Eine ungesicherte Datenbank mit Bezug zu einem indischen KI-Unternehmen bündelte Passwörter und Bankdaten aus früheren Leaks, darunter Listen zu Amazon und PayPal.
Amazon, PayPal und Co.: 13,7 Millionen Zugangsdaten frei im Netz

Der Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler hat eine ungeschützte Datenbank mit rund 13,7 Millionen Datensätzen aus früheren Datenlecks und Leaks entdeckt. Sie enthielt E-Mail-Adressen, Benutzernamen, Passwörter, Telefonnummern und Bankverbindungen. Die Datenbank war mit einer IP-Adresse verbunden, die zu einer Plattform für Datenanalysen des indischen Unternehmens Vibetech gehört, das KI-Software entwickelt und IT-Dienstleistungen anbietet. Unter derselben IP-Adresse war auch ein offenes Dashboard für Bedrohungsanalysen erreichbar. In welchem Zusammenhang die Datenbank mit den Diensten des Unternehmens steht, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Sammlung aus bekannten und unbekannten Leaks
Die Datenbank verwies auf zahlreiche Datensätze aus früheren Vorfällen. Den größten Teil machten 7,9 Millionen Einträge aus einem Datenleck bei AT&T aus. Hinzu kamen 1,71 Millionen Datensätze aus einem Leck bei Casio.ru sowie sogenannte Kombinationslisten aus Zugangsdaten, darunter 2,24 Millionen mit Bezug zu Glücksspielseiten, 1,21 Millionen zu Amazon, 420.368 zu Walmart und 18.157 zu PayPal. Solche Listen fassen Benutzernamen und Passwörter für bestimmte Dienste zusammen, stammen aber nicht zwingend aus einem Angriff auf das jeweilige Unternehmen. Zudem fanden sich 98.325 Einträge aus einer spanischen WhatsApp-Datenbank, 24.021 aus einem Leck bei der Digitalbank BluBank, ein Mitarbeiterverzeichnis des FBI mit 4.084 Einträgen und 929 Einträge zu Interpol. Ein belgischer Datensatz enthielt persönliche Daten und IBANs.
Ein Teil der Datensätze entsprach laut Fowler bereits bekannten Vorfällen. Bei anderen stimmte die Zahl der Einträge nicht mit öffentlich bekannten Angaben überein. Möglicherweise stammen sie aus bisher unbekannten Datenlecks.
Zugang nach Meldung gesperrt
Fowler informierte das Unternehmen und den Hosting-Anbieter, danach wurde der öffentliche Zugriff auf die Datenbank gesperrt. Wie lange sie offen war und ob Unbefugte zuvor darauf zugegriffen haben, ist nicht bekannt.
„Eines der häufigsten Missverständnisse über frühere Datenlecks ist, dass ältere Zugangsdaten irgendwann ihren Wert verlieren. Tatsächlich können zuvor offengelegte Informationen für Kriminelle noch Jahre nach dem ursprünglichen Vorfall nützlich sein.”
Jeremiah Fowler, Sicherheitsforscher
Gesammelt an einem Ort lassen sich die Daten für Credential Stuffing nutzen, bei dem Angreifer gestohlene Kombinationen aus Benutzername und Passwort bei anderen Diensten ausprobieren. E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Bankdaten erleichtern zudem gezielte Phishing-Angriffe. Fowler weist darauf hin, dass Unternehmen, die gestohlene Zugangsdaten für Bedrohungsanalysen sammeln, damit selbst ein Ziel schaffen, das gesichert werden muss. Betroffene sollten mehrfach genutzte Passwörter ändern und die Multi-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
(red)




