Die klassische SMS verliert in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Während Kurznachrichten früher den Mobilfunkmarkt prägten, setzen Nutzer heute verstärkt auf Messenger-Dienste und App-basierte Kommunikation. Der Rückgang betrifft inzwischen nicht mehr nur private Nutzer, sondern auch Banken und Unternehmen.
SMS-Verkehr sinkt deutlich
Der Niedergang der SMS hat sich deutlich beschleunigt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 2,9 Milliarden SMS verschickt. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 5,2 Milliarden. Damit hat sich das Volumen innerhalb eines Jahres nahezu halbiert.
Im Durchschnitt wurden pro aktiver SIM-Karte monatlich nur noch etwa zwei Kurznachrichten verschickt. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der SMS-Nutzung im Jahr 2012 wurden in Deutschland 59,8 Milliarden Kurznachrichten versendet.
Messenger-Dienste dominieren die Kommunikation
Der Trend weg von SMS ist seit Jahren sichtbar. Nutzer greifen zunehmend auf Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Threema zurück, die deutlich mehr Funktionen bieten als reine Textnachrichten.
Auch Unternehmen verändern ihre Kommunikationsstrategien und setzen verstärkt auf moderne Business-Kommunikation. Parallel entstehen neue Anwendungsfälle, bei denen Messenger-Plattformen wie WhatsApp zunehmend in Unternehmensprozesse integriert werden.
Banken und Sicherheitsverfahren beschleunigen den Trend
Besonders stark fiel der Rückgang im vergangenen Jahr aus. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Banken und Online-Dienste keine SMS mehr für Verifizierungen nutzen.
Stattdessen kommen zunehmend moderne Authentifizierungsverfahren oder App-basierte Multi-Faktor-Authentifizierung zum Einsatz.
Für Unternehmen bedeutet dies auch einen Wandel bei Sicherheitsstrategien: SMS-basierte Verfahren gelten inzwischen in vielen Bereichen als weniger sicher und werden zunehmend durch moderne Identitäts- und Sicherheitslösungen ersetzt.
Nicht nur SMS – auch klassische Telefonie verliert an Bedeutung
Nicht nur die SMS-Nutzung geht zurück. Auch klassische Festnetztelefonie verliert weiter an Relevanz. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden im vergangenen Jahr rund 47 Milliarden Gesprächsminuten über Festnetzanschlüsse geführt – zehn Milliarden weniger als im Vorjahr.
Auch die Mobiltelefonie verzeichnet Rückgänge. Die Gesprächsminuten im Mobilfunknetz sanken um 16 Milliarden auf insgesamt 132 Milliarden Minuten.
Statt klassischer Anrufe nutzen viele Verbraucher inzwischen Video- und Audiofunktionen über internetbasierte Kommunikationsdienste und Messenger-Plattformen.
Warum die Entwicklung für Unternehmen relevant ist
Die Entwicklung zeigt, wie stark sich Kommunikations- und Sicherheitsstrukturen verändern. Für Unternehmen bedeutet das, bestehende Kommunikationswege und Authentifizierungsprozesse regelmäßig zu überprüfen.
Der Trend geht zunehmend in Richtung integrierter Plattformen, stärkerer Sicherheitsmechanismen und App-basierter Kommunikation – eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen dürfte.
dpa