Doctolib will seine KI-Entwicklung für das Gesundheitswesen in Europa beschleunigen und erhält dafür Unterstützung von NVIDIA.
Doctolib holt NVIDIA als Investor für den Ausbau europäischer Gesundheits-KI

Der US-Chiphersteller steigt als Minderheitsaktionär ein. Geplant sind neue KI-Anwendungen für medizinisches Fachpersonal und Patient sowie der Ausbau eigener Modelle und europäischer Infrastruktur.
KI soll Praxen im Alltag entlasten
Bereits heute nutzen nach Unternehmensangaben rund 100 Millionen Patient und 580.000 Gesundheitsfachkräfte in Europa die Dienste von Doctolib. In Deutschland zählt das Unternehmen mehr als 30 Millionen Patient und 150.000 Gesundheitsfachkräfte. Rund 100 Wissenschaftler, Ingenieur und Designer arbeiten an den KI-Technologien des Anbieters.
Ein Schwerpunkt liegt auf digitalen Assistenten, die den organisatorischen Aufwand in Arztpraxen reduzieren sollen. Der KI-Sprechstundenassistent dokumentierte bislang mehr als zwölf Millionen Patientenbesuche. Grundlage ist ein selbst entwickeltes Spracherkennungsmodell, das auch medizinische Fachbegriffe in mehreren Sprachen verarbeitet.
Weitere Anwendungen unterstützen unter anderem bei Kodierung, Abrechnung, Sekretariatsaufgaben und der Verwaltung von Dokumenten. Darüber hinaus entwickelt Doctolib gemeinsam mit Gesundheitsfachkräften KI-Assistenten, die künftig auch bei klinischen Entscheidungen helfen sollen.
Neuer Assistent für Patient geplant
Auch für Patient will das Unternehmen sein Angebot erweitern. Vorgesehen ist ein persönlicher KI-Gesundheitsassistent, der Fragen zu Gesundheitsthemen beantwortet und Menschen durch verschiedene Phasen ihres Behandlungswegs begleitet.
Wie diese Anwendung konkret umgesetzt wird und welche Funktionen sie zum Start bieten soll, geht aus der Ankündigung noch nicht hervor.
NVIDIA unterstützt Entwicklung und Training
Doctolib nutzt bereits seit rund einem Jahr Technologien von NVIDIA. Durch den Einstieg als Minderheitsaktionär soll die Zusammenarbeit vertieft werden. Die Unterstützung zielt vor allem darauf ab, zusätzliche KI-Fachkräfte zu gewinnen und die Entwicklung eigener Modelle zu beschleunigen.
Zudem soll Doctolib Zugang zu NVIDIA-Expert erhalten, die das Unternehmen beim Training seiner KI-Modelle in Europa unterstützen. Finanzielle Einzelheiten der Beteiligung wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Europäische Infrastruktur und offene Modelle
Neben neuen Anwendungen will Doctolib seine eigenen KI-Modelle weiterentwickeln. Dabei stehen nach Unternehmensangaben medizinische Genauigkeit und eine möglichst breite Nutzbarkeit im Mittelpunkt. In den kommenden Monaten sollen zudem Ansätze auf Basis von Open-Weight-Modellen und Open-Source-Technologien ausgebaut werden. Parallel dazu plant das Unternehmen weitere Investitionen in seine europäische Infrastruktur.
Ein zentraler Aspekt ist der Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Doctolib erklärt, diese seit der Gründung in der Europäischen Union und Großbritannien zu hosten und die Kontrolle darüber selbst zu behalten. Dieser Grundsatz soll auch für die KI-Modelle gelten.
Mit der Beteiligung von NVIDIA will Doctolib seine Position im europäischen Markt für KI im Gesundheitswesen stärken. Entscheidend wird sein, wie schnell die geplanten Anwendungen in den medizinischen Alltag gelangen und welche Entlastung sie für Praxen und Patient tatsächlich bringen.
(red/Doctolib)






