Ein Viertel hat schon heimlich ins Partner-Handy geschaut

Heimliches Handy-Schnüffeln belastet Beziehungen

Smartphone-Kontrolle

Das Smartphone gilt für viele Menschen als privater Rückzugsort – doch in Beziehungen scheint diese Grenze nicht immer respektiert zu werden.

Eine aktuelle Untersuchung des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass zahlreiche Menschen bereits heimlich das Smartphone ihrer Partnerin oder ihres Partners durchsucht haben. Besonders unter jüngeren Erwachsenen ist dieses Verhalten weit verbreitet.

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Laut der repräsentativen Befragung hat rund ein Viertel der Menschen mit Beziehungserfahrung schon einmal ohne ausdrückliche Erlaubnis das Smartphone des Partners kontrolliert. Besonders hoch ist der Anteil bei den 16- bis 29-Jährigen: In dieser Altersgruppe geben 43 Prozent an, bereits heimlich Nachrichten, Fotos oder Social-Media-Inhalte überprüft zu haben.

Ein kleiner Teil der Befragten räumt sogar ein, dies regelmäßig zu tun. Andere erklären, sie hätten zwar bislang nicht geschnüffelt, könnten es sich jedoch künftig vorstellen. Gleichzeitig lehnt die Mehrheit ein solches Verhalten klar ab.

Die Gründe für das heimliche Kontrollieren fallen unterschiedlich aus. Viele handeln laut Studie aus reiner Neugier. Ebenso häufig steckt der Verdacht hinter dem Verhalten, der Partner oder die Partnerin könnte untreu sein. Andere Befragte vermuteten Unehrlichkeit bei bestimmten Themen oder begründeten ihr Verhalten mit früheren Vertrauensbrüchen.

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Einige Menschen gaben zudem an, grundsätzlich wissen zu wollen, mit wem der Partner kommuniziert. Die Ergebnisse zeigen damit, wie eng digitale Kommunikation inzwischen mit Fragen von Vertrauen und Kontrolle in Beziehungen verbunden ist.

Gemischte Gefühle nach dem Blick aufs Smartphone

Der heimliche Zugriff auf das Handy bleibt emotional oft nicht folgenlos. Manche Befragte fühlten sich nach der Kontrolle bestätigt oder erleichtert. Andere reagierten enttäuscht, verärgert oder mit schlechtem Gewissen. Ein Teil berichtete zudem von Unsicherheit nach dem heimlichen Blick in Chats oder Fotos.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass nicht nur aktiv kontrolliert wird. Viele Menschen haben selbst erlebt, dass ihr eigenes Smartphone ohne Zustimmung durchsucht wurde. Besonders junge Erwachsene berichten häufiger von solchen Erfahrungen.

Digitale Grenzen werden unterschiedlich definiert

Leah Schrimpf von Bitkom betont, dass Smartphones heute weit mehr enthalten als nur private Nachrichten. Neben Fotos und Chats befinden sich darauf häufig auch sensible Informationen wie Gesundheitsdaten, Zahlungsinformationen oder berufliche Zugänge.

Wie viel digitale Nähe oder Kontrolle in einer Beziehung akzeptabel ist, werde von Paaren sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche teilen freiwillig Passwörter oder Standorte, andere legen bewusst Wert auf getrennte digitale Bereiche.

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Tipps für mehr Schutz der Privatsphäre

Im Zusammenhang mit der Studie weist Bitkom auch auf grundlegende Sicherheitsmaßnahmen hin. Dazu gehören sichere Displaysperren, aktuelle Software-Updates und die regelmäßige Kontrolle von App-Berechtigungen. Besonders sensible Anwendungen wie Banking- oder Authentifizierungs-Apps sollten zusätzlich abgesichert werden.

Außerdem empfiehlt der Verband, Passwörter nur bewusst weiterzugeben und Standortfreigaben regelmäßig zu überprüfen. Gerade weil Smartphones heute viele persönliche Informationen bündeln, gewinnt der Schutz der eigenen digitalen Privatsphäre zunehmend an Bedeutung.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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