundamentalen Grundpfeiler der Fotografie: Sie steuert, wie viel Licht in das System einfällt, und beeinflusst dadurch jedes aufgenommene Foto und Video. Die Möglichkeit, die Blende zu verändern, gibt Nutzern demnach mehr Kontrolle über Lichteinfall und Schärfentiefe.

Automatische Anpassung und sechs Laserschnitt-Blätter
Die Blende passt sich laut Apple automatisch an die jeweilige Szene an. In dunkleren Umgebungen öffnet sie sich und lässt dadurch rund 50 Prozent mehr Licht einfallen, was Apple anhand eines Porträtfotos mit ausgeprägtem Detailgrad und großer Farbtiefe demonstrierte. Damit erklärt sich auch die zu Beginn der Keynote gezeigte Mondaufnahme mit ihrem großen Dynamikumfang.
Technisch basiert die variable Blende auf einem System aus sechs lasergeschnittenen Blättern, von denen jedes dünner ist als ein menschliches Haar. Gefertigt sind die Blätter laut Apple aus einem speziellen Polymerverbundstoff, der eine Balance aus geringem Gewicht, Flexibilität und Haltbarkeit bieten soll.
Neue Video-Funktionen
Auch bei Video legt Apple nach. Zeitraffer-Aufnahmen unterstützen künftig 4K-Auflösung in Dolby Vision HDR. Der Cinematic Mode lässt sich nun auch nachträglich auf regulär aufgenommenes Video anwenden, samt der dazugehörigen filmischen Effekte. Für den Zeitlupeneffekt in halber Geschwindigkeit unterstützt der Modus jetzt zudem 60 Bilder pro Sekunde. Die Audio-Mix-Funktion, mit der sich einzelne Klangquellen eines Videos nachträglich getrennt bearbeiten lassen, unterstützt nun außerdem Musik.
Pro Controls für manuelle Kameraeinstellungen
Mit „Pro Controls“ führt Apple eine neue Funktion für manuelle Kameraeinstellungen ein. Nutzer können damit den Weißabgleich anpassen, ein Histogramm einblenden sowie Blende und Verschlusszeit manuell steuern. Apple wirbt damit, so seien „einzigartige Aufnahmen möglich, die zuvor auf dem iPhone nicht machbar waren“. Die Pro Controls funktionieren sowohl bei Fotos als auch bei Videos und sollen das iPhone 18 Pro laut Apple „bereit für alles machen, vom professionellen Filmset bis zum Alltag“.
Ergänzt wird das Paket durch ein intelligentes Fokus-Tracking, das mithilfe von On-Device-KI-Modellen ein Motiv anvisiert und dessen Detailschärfe beibehält, selbst wenn das Motiv den Bildausschnitt kurzzeitig verlässt und später wieder ins Bild kommt.
Überarbeitete Foto-Stile
Apple hat außerdem die fotografischen Stile überarbeitet, unter anderem mit Anpassungen bei der Darstellung der Hautstruktur.
Bildauthentizität: Apple Reference Image
Ein weiterer Schwerpunkt der Kamera-Präsentation war das Thema Bildauthentizität. Apple stellte dafür die neue Funktion „Apple Reference Image“ vor, mit der sich die Echtheit eines auf dem iPhone 18 Pro aufgenommenen Fotos nachweisen lässt. Die Hauptkamera signiert die Bilddaten dabei bereits im Moment der Aufnahme auf Pixelebene. Private Cloud Compute wandelt die signierten Daten anschließend in ein unveränderliches Bild um, das in der Fotos-App abgelegt wird. Apple vergleicht das Prinzip mit einem „digitalen Negativ“.
Apple wies zudem darauf hin, dass die gesamte Keynote selbst mit dem iPhone 18 Pro gefilmt wurde.
Apple Intelligence und die neue Siri
Einen breiten Raum nimmt auch das Thema Apple Intelligence ein. Apple setzt weiterhin auf eine Kombination aus On-Device-Modellen und der cloudbasierten Infrastruktur Private Cloud Compute, die laut Unternehmen auch bei Auslagerung von Anfragen an externe Server keine dauerhafte Speicherung persönlicher Daten vorsieht.
Im Zentrum der KI-Neuerungen steht eine überarbeitete Version von Siri. Der Sprachassistent soll künftig persönlichen Kontext geräteübergreifend erkennen können, etwa aus Mail und Nachrichten, und darauf aufbauend direkt Aktionen in Apps ausführen, einschließlich Anwendungen von Drittanbietern.
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