Über einen offenen Profiling-Endpunkt ließ sich Nvidias GPU-Überwachung ohne Anmeldung lahmlegen. Mehr als 2.000 Server waren öffentlich erreichbar.
Nvidia DCGM Exporter: Lücke gefährdet GPU-Server

Forscher des Sicherheitsunternehmens Lava haben eine Schwachstelle im Nvidia DCGM Exporter gefunden. Das Werkzeug liest Telemetriedaten von GPUs aus, darunter Temperatur, Auslastung, Speicherbelegung, Stromverbrauch und Fehlerereignisse, und stellt sie über HTTP bereit, typischerweise auf Port 9400, damit Systeme wie Prometheus sie abfragen können. Die Lücke mit der Kennung CVE-2026-47483 wird mit einem CVSS-Wert von 8,2 als hoch eingestuft. Nvidia hat sie in einem Sicherheitshinweis bestätigt und behoben.
Angriff über Go-Profiling
Ursache ist der Profiling-Endpunkt /debug/pprof/ der Programmiersprache Go, über den sich CPU- und Speichernutzung analysieren lassen. Manche dieser Endpunkte halten Anfragen für eine vom Aufrufer festgelegte Dauer offen. Schicken Angreifer viele Anfragen gleichzeitig ohne Anmeldung, steigt der Speicherverbrauch, bis der Exporter abstürzt. Betreiber verlieren damit den Einblick in Zustand und Aktivität ihrer GPUs. Die Last auf CPU und Arbeitsspeicher kann laut Lava zudem Trainings- oder Inferenz-Workloads auf demselben Server bremsen. Die Forscher reproduzierten das Verhalten mit dem unveränderten offiziellen Container von Nvidia. Getestet wurde der Angriff in einer kontrollierten Umgebung, nicht an öffentlichen Systemen.
2.100 offene Server mit 12.000 GPUs
Bei vier Scans zwischen März und Mai 2026 fanden die Forscher rund 2.100 Server, die DCGM-Exporter-Daten unverschlüsselt und ohne Anmeldung ins Internet lieferten. Sie meldeten mehr als 12.000 GPUs im geschätzten Wert von 100 Millionen US-Dollar, darunter 312 Nvidia B200 und 32 B300 sowie H100, H200 und Grafikkarten der Reihe GeForce RTX 4090 und 5090. Etwa ein Viertel der Server bot zusätzlich den angreifbaren Profiling-Endpunkt an. Die Systeme gehören zu fast 300 Organisationen, 44 Prozent der GPUs standen in den USA. Rund 60 Prozent der GPUs waren zum Zeitpunkt der Scans nicht ausgelastet.
Aus den offenen Daten lassen sich laut Lava Hardware, Auslastung und Nutzungszeiten ablesen, teils auch Projekt- und Containernamen. Zudem fanden die Forscher 12.096 öffentlich erreichbare Prometheus Node Exporter mit Angaben zu Netzwerkadaptern, Firmware, Betriebssystem und BIOS.
„Die Ergebnisse zeigen eine wachsende Sicherheitslücke in der KI-Infrastruktur: Unternehmen geben Millionen für GPUs aus, lassen aber kritische Systeme ungeschützt.”
Sicherheitsunternehmen Lava
Update auf Version 4.8.2
Lava empfiehlt, auf DCGM Exporter 4.8.2 oder neuer zu aktualisieren und die Option –enable-pprof nur zu aktivieren, wenn Profiling ausdrücklich benötigt wird. In aktuellen Versionen ist der Endpunkt standardmäßig abgeschaltet. Exporter und Prometheus sollten zudem nur an lokale oder private Schnittstellen gebunden und per Firewall auf die Monitoring-Infrastruktur beschränkt werden.
(red)




