Anzeige

Facebook Fake News

Quelle: rafapress / Shutterstock.com

Nachrichten-Quellen, die für Falschinformationen bekannt sind, erhalten auf Facebook sechsmal so viele Likes, Shares und Interaktionen wie vertrauenswürdige Organisationen wie "CNN" oder die Weltgesundheitsorganisation.

Das zeigt eine Studie der New York University und der Université Grenoble Alpes, berichtet die "The Washington Post". Das dürfte Kritik an Facebooks Algorithmen weiter befeuern.

Starke Reaktionen

Die Forscher haben für die Studie Daten von August 2020 bis Januar 2021 untersucht, in den unter anderem die US-Wahlen 2020 sowie der Kapitolsturm am 6. Januar 2021 gefallen sind. In diesem Zeitraum haben Fake News-Quellen viel mehr User-Reaktionen geerntet als echte News. Die Studie trage zu einer wachsenden Evidenzlage bei, "dass Falschinformationen trotz einer Vielzahl von Eindämmungsbemühungen auf Facebook ein angenehmes Zuhause - und ein engagiertes Publikum - gefunden haben", urteilt daher Rebekah Tromble, Direktorin des Institute for Data, Democracy and Politics an der George Washington University.

Die Studie stützt sich auf NewsGuard und Media Bias/Fact Check, um einzuschätzen, welche News-Quellen als Falschinformation-Schleudern einzustufen sind. Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass im politischen Bereich sowohl extrem rechte wie extrem linke Quellen eher Falschinformationen verbreiten und damit starke User-Reaktionen auslösen. Allerdings neigen Publisher am rechten Ende des Spektrums viel eher zu Falschinformations-Verbreitung als andere.

Undurchsichtige Reichweite

"Dieser Bericht befasst sich hauptsächlich damit, wie die Leute mit Inhalten interagieren; was nicht damit zu verwechseln ist, wie viele Leute sie tatsächlich auf Facebook sehen", kritisiert Facebook-Sprecher Joe Osborne gegenüber "The Washington Post". Wenn man sich ansehe, welche Inhalte die größte Reichweite auf der Plattform haben, sei das etwas völlig anderes, als die Studie nahelege.

Freilich ist Osbornes Verteidigung schwer objektivierbar. Dann wie "The Washington Post" betont, sind Daten über sogenannte Impressions, also darüber, wie viele Nutzer einen Inhalt tatsächlich zu sehen bekommen haben, nicht frei für Forscher verfügbar. Diese sind also effektiv gezwungen, die Wirkung von fragwürdigem Content über sichtbare Reaktionen abzuschätzen.

www.pressetext.com
 


Weitere Artikel

Hackerangriff

Zahl verheerender Cyberangriffe wird zunehmen

Die Technologie, die wir zur Unterstützung unserer persönlichen und beruflichen Aktivitäten nutzen, basiert auf einem komplexen Ökosystem von Software und Services. Die meisten davon stammen von Drittanbietern. Jede der Komponenten in diesem Ökosystem kann…
EU Regeulierung

Digital Services Act muss nachgebessert werden

Mit dem Digital Services Act (DSA) will der EU-Gesetzgeber dafür sorgen, dass der Online Handel in Zukunft ein Stück sicherer wird. Der Kommissar für Binnenmarkt, Thierry Breton, hat erfolgsgewiss in Zusammenhang mit der gestrigen Plenarabstimmung ein…

Neue Awareness-Trainings für KMU

Trotz des steigenden Bedarfs nach Awareness-Schulungen waren solche Maßnahmen für den Mittelstand bisher kaum verfügbar. Mit „Awareness PLUS“, einer E-Learning-Plattform inklusive Phishing-Simulationen, will Securepoint diese Lücke schließen.
Intel

Intel investiert Milliarden in den Bau von zwei US-Chipfabriken

Intel baut für mehr als 20 Milliarden Dollar zwei Chipfabriken in den USA. Die Produktion auf Basis modernster Technologien in den Anlagen im US-Bundesstaat Ohio soll 2025 beginnen, wie der Halbleiter-Riese am Freitag mitteilte.
IT Security

SoSafe schließt Series-B-Runde über 73 Mio. US-Dollar mit Highland Europe

Der Cyber-Security Awareness-Anbieter SoSafe hat 73 Millionen US-Dollar in einer von Highland Europe geführten Series-B-Finanzierungsrunde erhalten.
Google

2,42-Milliarden-Strafe: Google legt Einspruch ein

Der Rechtsstreit um eine Wettbewerbsstrafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google kommt vor das höchste Gericht der Europäischen Union.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.