Das dänische Unternehmen FRITS AI ApS hat mit GDPRchat einen DSGVO-konformen KI-Assistenten auf Basis von Mistral AI und deutschem Cloud-Hosting gestartet.
Das dänische Technologieunternehmen FRITS AI ApS hat eine europäische Alternative zu US-amerikanischen Chatbots wie ChatGPT gestartet. Die neue Plattform trägt den Namen GDPRchat und wurde von dem Technologen Frits Lyneborg entwickelt sowie vom dänischen Geschäftsmann Lars Kolind wirtschaftlich unterstützt. Das System basiert auf den großen Sprachmodellen des französischen KI-Unternehmens Mistral AI sowie Bildgenerierungsmodellen von Black Forest Labs. Die gesamte technische Infrastruktur wird in Rechenzentren des deutschen Cloud-Hosting-Anbieters Hetzner Online betrieben. Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle verarbeiteten Daten innerhalb der Europäischen Union verbleiben und den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung unterliegen.
Anonymisierte Websuche und Datenschutzrechte
Für die Durchführung von aktuellen Websuchen greift der Chatbot auf die Suchmaschine Brave zurück. Nach Angaben des Betreibers werden dabei jedoch ausschließlich die reinen Suchanfragen von europäischen Servern aus übermittelt. Sämtliche persönlichen Identifikationsmerkmale wie IP-Adressen oder Kontodaten werden vor der Weiterleitung vollständig entfernt. Der Vorsitzende von FRITS AI ApS, Lars Kolind, äußerte sich in einem Beitrag in den sozialen Medien zu den Beweggründen für die Entwicklung:
„Meine Daten gehören mir, und mir allein. Deshalb nutze ich europäische statt amerikanische KI.“
Lars Kolind, Vorsitzender von FRTS AI ApS
Der Hintergrund für diese Positionierung sind europäische Bedenken gegenüber US-amerikanischen Gesetzen wie dem Cloud Act, der US-Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff auf Daten amerikanischer Anbieter erlaubt. Die Plattform verzichtet laut eigenen Angaben vollständig auf Analysedienste, Tracking-Systeme oder Werbenetzwerke von Drittanbietern. Nutzer können im Rahmen der DSGVO-Rechte Auskunft über ihre gespeicherten Daten verlangen oder die Löschung ihres Kontos beantragen.
Hohe Nachfrage führt zu Warteliste
Der Dienst richtet sich an Personen ab 16 Jahren und ist über den Google Play Store, den Apple App Store sowie über eine Web-Schnittstelle zugänglich. Aufgrund einer unerwartet hohen Nachfrage direkt nach der Veröffentlichung mussten die Betreiber eine Warteliste für Neuanmeldungen einrichten, um die Serverkapazitäten schrittweise auszubauen. Das Geschäftsmodell umfasst eine kostenfreie Basisversion mit einem täglichen Kontingent an Nutzungseinheiten sowie kostenpflichtige Abonnements ab 9,99 Euro pro Monat, die erweiterte Funktionen und höhere Limits bieten.
(red)