Milliarden-Finanzierung

DeepSeek entwickelt eigene KI-Inferenz-Chips

Deepseek
Bildquelle: Furqan Falahi/Shutterstock.com

Das chinesische KI-Startup DeepSeek entwickelt eigene Inferenz-Chips. Die Eigenentwicklung soll Kosten senken und die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren.

Das in Hangzhou ansässige künstliche Intelligenz-Startup DeepSeek plant die Entwicklung eigener Halbleiter. Drei mit dem Projekt vertraute Personen bestätigten, dass das Unternehmen damit seine Abhängigkeit vom US-amerikanischen Marktführer Nvidia sowie vom chinesischen Technologiekonzern Huawei und dessen Ascend-Prozessoren verringern will.

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Die Entwicklung konzentriert sich gezielt auf Prozessoren für die Inferenz-Phase, in der ein bereits trainiertes KI-Modell Nutzeranfragen beantwortet. Im Gegensatz zu hochkomplexen Trainings-Chips, die von den Exportkontrollen der Vereinigten Staaten bezüglich modernster Lithografie-Verfahren stark betroffen sind, können Inferenz-Chips mit älteren, breiter verfügbaren Fertigungsmethoden produziert werden. Diese Hardware-Strategie knüpft an die bisherige Preispolitik des Startups an. Im Mai senkte DeepSeek die Preise für das Modell V4-Pro um 75 Prozent von 3,30 US-Dollar auf unter 0,85 US-Dollar pro Million Token. Ein maßgeschneiderter Chip soll die Betriebskosten pro Anfrage weiter minimieren.

Marktbedingungen und strategische Co-Entwicklung

Durch die gleichzeitige Entwicklung von KI-Modellen und der zugrunde liegenden Hardware strebt DeepSeek eine präzise Abstimmung der Systeme an. Diese Co-Design-Methode soll die Leistungsfähigkeit trotz beschränkter Ressourcen optimieren. Die politische Unterstützung in China sowie der Einbruch der Marktposition von Nvidia aufgrund von Exportbeschränkungen begünstigen das Vorhaben. Schätzungen aus der Industrie zufolge planen chinesische Unternehmen, innerhalb eines Jahres 46 Prozent ihrer Budgets für KI-Beschleuniger auf inländische Lieferanten zu verlagern. Bereits im April 2026 löste DeepSeek eine hohe Nachfrage aus, als das V4-Modell gezielt für die Ascend-Chips von Huawei optimiert wurde. Infolgedessen fragten mehrere Großkonzerne Bestellungen bei Huawei an:

  • ByteDance
  • Tencent
  • Alibaba

Technische Restriktionen und geplante Milliarden-Finanzierung

Die Umsetzung des Chip-Projekts unterliegt signifikanten technologischen und finanziellen Hürden. US-Sanktionen blockieren den Zugriff chinesischer Unternehmen auf führende internationale Halbleiterfabriken sowie auf schnellen High-Bandwidth-Memory-Speicher, welcher für die Leistungsfähigkeit von KI-Beschleunigern essenziell ist.

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Diese Faktoren begrenzen die Leistungsstufe und die Produktionsmenge der geplanten Chips. Analysten bezweifeln zudem, dass sich diese Halbleiter ohne Zugang zu modernsten Fertigungsverfahren außerhalb des chinesischen Heimatmarktes absetzen lassen. Finanziert werden soll die langfristige Hardware-Entwicklung unter anderem durch eine erste externe Finanzierungsrunde. Das Unternehmen plant laut Berichten die Aufnahme von 7 Milliarden US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung zwischen 52 Milliarden und 59 Milliarden US-Dollar.

(red)

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